Forum: Wissenschaft
Expedition ÜberMorgen: Die Bio-Industrie
Nicolò Minerbi / LUZphoto

Der Ruf von Biolebensmitteln ist ramponiert. Der neue Trend: regional. Aber ist das nachhaltiger?

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deegeecee 18.03.2016, 23:12
10.

Zitat von Spiegelleserin57
und habe nun verglichen mit Discountern. Die Qualität ist vom Biohof erheblich besser...
Das hat doch nichts mit Bio zu tun. Den Unterschied zwischen Discounter und Bauer oder eigenem Garten merken Sie genauso bei konventioneller Kultur. Meiner Erfahrung nach werden da auch bei Obst und Gemüse die mit Abstand besseren Resultate erzielt - ganz eklatant z. B. bei Paprika. Machen Sie sich da bitte nichts vor!

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ElkeOspert 18.03.2016, 20:01
11.

Zitat von cave68
der Bericht sagt es ja eigentlich selbst:Je mehr Bio auf den Markt kommt desto schwieriger wird es lückenlos zu kontrollieren...und da Aldi und co. die Preise ins Bodenlose drücken sind sie die Hauptverantwortlichen dafür,dass Bio mittlerweile zur Massenware verkommt...
Es ist schon interessant - einerseits plädieren die "Bio"-Anhänger für immer mehr "Bio" - aber andererseits sollte die "Masse" dann doch nicht das gleiche "Bio" bekommen - denn sonst würde man ja selbst sozusagen "Massenware" konsumieren.

Schön zu beobachten:

Seit es Bio beim Discounter gibt ist taugt "Bio" alleine halt nicht mehr so recht um sich von der "Masse" abzuheben.

Dazu muß es dann z.B. Demeter sein - wobei die Wenigsten wissen dass deren Vorstellungen von "Bio" auf den abstrusen Ideen des Esoterikers Rudolf Steiner basieren, die nichts mit Ökologie aber viel mit einer Sekte zu tun haben.

Da werden in magischen Ritualen Hörner von Kühen eingegraben und wieder ausgebuddelt, der Einfluß der Planeten/Tierkreiszeichen auf die Pflanzen "erforscht" und man testet auch allen Ernstes ob "Eurythmie" (bei den Waldorfschülern bekannt vom "Namen tanzen" ) wundersamerweise auf das Saatgut wirkt.

Um ökologische Fragen geht es nur noch am Rande - stattdessen mehr um den Verkauf bestimmter romantischer Klischeevorstellungen, die der Stadtbewohner über das frühere bäuerliche Leben so hat...

Verdrängt wird dabei, dass es in der "guten alten Zeit" wo alles "Bio" war weil es weder Kunstdünger noch Pestizide (wobei Pestizide die im Bio-Anbau verwendet werden auffälligerweise von den "Bios" stets als Pflanzenschutzmittel bezeichnet werden) gab trotz der Tatsache dass der größte Teil der Bevölkerung (über 80%) in der Landwirtschaft tätig war und die Bevölkerungsdichte deutlich niedriger lag es in schöner Regelmässigkeit zu Hungersnöten gekommen ist.

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günter1934 18.03.2016, 20:33
12. Bio - Qualität

Bei mir ist das Wort "Bio" durch das Wort "Qualität" ersetzt.
Wer Qualität nicht erkennen kann und deshalb Bio kauft, weil er meint, dass das besser ist, ist selbst dran schuld und zahlt die höheren Preise.
Wer Bio kauft, weil er meint, das hätte mit Chemie nichts zu tun, muss sich darüber im Klaren sein, dass das Spritzen mit Kupfervitriol im Biolandbau durchaus erlaubt ist.
Guten Appetit!

