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Fipronil-Angst: Die Geschichte von den Eiern und den Bienen
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Der Ernährungs-Hype der Woche, die Angst vor giftigen Eiern, erscheint stark übertrieben. Viel gefährlicher ist die Chemikalie Fipronil für eine ganz andere Spezies - und damit am Ende auch wieder für uns Menschen.

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melnibone 06.08.2017, 17:05
1. Die Monokultur ...

in fast allen politischen Handlungsweisen.
Wie wir mit unserer Umwelt ... unseren Anbauflächen, unserem Wald, unseren Kulturlandschaften( siehe Heideflächen) unserer Landwirtschaft, unserem Verbraucherverhalten, unseren ´sauberen´ Städten, unseren sauberen Fortbewegungsmitteln ... umgehen möchten: ist mittlerweile in sehr vielen Köpfen der Deutschen, in das jeweils mögliche Handeln umgesetzt worden.
Die Verstrickungen von Politik und Wirtschaft sind aus meiner Sicht die Haupthemnisse für eine sauberere und ökologisch verantwortungsvollere Welt.
Aber wir haben ja eine ehemalige Bundesumweltministerin die als Musterbeispiel für Politkversagen gelten könnte.
Wer wählt denn Das.

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alfredjosef 06.08.2017, 17:22
2. Pflanzenschutz

"Diese Substanzen machen demnach gemeinsam ungefähr ein Drittel des Weltmarktes für Insektizide aus. Es geht um eine Menge Geld."
Es geht vor allem um eine Menge Essen. Insekten sind neben den Unkräutern der Hauptgrund für Ernteverluste. Ohne Pflanzenschutz hätten wir wieder Hungerjahre, in denen die ganze Ernte von Insekten (Heuschrecken oder Kartoffelkäfer etwa) gefressen wird. aj

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permissiveactionlink 06.08.2017, 17:49
3. Vielen herzlichen Dank

für diesen wichtigen Beitrag, auch im Namen unserer Umwelt. Welch erhebliche Gefahren Insektizide und Acarizide der zweiten und dritten Generation für die Ökosysteme darstellen, ist vielen gar nicht bewusst. Während frühere Substanzklassen nicht nur Schädlinge, sondern auch gleich landwirtschaftliche Mitarbeiter extrem schädigten und womöglich töteten ( organische Phosphor- und Phosphonsäureester, Carbamate), z.B. Paraoxon, Systox und verschiedene andere, wirken die neueren Substanzklassen wie Neonikotinoide oder Phenylpyrazole selektiv : für Wirbeltiere stellen diese Substanzklassen kein hohes Risiko dar, ganz einfach weil die Zielproteine dieser Substanzen (Nikotinischer Acetylcholinrezeptor, GABA-Rezeptor) bei Wirbeltieren, also auch uns, gar keine hohe Bindungs- und damit Hemmungsaffinität zu diesen Substanzen besitzen. "Selektiv" sind diese Substanzen also, aber nicht "spezifisch" : Unter sechs und achtbeinigen Arthropoden töten diese Substanzen alles, was nicht umgehend Weltrekorde im Wegfliegen und Wegkrabbeln erstellt. Bei der ersten Generation der Insektizide und Akarizide gab es Substanzen, die durch eine extrem erhöhte Toxizität bei Warmblütern (extrem starke Hemmung der Acetylcholinesterase) auffielen. Sie schieden für den Einsatz in der Landwirtschaft aus, riefen aber andere "Experten" auf den Plan : Militärchemiker. Die dabei entdeckten Substanzen, Sarin, Tabun, Soman und VX füllten im kalten Krieg die Arsenale der Militärs. Man nennt sie Nervengase. Gar nicht so unwahrscheinlich, dass es inzwischen auch chemisch "strukturverfeinerte" Neonikotinoide und Phenylpyrazole gibt, die selektiv, aber Nationenunspezifisch Warmblüter töten. Organismen mit vier anstatt sechs oder acht Extremitäten kommen beim Massenexitus nur später an die Reihe !

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Schämt euch 06.08.2017, 18:53
4. 19 Mrd Eier

Ich glaube nicht, dass in den Köpfen der Verbraucher irgendetwas angekommen ist...
Dass Bayer, BASF und Co nicht den Verbraucherschutz als wesentliches Anliegen im Kopf haben, wissen wir doch schon längst. Das sind ja schließlich dieselben Firmen, die uns schon Heroin, Chemieunfälle, Chlorgas als Kampfstofg uvm. eingebrockt haben.
Aber solange wir meinen in Deutschland knapp 19 Mrd. Eier und 750 Mio. Tiere pro Jahr essen zu müssen, braucht sich kein Verbraucher über Gift in Eiern oder sterbende Bienen aufzuregen. Denn solange wir gut 60% unserer Agrarflächen für die Tierfutterherstellung verbrauchen, können wir uns die Verluste einer Insektizid- und Pestizidfreien Landwirtschaft nicht leisten.
Nur ein Beispiel zum Schluss: für 1kg Rind braucht man c.a. 12kg Soja. Soja hat doppelt so viel Protein (40 vs. 20%) wie Rindfleisch. Wir könnten also 12kg Soja anbauen, 11,5kg (95%) an Schädlinge verlieren und 500g zu Tofu verarbeiten und hätten noch immer den gleichen Nährwert wie bisher auf der gleichen Fläche wie bisher.
Letztendlich hat auch der Verbraucher bei unserem Weg in die Bienenlosigkeit die gleichen Argumente wie bei der Zigarette: Weil's schmeckt!

