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Einweg gegen Mehrweg: Sind wir nicht alle ein bisschen öko?
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Früher galt Mehrweg als gut und Einweg als schlecht. Heute weiß niemand mehr genau, welche Flasche wie ökologisch ist. Für Verbraucher ist das schwierig.

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shardan 01.05.2018, 12:08
1. "Wenn sich alle finanziell und mit Ihren Daten beteiligen"

So sieht also nach Schmitt von der IK eine "unabhängige" Ökobilanz aus. Nur mit finanzieller Beteiligung der Unternehmen. Wie ernst kann man so einen Herrn und so eine Untersuchung dann wohl nehmen? Wenn die Unternehmen de facto die Untersuchung bezahlen, sind die Ergebnisse vorher klar: Alle sind ganz öko, das dient der Werbung. Dass das UBA sich nicht zuständig fühlt, ist ebenso symptomatisch wie zu erwarten. Sobald es um die Interessen der Konzerne geht, schaut das UBA solange wie irgend möglich weg.

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stefanmargraf 01.05.2018, 13:03
2. Pfand-Trittin hat das Ökosystem zerschossen

Auch die Wirtschaft ist ein Ökosystem, welches sich durch viele Einflüsse selbst reguliert. Der überzogene Pfand der umerziehenden Grünen hat nicht nur nicht funktioniert, sondern zusätzlich Umweltbelastung gebracht. Riesige Mengen von Plastikflaschen (also vorwiegend Luft) wird in Deutschland umhergefahren und die Pfandautomaten-Infrastruktur und die Verrechnungen untereinander ist auch enorm aufwendig. Lukrativ ist jedoch für die Händler der Pfandausfall, d.h. der Pfand von nicht zurückgebrachten Flaschen können sie als Extra-Gewinn einstecken. Deshalb haben sie kein Interesse an Mehrwegsystemen. Dadurch ist ein natürliches Regulativ des Wirtschaftsökosystems gestört worden, so als ob jemand in New Zealand die Katze einführt.

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Fred the Frog 01.05.2018, 13:39
3. Einseitige Betrachtung

Der Artikel widmet sich nur der Hersteller- und Vertreiberseite. Aber auch für den Verbraucher geht es Vor- und Nachteile.
-Flaschen aus Glas sind schwer und eignen sich weniger für den täglichen (?) Einkauf im Laden um die Ecke. Also Einkauf am Wochenende mit dem Auto zum Supermarkt mit den Sonderangeboten, denn der Sprit muss ja auch refinanziert werden.
-Viele Verbraucher sind sich der verschiedenen Pfandwerte durchaus bewußt. So wird das Bier und der Sprudel mit dem niedrigeren Mehrwegpfand zum Baggersee mitgenommen und abends liegen gelassen, denn wer schleppt sich noch für 8 Cent mit den Flaschen ab. Gibt es Zahlen über einen erhöhten Flaschenschwund seit dem Mehrwegpfand?
-Durch das Pfand ist es zumindest in Städten Mode geworden, die leeren Flaschen und Büchsen als Spende den Sammlern zu überlassen. Das führt entweder zu einem entwürdigenden Wühlen im Müll mit allen gesundheitlichen Gefahren oder zu einer besonderen Mentalität fürs Wegwerfen an jedem Ort, weil es ja die Sammler gibt. Leider greift das allmählich auch auf alle anderen -pfandfreien- Getränkebehälter über. Die sammelt natürlich keiner einer, allenfalls ein paar Radfahrer die Scherben.
Leider fällt mir auch keine Lösung ein.

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Referendumm 01.05.2018, 13:41
4. Ökologie-Studie eines Herstellers von Mineralwasser

Ökologie-Studie eines Herstellers von Mineralwasser - Ergebnis:

Das Schlechteste ever sind Glas-Mehrwegflaschen (Glasherstellung, ständiger Transport, Flaschenreinigung, mäßiges Recycling defekter Glasflaschen ***). Das Beste sind Kunststoffflaschen, die mit Pfand belegt sind und beim Supermarkt zerdrückt oder zerschreddert werden (nur Einweg-Transporte; keine umweltverseuchende Reinigung nötig, gutes Recycling etc.).

