Forum: Wissenschaft
Faktencheck: Was bringt teurer Spezial-Sprit wirklich?
OBS/ Shell

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chrismuc2011 13.01.2018, 15:53
1.

Zitat: "Kommt es trotz allem doch zum Klopfen, weil eine unkontrollierte Zündung passiert, schreitet die Klopfregelung des Motors ein. Der Motor zündet den Kraftstoff dann ein bisschen früher, was ihn zwar weniger effizient macht, aber eben das belastende Klopfen reduziert. "
Diese Aussage ist falsch. Um das Klopfen zu verhindern muss die Zündung in Richtung spät verstellt werden.

Andererseits, wenn man höheroktanigen Kraftstoff verwendet, kann man insbesondere bei hohen Drehzahlen die Zündung ein wenig nach früh stellen, was dann höhere Leistung bewirkt. Bei allen Tests, die gemacht wurden, wurde aber der serienmäßige Zündzeitpunkt nicht verändert. Daher hat sich bei der Leistungsausbeute auch wenig oder gar nichts geändert.
Im normalen Auto könnte man auch mit relativ wenig Aufwand eine dünnere Kopfdichtung verwenden, wodurch sich das Kompressionsverhältnis ändern würde und damit sicher auch mehr Leistung rauszuholen wäre.
Auf der anderen Seite wenn man die Oktanzahl von 95 auf 100 erhöht, sollte man keine zu hohen Leistungssprünge erwarten, wenn man nichts am Fahrzeug ändert. In der Formel 1 werden spezielle Spritsorten gefahren, die ca. 5-6 % Leistungszuwachs bringen, also ca. 30PS.

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montecristo 13.01.2018, 15:57
2. Abgase

Mir wurde erzählt das der "Spezialsprit" signifikant! weniger Abgase verursachen würde. Wäre mal interessant gewesen inwiefern dies stimmt und ob dadurch ein Beitrag zur besseren Ökobilanz erreicht werden könnte. Auch dadurch langlebigere Motoren wären von Vorteil. Ob mein Motor 4% mehr Leistung hat, interessiert doch nicht. Merkt man meist doch eh nicht.

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senapis 13.01.2018, 16:03
3.

Die physikalische Motorauslegung (Zylinderdurchmesser, Kolbenhub und Brennraumgröße) ist die grundsätzliche Kenngröße des Motors und im Betrieb nicht veränderbar. Hierdurch ist die Kraftstoffqualität festgelegt.Würde der besprochene Treibstoff tatsächlich eine nennenswerte Leistungssteigerung bewirken, wäre der Motor schlampig konstruiert.

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qoderrat 13.01.2018, 16:10
4.

Zitat von
Kommt es trotz allem doch zum Klopfen, weil eine unkontrollierte Zündung passiert, schreitet die Klopfregelung des Motors ein. Der Motor zündet den Kraftstoff dann ein bisschen früher, was ihn zwar weniger effizient macht, aber eben das belastende Klopfen reduziert.
Ernsthaft jetzt, kann man sich nicht wenigstens ein bisschen informieren, wenn man über ein Thema schreibt von dem man keine Ahnung hat? Wenn der Motor klopft wird Richtung Spätzündung reguliert, und auch die Effizienz ist genau anders herum, Frühzündung ist effizienter in der Verbrennung.

Der ganze Artikel scheint im technischen Teil mehr oder weniger abgeschrieben und aus einer Zeit zu stammen, aus der Sauger noch Standard war und Turbomotoren nur in ein paar Exoten zu finden sind.

Denn heute könnte man diesen Kraftsstoff durchaus besser nutzen, indem man bei besserem Sprit den zulässigen Ladedruck erhöht, dieser ist nämlich im Gegensatz zur Verdichtung durchaus variabel im Rahmen der Leistungsdaten des Laders.

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marthaimschnee 13.01.2018, 16:12
5.