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sonnemond 06.08.2017, 19:12
5. Mit den Vögeln ist es genauso

Seit 1980 hat der Vogelbestand in Deutschland um etwa 65 Prozent abgenommen. Hauptverursacher: die gnadenlose Landwirtschaft. Insekten sterben und damit die Vögel. Die kleinen Vögel verhungern.
http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2017-03/artenschutz-voegel-zugvoegel-forschung-aussterben-lerchen
Ich danke Ihnen sehr, Herr Stöcker.

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wekru 06.08.2017, 19:34
6. ziemliches Dilemma

In unserem Garten haben wir Äpfel, aber es gibt nicht einen, der nicht von Wespen oder Ohrenkneifern angebohrt wurde und als Nest für den Nachwuchs dient. Oh wundersam wie makellos die Ware im Laden ist, aber leider reagiere ich auf die verwendeten Schutz-Mittel allergisch. Die einzigen Äpfel die ich essen kann sind meistens bewohnt.
Vor drei Monaten machte ich eine Diät mit täglich 6-8 Bio-Eiern. Nach 4 Tagen spürte ich eine allergische Reaktion auf Eier ähnlich wie bei Äpfeln. Für mich völlig unbekannt und unverständlich. Aber inzwischen wird ein Schuh draus. Wir konsumieren Fipronil wohl schon sehr lange, nur wurde es jetzt öffentlich bekannt.
Die Massenproduktion von Nahrungsmitteln funktioniert kaum irgendwo ohne Chemie. Unser Wohlstand beruht auf einem System, bei dem mögliche Nebenwirkungen unklar sind bis sie auftreten. Und da in der Tat alles sehr komplex ist, blicken wir auch nicht wirklich durch.

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DanielHartmut 06.08.2017, 19:37
7. Gääähn

Nach dem angeblichen Ozonloch und dem spurlos im Nirvana abgetauchten Waldsterben wird nun die nächste Sau, nein, der nächste Weltuntergang durchs Hysteriedorf getrieben. Hoffentlich wacht der Bürger bis zum 24. September auf und befreit sich vom linksgrünen Öko-Joch. Mir schwant eine dunkle Zukunft, wenn sich dieser Öko-Wahnsinn weiterhin etabliert.

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Überfünfzig 06.08.2017, 19:51
8. Wurde nicht vor Jahren die Losung.....

.....ausgegeben das der Landwirt der Zukunft auch die Scheichs von morgen sind und damit jetzt im ganz großen Stil mit ihren "Produkten" die Biogasanlagen füttern als gäbe es kein Morgen. Seit bei uns in der Umgebung und im einem Radius von 20 km 10 Biogasanlagen gebaut und subventioniert werden, wird bei uns im ganz großen Stil Mais und sonstige schnellwachsende Grünpflanzen auf quasi jeden freien Hektar angepflanzt und entsprechende mit der Chemiekeule betreut. Brachflächen, wie es sie zum Teil bei uns noch in den Neunziger Jahren gab, habe ich schon seit Jahren nicht mehr gesehen. Nichts ruiniert so unsere Lebensgrundlagen und Kulturlandschaft, wie die postsozialistische Subventionitis aus Brüssel und Berlin. Und ja meine lieben Veganer, auch euer Soja-Designfood richtet in der dritten Welt ähnliche Schäden an, wie bei uns der staatswirtschaftliche EEG-Wahn.

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Fuscipes 06.08.2017, 20:49
9.

Zitat von Überfünfzig
.....ausgegeben das der Landwirt der Zukunft auch die Scheichs von morgen sind und damit jetzt im ganz großen Stil mit ihren "Produkten" die Biogasanlagen füttern als gäbe es kein Morgen. Seit bei uns in der Umgebung und im einem Radius von 20 km 10 Biogasanlagen gebaut und subventioniert werden, wird bei uns im ganz großen Stil Mais und sonstige schnellwachsende Grünpflanzen auf quasi jeden freien Hektar angepflanzt und entsprechende mit der Chemiekeule betreut. Brachflächen, wie es sie zum Teil bei uns noch in den Neunziger Jahren gab, habe ich schon seit Jahren nicht mehr gesehen. Nichts ruiniert so unsere Lebensgrundlagen und Kulturlandschaft, wie die postsozialistische Subventionitis aus Brüssel und Berlin. Und ja meine lieben Veganer, auch euer Soja-Designfood richtet in der dritten Welt ähnliche Schäden an, wie bei uns der staatswirtschaftliche EEG-Wahn.
"Und ja meine lieben Veganer, auch euer Soja-Designfood richtet in der dritten Welt ähnliche Schäden an, wie bei uns der staatswirtschaftliche EEG-Wahn", vergessen Sie das bisschen Bio-Soja, das Veganer konsumieren, denn es dient fast ausschließlich dem Endprodukt Fleisch für die Fleischfresser.

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