Kunststoffflaschen im "Mehrwegverfahren" (die werden beim Abfüller eh geshreddert und NICHT gereinigt) ist ganz nett, aber auch nicht so prickelnd wg. Rücktransport. Die ewige Kastenhandhabung ist auch schlecht.

Einweg ist auch schlecht (allerdings besser als Mehrwert !), da eben Abfall und ggf. unkontrollierte Entsorgung der Endverbraucher stattfindet.

Ehrlich gesagt, leuchtet mir das alles völlig ein und ich weiß noch weniger, warum das nicht endlich einmal klar und deutlich so gesagt wird. Warum man die 500hundetste Studie dazu machen will, entzieht sich meiner Erkenntnis; ev. reine Geldschneiderei.

Ja, mir liegt die umfangreiche Studie vor und ich habe sie komplett gelesen.

*** Interessant ist dabei auch, dass der volkswirtschaftliche Schaden durch Bandscheibenvorfälle, Leistenbrüche etc. und damit krankheitsbedingter Arbeitsausfall, Operationskosten etc. NIE in solche Studien eingehen. Warum wohl? Das ständige Schleppen und Handhaben schwerer Glas-Mehrwegflaschen in Kästen stellt nämlich ein Risiko für die Gesundheit dar. Mag sein, dass man nicht jede Flüssigkeit in Kunststoffflaschen wg. Geschmack abfüllen kann. Bier und selbst Wein gehören definitiv NICHT dazu. Wir trinken das tschechische Bier in den 1,5 oder 2 Liter-
Kunststoffflaschen sehr, sehr gerne. Die Brühe der großen dt. Bierhersteller ist dagegen mittlerweile ungenießbar geworden. Warum, wieso weshalb, gabs mal im TV zu sehen; aber ein anderes Thema.

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friederike_j 01.05.2018, 13:55
5. Trittin hat das nur einführen müssen, ausgedacht hat sich das Merkel

Schade daß auch dieser Artikel direkt am Anfang wieder diejenigen bedient die seit Jahren die falschen für das Einwegpfandsystem verantwortlich machen. Sieht man ja bereits in einem anderen Kommentar.

Ausgedacht und in Gesetzesform gebracht und später noch einmal bestätigt hat das die CDU unter Umweltministerin Merkel! In Trittins Zeit ist nur die Pfandquote so weit gesunken daß die bereits zuvor im Gesetz verankerte Einführung des Einwegspfands dann auch eingeführt werden mußte. Wenn überhaupt ist also der einzige Vorwurf daß man das nicht vorher noch abgeschafft hat, als man dann an der Regierung war. Ob man das überhaupt hinbekommen hätte ist fraglich.

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Referendumm 01.05.2018, 13:57
6. Dosen

Ökologisch ebenso gut sind übrigens Pfand-Blechdosen, da hier ebenfalls eine Einwegrichtung stattfindet; diese sich zerdrücken und gut recyclieren lassen.

Warum wurden die Dosen denn vom damaligen Bundesumweltminister Trittin so verteufelt?

Nun, die Erklärung ist ganz einfach. Der damalig größte Bierhersteller Deutschlands, die Krombacher-Brauereiengruppe hatte damals zusammen mit der Deutschen Umwelthilfe (ja, ja, die berühmt berüchtigte DUH, die nun in Sachen Abgasskandal unterwegs ist) den Jürgen Trittin als damaligen Bundesumweltminister überzeugt, das Dosenpfand einzuführen. Die Krombacher-Brauerei (damals Deutschlands größte Brauereigruppe - nach Umsatz, nicht Bierausstoß) versuchte mittels diesem Dosenpfand die ganz großen ausländischen Brauereien (Anheuser-Busch, Inbev, SAB-Miller, Interbrew etc.) vom Deutschen Markt abzuhalten. Von wegen Umweltschutz gegen die ollen Blechdosen und für Glas-Mehrweg - das glauben doch nur Naivlinge bzw. ganz dumme Menschen. Resultat: Die ganz großen ausländischen Brauereien kauften daraufhin Becks-Bier sowie andere Deutsche Brauereien und machten daraus dann ne eklige Brühe. Den dt. Markt rollten die also damit auf, indem sie Deutsche Brauereien aufkauften. Tja, Pech gehabt, liebe Krombacher ...

