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Digitale Ablenkung: Selbstverteidigung geht durch die Nase
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Das Silicon Valley hat Technik geschaffen, die erschreckend effektiv unsere Aufmerksamkeit aufsaugt. Es gibt aber eine erwiesenermaßen wirksame Methode, sich Abwehrkräfte zuzulegen. Schon Kinder sollten sie lernen.

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danielc. 02.12.2018, 14:58
1.

Ein schöner Artikel, dessen Tiefe Wahrheit ich erahne, während ich mein Smartphone in der Hand halte. Diese Methode habe ich auch bereits in der Grundschule geübt, aber ohne den Grund zu erfahren. Danke für diese Erinnerung, ich werde sie wieder nutzen um mich von meinem Smartphone daran erinnern lassen. :-)

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spon_4_me 02.12.2018, 15:18
2. Vielen Dank, Herr Stöcker.

Darf ich auf den Sam Harris-Zug aufspringen? Nicht nur ist die Meditations-App großartig; auch die Podcasts, die von freiwilligen Beiträgen leben, sind ein Beispiel von slow news in einer zunehmend McDonaldiserten Medienwelt. Und - sofern man das Englische versteht - ein Zeugnis dafür, dass es mittlerweile auch eine digitale Bewegung gibt, deren Anhänger sich die Zeit nehmen, komplizierte Inhalte eingehend, in der Sache kontrovers, im Umgang respektvoll miteinander abzuhandeln. Mögen Sie nicht so etwas Ähnliches in Deutsch starten?

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Notenleser 02.12.2018, 15:18
3. Auch Sie entkommen dem Paradox der Instrumentalisierung nicht

Sobald wir Mindfulness benutzen, um ein Ziel zu erreichen, ist die Wirkung des Wundermittels schon im Eimer. Ich kenne ehrlich gesagt keinen Beschreibung des an und für sich sinnvoll und einfach ERSCHEINENDEN Vorgangs der Mindfulness-Übung, der nicht doch wieder auf eine Instrumentalisierung hinausläuft, sei es "Erleuchtung" oder auch "Selbstverteidgung gegen Aufmerksamkeitsklau". WOFÜR brauchen wir das denn so dringend? Um irgendwas anderes besser zu können - ergo Selbstoptimierung, und damit sind wir in eben der Mühle drin, der wir doch angeblich entkommen wollten. Das Verlangen und Streben nach Optimierung ist der Hook, an dem die Cleverles aus Silicon Mountain oder woher auch immer uns an der Nase durch die Arena führen.

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schrumpel500 02.12.2018, 15:29
4. Endlich

steht so etwas in einem großen Journal. Ich stimme voll zu und würde es noch erweitern: Vielleicht sollten die Kinder schon im Kindergarten Meditation erlernen - bevor sie das erste Mal ein Smartphone in der Hand halten. Es geht ja nicht nur um Suchtabwehr bei Smartphones, sondern auch um eine bessere Wahrnehmung des Selbst und anderer Personen. Wenn wir uns besser kennen, haben wir weniger Missverständnisse in der Kommunikation, weniger Streit und sind wahrscheinlich weniger übergewichtig, haben weniger Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen, saufen weniger, koksen weniger...

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kaiosid 02.12.2018, 15:53
5. MIndfulness

Das Ziel ist es zu beobachten, wie der Geist umherspringt, von einem Objekt (Gedanke, der Gefühle auslöst und ein sich selbst verstärkendes System bildet) zum nächsten; ohne Sinn und Verstand.
Über den Irrsinn, den man ansonsten ach so ernst nimmt kann man dann mal herzlich lachen. Wir haben echt die Kotrolle über unser Leben verloren; nicht nur dann, wenn wir im Jogginanzug vor die Tür gehen ;)
WOFÜR braucht man das?
Um zu erkennen, dass das Leben einfach nicht grundsätzlich steuerbar ist - es sein denn man redet sich das ein; das nennt sich dann Verblendung und ist die Wurzel allen Übels (oder des "Leidens" wie man im Buddhismus sagt)
Dieser ganze Selbstoptimierungswahnisnn beruht also auf der irrigen Annahme, dass das was man denkt irgendwas mit einem vorhandenen Ich zu tun hat. Hat es nicht.

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vt@bamiyan.de 02.12.2018, 16:12
6.

menthal oder mental im Englischen ??? menthal habe ich nicht finden können ...

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bikosaurus 02.12.2018, 16:15
7. Wirklich Selbstoptimierungswahn?

Von Selbstoptimierungswahn halte ich auch nichts - kann in Achtsamkeitsübungen aber nicht dergleichen erkennen. Schön ist, wenn man mit einfachen Mitteln tut, was gut für einen ist. Genau wie essen, wenn man dabei auf den Körper hört. Schade, wenn jemand so etwas einfach kritisiert - vielleicht nur um etwas zu kritisieren oder weil man sich mit einem schlechten Gewissen ertappt, wenn andere Leute was Gutes für sich tun. Benennen Sie es nicht gleich Selbstoptimierungswahn, bleiben Sie ohne schlechtes Gewissen bei dem , was Sie für sich selbst mögen - und wenn dies das gleichzeitige Bedienen von PC, Tablet und Smartphone ist - ist es auch gut!!

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ginorossi 02.12.2018, 16:46
8. Vorsicht!

Die "Mindfulness" (was'n besch ... Wort...) ist bei ständiger Anwendung mindestens so schädlich wie die uns eigene Ablenkbarkeit. Die Umwelt permanent wahrzunehmen und u. U. schnell auf Veränderungen zu reagieren, war in der Menschheitsgeschichte eine unschätzbare Fähigkeit. Jeder sollte versuchen, diese Fähigkeit den aktuellen Herausforderungen anzupassen. Dazu eine wichtige Erleichterung: die zweifellos positiven Wirkungen angewandter Meditationstechniken treten nicht erst ein, wenn es gelingt, 30 Atemzüge nur ans Atmen zu denken. Das schafft praktisch niemand. Wichtig ist allein, genau diesen Versuch (oder etwas ähnliches, zB an gar nichts zu denken) regelmäßig konzentriert und ernsthaft zu üben. Deshalb muß man nämlich nicht die Flinte ins Korn werfen, wenn man nach sechs Monaten sich noch immer dabei erwischt, an das Abendessen zu denken. Einfach registrieren und dann weiter auf den Atem konzentrieren. Wirkt!

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Thomas Metzinger 02.12.2018, 17:04
9. Und hier ist der Film zum Artikel:

http://www.realfictionfilme.de/filme/das-stille-leuchten/index.php?id=130

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