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ANDIEFUZZICH 19.03.2016, 23:48
13. Qualitätsprodukte

Zitat von günter1934
Bei mir ist das Wort "Bio" durch das Wort "Qualität" ersetzt. Wer Qualität nicht erkennen kann und deshalb Bio kauft, weil er meint, dass das besser ist, ist selbst dran schuld und zahlt die höheren Preise. Wer Bio kauft, weil er meint, das hätte mit Chemie nichts zu tun, muss sich darüber im Klaren sein, dass das Spritzen mit Kupfervitriol im Biolandbau durchaus erlaubt ist. Guten Appetit!
Nur Leute mit viel Geld können es sich heutezutage leisten, Qualitätsprodukte zu kaufen.
Aber selbst ein VW ist mitterweile kein Qualitätsprodukt mehr, sondern ein Qualitätsmärchen.
Jeder alte Käfer war da besser.
Damals wurden wir ja als Biospinner gebrandmarkt, aber die Produkte waren noch 1A.
Jetzt sind sie höchstens noch 3C, und selbst Discounter werben mit dubiosen Biosiegeln.
Es ist ganz offensichtlich, dass das nichts mehr mit einstiger Qualität zu tun hat, sondern nur noch mit Gewinnmaximierung.
Der ganze Gedanke wurde einfach pervetiert, darauf ist die Industriewerbeindustrie wohl besonders stolz, dass sie es geschafft hat, die gutmeinenden Bürger hinter die Fichte zu führen.

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kratzdistel 19.03.2016, 16:48
14. etwas ganz neues zur biomilch

nach eine Pressemeldung des bundesamtes für Verbraucherschutz BVL vom 17. 3. 16 wurde festgerstellt, dasss in rohmilchproben aus ökologischen milchrinderbetrieben zoonosenerreger und insbesondere multiresistente MRSA-keime seltener auftraten als in proben aus konventionellen. mögliche Ursache könnten unterschiede in der wirtschaftsweise bei konventionell oder ökologisch gehaltenen Milchkühen sein.
übrigens von der zellstruktur ist biofleisch auch besser und nicht so wässrig, da freigehaltenen viehcher mehr auslauf und somit muskeltrainig haben. das beste büdner Trockenfleisch wird von den "Bergsteiger kühen" hergestellt .neuerdings wird vermehrt vor allem aus österreich käse aus heumilch als qualitätsmarke vertrieben. also von almkühen die kein silagefutter sondern wenn sie nicht weiden nur mit heu mit den Kräutern der bergwiesen gefüttert werden. nicht zu verwechseln mit heukäsedessen rinde mit almkräutern gewürzt ist.

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günter1934 19.03.2016, 17:09
15.

Was hat den "Bio" mit artgerechter Haltung zu tun.
Null und nix.
Es gibt viele Landwirte, die ihre Feldfrüchte nachhaltig anbauen und ihre Tiere artgerecht halten, ohne sich den Zirkus mit Bio anzutun.
Ich habe noch nie Ihr Bündner Fleisch oder spanischen Patta Negra Schinken mit Bio-Aufdruck gesehen.
Wenn heute das Bordeauxweingut Chateau Mouton-Rothschild auf ihre Etiketten Bio schreiben würde, würde sich die Weinwelt totlachen!

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ANDIEFUZZICH 19.03.2016, 18:05
16. Pata negra

Zitat von günter1934
Was hat den "Bio" mit artgerechter Haltung zu tun. Null und nix. Es gibt viele Landwirte, die ihre Feldfrüchte nachhaltig anbauen und ihre Tiere artgerecht halten, ohne sich den Zirkus mit Bio anzutun. Ich habe noch nie Ihr Bündner Fleisch oder spanischen Patta Negra Schinken mit Bio-Aufdruck gesehen. Wenn heute das Bordeauxweingut Chateau Mouton-Rothschild auf ihre Etiketten Bio schreiben würde, würde sich die Weinwelt totlachen!
Selbst in Spanien kostet das Kilo mitterweile 100 Euro.
Für den billigen jamon serrano werden Schweinestücke aus Polen usw. herangekarrt und ein paar Monate ins Gebirge gehängt, in Industriehallen natürlich.
Beim "original schwarzwälder Schinken" wird es ähnlich laufen.