Selbstverständlich hatte die DUH dafür viel Geld bekommen. So etwas gibt der nette Jürgen Resch ja stets unumwunden und freimütig zu; der ist schon ne ehrlich Haut.

Ganz nettes Foto zum Thema: https://www.presseportal.de/pm/42000/555656

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Referendumm 01.05.2018, 14:04
7.

Zitat von Fred the Frog
Die sammelt natürlich keiner einer, allenfalls ein paar Radfahrer die Scherben. Leider fällt mir auch keine Lösung ein.
Der absolute Knaller des ganzen Pfandblödsinns: Da Glasflaschen als Pfand weitaus günstiger sind als z.B. Plastikflaschen, gehen viele Menschen auf Großveranstaltungen hin (leider) und kaufen Glas-Mehrweg, um es dann einfach liegenzulassen, oder, was noch schlimmer ist, zu zerdeppern.

Resultat, z.B. beim Kölner Karneval oft zu sehen: Massig Glassplitter auf den Straßen - Gefahr für die Menschen dort und vor allem auch für die Pferde des Karnevalzuges.

"Leider fällt mir auch keine Lösung ein." - Dann lesen Sie meine 2 Beiträge.

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Referendumm 01.05.2018, 15:28
8. Verzerrte und absolut falsche Annahmen

Zitat von friederike_j
Trittin hat das nur einführen müssen, ausgedacht hat sich das Merkel Schade daß auch dieser Artikel direkt am Anfang wieder diejenigen bedient die seit Jahren die falschen für das Einwegpfandsystem verantwortlich machen. Sieht man ja bereits in einem anderen Kommentar. Ausgedacht und in Gesetzesform gebracht und später noch einmal bestätigt hat das die CDU unter Umweltministerin Merkel!
Sie sollten sich bitte über Politik im allgemeinen und über das Dosenpfand im speziellen näher informieren!

Das, was Sie geschrieben hatten, stimmt vorne und hinten nicht!

Pkt 1: Was bitteschön hat Merkel damit zu tun? Weil sie zwischen 1994–1998 mal Bundesumweltministerin war? Merkel hat noch nie etwas groß durchgesetzt; das ist hinlänglich bekannt.
Es war Merkels Vorgänger Bundesumweltminister Klaus Töpfer, der diese Sache einmal gesetzlich verankert hatte. Allerdings, und das wird regelmäßig von den Öko-/Dosen-Fans negiert, hat und wollte er diese damaligen "Pfandgesetze" nur als Drohgebärde vs. der Industrie einsetzen. Nach dem Motto: Entweder ihr macht dieses oder jenes freiwillig, oder wir gießen es in ein Gesetz und setzen es so um.

Töpfer schein ein guter Schachspieler zu sein, denn beim Schachspiel ist die Drohung meistens sehr viel mächtiger, als ihr Vollzug.

Pkt 2: Jürgen Trittin war Bundesumweltminister von 1998 bis 2005 und damit - übrigens VOR Merkel als Bundeskanzlerin (seit 2005).

Warum das Dosenpfand eingeführt wurde - und das ist nämlich der wahre Gurnd - habe ich vorhin beschrieben.

Tj, das sind eben die Tatsachen (lässt sich alles im Netz bestens und eindeutig recherchieren, aber die Wahheit ist eben nicht jedermanns / -frau Sache). Allles andere ist kalter, abgestandener Kaffee.

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jacktrevor 01.05.2018, 17:31
9. Frueher

Gabs ne Kiste Bier, 0.5l Flaschen, Glas,20 Flaschen fuer 5.60E+ Pfand. Heute gibts das viel teurer in Plastikflaschen. Irgendwie sind die Preise dort ausser Kontrolle geraten und der ganze Plastikpfandmist. Das Bier schmeckte auch besser und nicht nach Plastik.

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