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DNS-Untersuchung: Berühmter Wikinger-Krieger war eine Frau
DPA

Bärtige, böse, behelmte Berserker: Wikinger werden gemeinhin als brutale Machos dargestellt. Falsch, zeigt ein überraschender Fund: Frauen kämpften kräftig mit - zuweilen als hochrangige Heerführerin.

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Stäffelesrutscher 10.09.2017, 22:13
1.

Das wussten wahre Experten schon lange: Volle Granate, Renate, Renate, Renate, ...

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az26 10.09.2017, 22:32
2. Jetzt wirds knifflig ...

Ist das jetzt der Beweis, dass Frauen auch genauso hart wir Männer sein können, oder passt das nicht so richtig ins feministische Konzept, dass Frauen eigentlich von der Venus stammen und keineswegs brutal sein dürften? Da werden uns führende Feministen und Frau Schwarzer noch einiges erklären müssen.

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willibaldus 10.09.2017, 22:54
3.

Das ist neu für mich. Interessant.

Ich kannte das nur von einigen Indianerstämmen. Die hatten eine ziemlich strenge Arbeitsteilung in Krieger und Haus und Feldarbeit aber nicht soo strenge Trennung in Geschlechterrollen. ZB war bei den Crow (yellowstone bis Mississipi) im 19 Jahrhundert eine Frau als Heerführerin bekannt und die Nummer 3 von insgesamt etwa 160 Häuptlingen bzw Sippenvorständen. Zu einer Kriegerin gehörte natürlich auch ein Haushalt und in diesem Fall mehrere Ehefrauen. Es gab auch seltenerweise einige Männer in der Funktion der Haus und Feldarbeit mit manchmal zusätzlicher Funktion als Seher, spiritueller Führer etc. Dabei hoch angesehen.
Es sind noch einige weitere Frauen in hohen Stellungen bekannt als Königin, Krieger, Heerführer oder Schamane. Oft wurden zu Verhandlungen mit Weissen Männer vorgeschickt, weil die keine Frauen akzeptierten, die mussten sich dann aber eventuell das placet bei der Hohen Frau abholen, weil sie sozusagen kein Prokura hatten. Da ist der Dokumentation seinerzeit wohl einiges durch die Lappen gegangen.

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Criticz 11.09.2017, 23:02
4. Endlich kommt es ans Tageslicht....

auch Frauen zogen in andere Länder und haben dort geraubt, getötet und geplündert.

Die Mär von der Frau als "besserer Mensch" bröckelt..langsam aber sicher.

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wiseacre 11.09.2017, 23:16
5. Gleichberechtigung

Schön, zu wissen, dass die Gleichberechtigung damals schon so weit fortgeschritten war. Ich wusste gar nicht, dass auch Frauen in Walhalla aufgenommen wurden. Immerhin macht der Fund deutlich, dass die Frauen nicht immer nur die Opfer waren sondern mindestens so gewalttätig wie ihre männlichen Kampfgenossen. Und liefert einen weiteren Beleg dafür , dass Rollenbilder vorwiegend kulturell bestimmt sind und nicht biologisch.

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coralie.berger-leroc 11.09.2017, 23:18
6. Die Frage der Effizienz

Scheint mir logisch: da die Menschen seinerzeit auf jede Kraft angewiesen waren, zog in den Krieg und ging auf die Jagd, wer mobil war, sprich: alle Gesunden und Fitten, egal, ob Mann oder Frau. Und wer gerade verletzt, wegen Krankheit/Alter oder fortgeschrittener Schwangerschaft nicht fit war, hütete das Heim und sammelte Pflanzen, egal, ob Mann oder Frau. Übrigens hat ein intelligenter Mann - ich glaube, es war Claude Chabrol - mal gesagt, der Homo Sapiens habe keine Geschichte. Er habe nur Historie, also das, was Historiker für überliefernswert halten. Schon deswegen brauchen wir gerade auch in der Wissenschaft Diversity.

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upalatus 11.09.2017, 23:31
7.

Aber hat die Dame auch real mitgekriegert, mit allem drum und dran? Die Stellung der (freien) Frau bei den Buchtbewohnern/Seefahrern war recht abgesichert und solide, sogar als Nebenfrau. Einen gefährlichen Nebenerwerb hätts da wohl nicht gebraucht. Man könnte daher bei den klassifizierenden Grabbeigaben doch auch an eine Art nachträglicher Erhebung in einen geachteten Stand denken, einer Gleichwertigkeit zum vielleicht schon verstorbenen Mann. Oder die Frau hat ihre zahlreichen, gewaltsam umgekommenen Männer unersättlich auf Beutezug getrieben (ein güldener Becher mehr aufm Kaminsims..), und weil sie so ein Fan war dieser günstigen Beschaffungsart, hat sie sich mit deren Werkzeugen und Insignien eingraben lassen. Nach der Wiedergeburt ginge es dann damit in Eigenregie weiter, denn wieder ein paar Doofe zu finden, die ihr die Kastanien aus dem Feuer heimholen, war sicher nicht sicher.

Oder sie war einfach hässlich wie die Nacht, der wohl hohen Stellung des Clanvaters wegen aber wohlhabend. Was sollte man schon sonst im heiratsfähigen Alter von 11 bis 16 tun, wenn selbst wegen der Kohle keiner bei Daddy um die Hand anklopft, als sich ein paar Mal im Jahr den wilden enthemmten Beutezügen der ebenso wilden Jungmännerschar anzuschließen. Besser wie gar nichts allemal.

Und ich lass mich mal mit meinem dottergelben Zivilschutzhelm (CH) eingraben. In tausendfunfhundert Jahren wieder ausgegraben, wird man mich damit, zusammen mit meinem Eierkopf und zwei Stahleierfragmenten, als einen der teuflischen Lobbyisten (hier: der Eierindustrie) des 21. Jahrhunderts identifizieren.

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Wanax 11.09.2017, 23:46
8. Gewalttätige PlünderINNEN ?

Soso, also ein weiterer Hinweis darauf dass auch Frauen als gewalttätige PlünderINNEN und MörderINNEN in Erscheinung tretten können? Ob diese Erkenntnis so jedem/er heutzutage schmeckt?

Auf der anderen Seite: die Indizien darauf, dass eben auch Frauen (blutrünstige) KriegerINNEN sein können bzw. eine Handvoll davon (nach den archäologischen Indizien) waren, ändert trotzdem nicht viel an dem Bild, dass auch die bei den Wikingern das martialische Gewerbe in der überwaltigenden Mehrheit Sache der Männer war.

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erichb. 11.09.2017, 23:58
9. Hosenrolle

Es stellt sich die Frage, zu welchem Zeitpunkt in ihrem Leben ihren Mitstreitern überhaupt klar wurde, dass sie eine Frau war.
Es gibt etliche Beispiele im Mittelalter, in denen sich Frauen als Männer ausgaben und ein männliches Leben führten.
Hätte die kriegerische Wikinger-Gesellschft tatsächlich Frauen als Krieger geachtet, hätte man eigentlich auch auf Weiblichkeit würdigende Grabbeigaben stoßen müssen.

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