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kratzdistel 19.03.2016, 18:26
17. so ganz kann nicht beigepflichtet werden

Zitat von ElkeOspert
Es ist schon interessant - einerseits plädieren die "Bio"-Anhänger für immer mehr "Bio" - aber andererseits sollte die "Masse" dann doch nicht das gleiche "Bio" bekommen - denn sonst würde man ja selbst sozusagen "Massenware" konsumieren. Schön zu beobachten: Seit es Bio beim Discounter gibt ist taugt "Bio" alleine halt nicht mehr so recht um sich von der "Masse" abzuheben. Dazu muß es dann z.B. Demeter sein - wobei die Wenigsten wissen dass deren Vorstellungen von "Bio" auf den abstrusen Ideen des Esoterikers Rudolf Steiner basieren, die nichts mit Ökologie aber viel mit einer Sekte zu tun haben. Da werden in magischen Ritualen Hörner von Kühen eingegraben und wieder ausgebuddelt, der Einfluß der Planeten/Tierkreiszeichen auf die Pflanzen "erforscht" und man testet auch allen Ernstes ob "Eurythmie" (bei den Waldorfschülern bekannt vom "Namen tanzen" ) wundersamerweise auf das Saatgut wirkt. Um ökologische Fragen geht es nur noch am Rande - stattdessen mehr um den Verkauf bestimmter romantischer Klischeevorstellungen, die der Stadtbewohner über das frühere bäuerliche Leben so hat... Verdrängt wird dabei, dass es in der "guten alten Zeit" wo alles "Bio" war weil es weder Kunstdünger noch Pestizide (wobei Pestizide die im Bio-Anbau verwendet werden auffälligerweise von den "Bios" stets als Pflanzenschutzmittel bezeichnet werden) gab trotz der Tatsache dass der größte Teil der Bevölkerung (über 80%) in der Landwirtschaft tätig war und die Bevölkerungsdichte deutlich niedriger lag es in schöner Regelmässigkeit zu Hungersnöten gekommen ist.
das muss leider relativiert werden. sie meinen die biodynamische Methode, die der anthroposoph rudolf steiner 1924 den Landwirten zum gedeihen der Landwirtschaft mit hornmist und hornkiesel näher gebracht hat.es ist gärtnern mit der Natur unter Berücksichtigung kosmischer einflüsse und schonung des bodens. darüber mag jeder denken wie er will. nur demeter schadet keinem. die produkte sind qualitativ sehr gut, die böden werden nicht belastet, die kühe haben ihre hörner noch und genießen freien auslauf. . mit dem mist wird gedüngt und das wiederum belebt den boden mit Mikroorganismen. die pflanzen sind meist resistenter und nicht überzüchtet und bedürfen weniger Pflanzenschutz und wenn, dann nur die im demeteranbau zugelassenen mittel. das kann ja nicht schlecht sein.nur die mit dem eu-ökosiegel sind anerkannte biobetriebe, wobei bei demeter und bioland die eigenen anforderungen noch strenger sind.
die Hungersnöte waren meist folge von pilzlichen Erkrankungen der pflanzen und weniger ein düngerproblem. die agrochemie und das wissen um den pflanzanbau wie heute gab es noch nicht.der kohl wuchs nicht bei kohlhernie und die Kartoffelernte wurde vernichtet durch kraut- und knollen fäule, die heute auch der Tod von freilandtomaten ist. auch der bioanbau hat hinzugelernt. wir brauchen beide, die sich wechselseitig ergänzen können.wie naturheilverfahren und
Schulmedizin. von beiden kann profitiert werden.

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women_1900 20.03.2016, 08:04
18. ich kaufe bewusst & gezielt regional

und das Thema Nachhaltigkeit steht bei mir da an letzter Stelle. Mir geht es darum, die Ausbeutung von Menschen und somit auch die Fluchtursachen im Rahmen meiner Möglichkeiten zu bekämpfen. Entweder ich bekomme Tomaten aus der Region und da ist es mir egal, ob die in Treibhäusern gezüchtet wurden oder ich kaufe keine:
"Afrika : Ein Mann pflückt gegen Europa
Wie Tomaten aus der EU afrikanische Bauern zu Flüchtlingen machen. "http://www.zeit.de/2015/51/afrika-eu-handelspolitik-subventionen-armut-flucht

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derhey 20.03.2016, 09:06
19. ÖKO-Bilanz versaut

wenn ich 30 km zum Hofbauer fahre? Sicher, wenn ich nur 1 kg Tomaten kaufe oder die Strecke mit einem SUV zurücklege. Den Einkauf kann man auch mit anderen Unternehmungen verbinden (Kids mal eine Kuh zeigen, woher die Milch kommt) und und...
Faier Preise = gute Löhne ja, beim Hofladen. Teurer ist es auch nicht, wenn ich beim Eingepackten nach zwei Tagen die vergammelte Hälfte wegwerfen muß.

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