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Erziehung: Lasst eure Kinder frei!
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Die Hälfte der deutschen Kinder ist noch nie auf einen Baum geklettert, und der "Economist" fordert kürzere Sommerferien. Da gibt es einen Zusammenhang.

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eliaskg 19.08.2018, 08:32
1. Danke.

Wo darf ich unterschreiben?
Bin selbst Papa von 2 Kita-Kindern.
Und gebe zu, dass es einfacher ist zu behüten und zu vermeiden als loszulassen.
Beim klettern auf Bäume (in unserem Garten) gibt's allerdings eine Regel: angezogen, T-Shirt, Hose, mindestens Sandalen. :-)

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awes 19.08.2018, 08:33
2. Kindheitserinnerungen

.... die allerschönsten sind die, in denen ich mit meinen Freunden durch unser Viertel und die Natur gestreift bin. In den Sommerferien lautete die einzige Regel meiner Eltern, wenn die Straßenlaternen angehen, kommst du nach Hause.
Heute bin ich 52 J und in der Natur zu sein ist neben Freunden meine wichtigste Ressource. Ich war als Frau alleine 3 Wochen wandern in Ungarn. Diese Unerschrockenheit verdanke ich meinen Eltern.

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thefishtf 19.08.2018, 08:33
3. Ursache

Ich bin ganz der Meinung des Autors, dass sich die heutige Vorsicht nicht lohnt. Aber wie ist der Rückgang an Unfällen zu erklären, wenn nicht durch Vorsicht? Fette SUVs schützen eher die Insassen, als das Kind auf dem Schulweg.

Ich hoffe auch, dass andere Faktoren eine wichtigere Rolle spielen, aber welche das genau sind wäre mal interessant zu beleuchten.

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joe_ann 19.08.2018, 08:34
4. Trifft den Nagel auf den Kopf

Sehr guter Artikel. Viele befreundete Eltern umschwirren ihre Kinder wie eine Wespe ein Honig-Brötchen im Spätsommer. Wir sagen so oft ''lasst sie doch einfach mal machen''. Oft erreicht man damit auch das Gegenteil- ein Kleinkind von Freunden ist wahrscheinlich noch nie hingefallen, zumindest so,dass es geschmerzt hätte, weil immer Mama oder Papa als Sicherheitsnetz fungiert. Und ich habe noch nie ein Kind derart respektlos auf Treppen zu stürzen sehen.

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soerenschein 19.08.2018, 08:35
5. Angst vor sozialem Druck

Der soziale Druck, der auf Eltern liegt, ist riesig. Kinder sind keine Maschinen und nicht jedes Verhalten ist zu 100% kontrollierbar, also greift man erzieherisch ein, sobald eine Verhaltensweise nicht angemessen ist (z. B. Ermahnen im Restaurant usw.)
Ich habe zwei Erfahrungen gemacht: benimmt sich das eigene Kind daneben und man erhebt ein wenig die Stimme und greift ein, so mischen sich andere Leute gerne ein, weil sie das Eingreifen als zu streng empfinden. Ist man in den Augen anderer Menschen zu nachsichtig und lässt das Kind einfach mal Kind sein, bekommt man ebenfalls den sozialen Druck seiner Mitmenschen zu spüren.
Ebenso verhält es sich mit der Freiheit, die man Kindern gewährt oder eben nicht. Egal, was man macht, als Elternteil ist man in der Deutschen Gesellschaft der Schuldige. Das führt zur Vermeidung sozialer Situationen und zur verstärkten Kontrolle der eigenen Kinder. Übt weniger Druck auf uns Eltern aus und wir können endlich wieder loslassen!

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erichb. 19.08.2018, 08:35
6. Naja

es gibt weniger Unfälle und Straftaten mit Kindern in einer Zeit, in der Eltern besser auf sie aufpassen. Insofern kommt der Appell, sie wieder (in die Umstände der alten Statistik) "frei" zu lassen etwas merkwürdig daher. Ein bisschen Augenmaß ist immer der beste Weg - auf dem Helikopterlandeplatz.

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Buggybear 19.08.2018, 08:36
7. Ist das der Punkt?

Meine Vorteenager-Tochter weigert sich beharrlich, zu ihrer BFF die 800m mit dem Fahrrad zu fahren. Bei einem Versuch mit dem Roller ist sie kürzlich gestürzt, seitdem will sie nur noch mit dem Auto gefahren werden. Das ist nur eines der Beispiele. Meine Tochter schätzt das Tablet wohl mehr, als ihre Freiheit. Ich bleibe dran, aber es ist schwierig.

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frankfurtbeat 19.08.2018, 08:38
8. angesichts ...

angesichts der in Deutschland verbreiteten "Angstmache" welche teilweise auch durch Vorschriften, Empfehlungen der Politik geschürt wird braucht es einen nicht zu wundern das die Zahl der Helikoptereltern weiter zunimmt. Aussagen bzw. elterliche Ansagen wie "setzt Du Deinen Fahrradhelm auf" bis hin zu "pass auf - lass das" oder "ihr geht mir nicht wieder in den Wald" zeigen die gedachten täglichen Gefahren auf welche tatsächlich lediglich im Kopf der Eltern lauern. Bloß nicht dreckig machen, Achtung Zecke etc. verwandelt unsere Kinder in digitale Monster da sie zuhause am PC, smartphone oder Tablet ihre Phantasien ausleben müssen. Bestes Beispiel die Nachbarn nebenan: zwei Kinder 8+9 Jahre, großes Gartengrundstück aber Maximal 30 min - 1 Stunde sind die Kinder vor der Türe auf den sauberen Betonsteinen am Spielen. Der Rest des Tages wird inhouse mit Lernen oder TV bzw. digitaler Welt verbracht. Die Kinder sind käseweis und ängstlicher Natur ... was soll daraus werden?

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Sonia 19.08.2018, 08:40
9. Toller Artikel

Kindern wird auch aufgrund dieser Form des Freiheitsentzugs gar nicht mehr beigebracht, worauf sie zu achten haben, wie sie Gefahren aus dem Weg gehen. Heute werden Märchen "entkernt", zu viel Gewakt und Grausamkeiten. Aber diese klassischen Märchen vermittelten: Geh nie vom Weg ab, lass dich mit nichts verfūhren, beurteile nicht nach Äußerlichkeiten, traue Fremden nicht etc. Es funktionierte, es gab Freiheit, ja auch die zum Blödsinn und dreckig machen, sich ausprobieren, erkunden. 12-jähr8ige, die nicht wissen, wie geht die Tür einer Straßenbahn auf, woher weiß der Fahrer, wann ich aussteigen muss, mit 14 noch nie allein im Supermarkt eingekauft - wir mit 6. Mehr solcher Artikel für die Freiheit der Kinder.

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