Beim Klopfen wird heute zuerst versucht, das über das Kraftstoff-Luft-Gemisch zu beseitigen, danach über die Ventilverstellung (sofern vorhanden) und erst dann greift man zum letzten Strohhalm und zündet früher, als man eigentlich will, um von der unkontrollierten, wieder zu eine kontrollierten Verbrennung zu kommen.

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helmut.alt 13.01.2018, 16:12
6.

Wenn der Motor mehr leisten soll, dann muss der Treibstoff mehr Energie beinhalten. Erreichbar durch Zusatz von Aromaten wie z. B. Benzol oder Toluol, was aus gesundheitlichen Gründen nur marginal erlaubt ist. Die Zugabe von Alkohol erhöht zwar die Oktanzahl, vermindert aber den Energieinhalt von Benzin und somit die Reichweite des Fahrzeugs. Die "Superkraftstoffe" mit hoher Oktanzahl sind nur bei wenigen Motoren erforderlich und bringen keinesfalls die Leistungssteigerung, die man aufgrund des deutlich höheren Preises erwarten würde.

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curiosus_ 13.01.2018, 16:15
7.

Na ja, Herr Blogger, da...

...sollten Sie noch mal in sich gehen.

Zitat von Haluka Maier-Borst
Bei einer starken Kompression kann sich der Kraftstoff von selbst entzünden, noch bevor die Zündkerze aktiv wird.
In aller Regel entzündet sich der Kraftstoff erst von selbst nachdem "die Zündkerze aktiv" wurde. Und zwar in dem Bereich vor der Flammfront die von der Zündkerze ausgeht und im Brennraum den Bereich mit verbranntem Kraftstoff von dem mit unverbranntem abtrennt. Durch die von der Zündkerze ausgelöste Energiefreisetzung wird nämlich dem unverbrannten Gemisch im Brennraum noch einmal Energie zugeführt die dort zu Vorreaktionen ("cool flames" mit Formaldehyd als Zwischenprodukt) mit nachfolgender Selbstzündung führt.

Dass dem so ist sieht man auch daran, dass als Abhilfe der Zündzeitpunkt ggf. in Richtung spät verschoben wird (Wikipedia).

Das würde rein gar nichts bringen wenn das Klopfen bereits auftreten würde "noch bevor die Zündkerze aktiv wird".

Insofern ist das:

Zitat von Haluka Maier-Borst
Kommt es trotz allem doch zum Klopfen, weil eine unkontrollierte Zündung passiert, schreitet die Klopfregelung des Motors ein. Der Motor zündet den Kraftstoff dann ein bisschen früher, was ihn zwar weniger effizient macht, aber eben das belastende Klopfen reduziert.
falsch. Es erfolgt eben genau keine Frühzündung, sondern es wird nach spät verschoben.

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indiandirk 13.01.2018, 16:16
8. Klopf as klopf can

Mir ist die Spritwerbung stets suspekt. Den Tiger in Tank lasse ich aber gelten. Mein englisches Triumph T150 Motorrad(1972)mit hoher Verdichtung sang mir froh und gut hörbar das Lied vom Klingeltod. Mit 102Oktan Sprit war’s vorbei. Höhere Topspeed und bessere Beschleunigung.

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Erwan 13.01.2018, 16:16
9.

Ist ja klar, daß man die Verdichtung beim Motor erhöhen muss, wenn man mit solchen Treibstoffen mehr Leistung haben will. Es gibt zwar solche Motoren, die sich verstellen lassen, aber die hat ein normales Auto eben nicht. Mit Ethanol könnte man noch mehr verdichten, weil da die Oktanzahl noch höher ist, aber dafür hat Ethanol einen viel zu hohen Flammpunkt, sodaß der Motor bei kalten Temperaturen und selbst bei wärmeren gar nicht mehr anspringt. Den Treibstoff 85 gibt es meines Erachtens aber nicht mehr und der bräuchte auch eine höhere Verdichtung, wenn man das Optimum aus ihm herausholen wollte. Hier hat die Regierung auch wie immer geschlafen.

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