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Forschung der Tech-Konzerne: Die Privatisierung der Intelligenz
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Viel ist derzeit von der Dominanz von Google, Microsoft und Co. die Rede - zu selten aber von den Folgen, die das haben könnte - der Privatisierung wissenschaftlichen Erkenntnisgewinns.

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WaLa47906 07.01.2018, 15:48
1. Was ist daran neu?

Der Autor sollte mal in die Agrarforschung schauen. Die wurde schon vor Jahrzehnten privatisiert mit dem Ergebnis, dass die Monsantos dieser Welt das Wissen und die Patente zu Bereichen wie Gentechnik haben.

Anderen Bereichen wird er ähnlich ergehen. Vollkommen zurecht übrigens, da die Wissenschaft in Ländern wie Deutschland null gerecht ist. Beim Staat gibt es 3,5 brutto mit sechsmonatsvertrag. Bei Google gibt das 20.000 und ein nettes Arbeitsumfeld.

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Websingularität 07.01.2018, 16:05
2. Protektionismus - Amerika first!

>>>Dem 17-köpfigen Programmkomitee der jüngsten Tagung, die Anfang Dezember in Kalifornien stattfand, gehörten drei Angestellte von Microsoft an, ein Google-Mitarbeiter, einer von Facebook und fünf, die für Amazon arbeiten.

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The Restless 07.01.2018, 16:06
3. Anderes Beispiel

Der Quantencomputer: Die einzigen Modelle, die bereits zu funktionieren scheinen (oder: von denen behauptet wird, dass sie funktionieren), entstehen in den Laboratorien einzelner Firmen. Kaum jemand kennt die genauen Details dahinter, wie diese Geräte arbeiten. Studenten an den Unis können sich nicht auf den neuesten Stand bringen, obwohl es sich zweifellos noch immer um Grundlagenforschung handelt. Wer hier vorn mitspielen will, muss in die Firma.

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hymir1990 07.01.2018, 16:08
4. Ein Kognitionspsychologe sinniert über neuronale Netze...

Unternehmen "kaufen" Know-How auf? Unvorstellbar! Universitäten haben nur begrenzte Mittel? Ein Skandal. Und jetzt mal ohne Ironie: Formuliert diese Kolumne auch eine These, oder ist es lediglich als Bestandsaufnahme gedacht? Was soll das ganze? Universitäten forschen seit Jahrzehnten auf dem Gebiet der neuronalen Netze. Sogenannte "Durchbrüche" wie AlphaGo sind wohl kaum als solche zu bewerten, da es im Grund Expertensysteme sind. Strategiespiele lassen sich durchaus gut mit neuronalen Netzen realisieren, jedoch - und da würde ich mich gern eines besseren belehren lassen - ist es immer noch nicht möglich, einem Neuron ein XOR oder andere polynomielle Thresholdfunktionen beizubringen... Schuster bleib bei deinen Leisten, würde ich sagen.

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maxjonasbehrens 07.01.2018, 16:08
5.

Das Wissen, welches von Google und Co. produziert wird, ist öffentlich und ist bei Google Research frei verfügbar. Im Gegensatz zu universitärer Forschung, wo ein Großteil der wissenschaftlichen Artikel gekauft werden müssen bzw. nur durch einen Uni-Zugang möglich ist.
Außerdem ermöglicht Google und Co. auch freien Zugang und open-source basiert ihre Tools zu nutzen (Tensorflow). Die Werkzeuge, welche Google für machinelles Lernen nutzt sind also vollkommen frei zugänglich und können durch die Community verbessert werden.
Ich glaube einfach, dass die staatliche Forschung an Hochschulen zu träge für das Feld ist (besonders in Deutschland) und daher von Unternehmen vorangetrieben wird. Ein Indiz dafür ist auch das mangelhafte Studienangebot in diese Richtung.

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go-west 07.01.2018, 16:11
6. Dominanz von Microsoft??

Im Industriebereich ist diese bei Office Paket und Windows (ursprünglich von Apple abgeschaut) unzweifelhaft gegeben. Aber Microsoft in Sachen Technologieführerschaft und Innovation in einem Atemzug mit Google zu nennen und Apple dabei erst gar nicht zu erwähnen ist schon sehr seltsam.

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marcus-manta 07.01.2018, 16:16
7. Wir werden uns noch wundern....

Die Entwicklung der künstlichen Intelligenz läuft in solch einem atemberaubenden Tempo, dass eine demokratische Kontrolle nicht mehr möglich ist. Die meisten Parteien finden KI auch toll. Sie sollten mal Nick Bostroms Buch Superintelligenz lesen. Danke für den Artikel, es wird Zeit, dass breit und öffentlich über KI diskutiert wird.

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zynik 07.01.2018, 16:18
8.

Eine der vielen Folgen der desaströsen neoliberalen Markt-Ideologie. Gut, dass diese Fragen endlich mal offen gestellt werden. Ich bezweifle allerdings, dass es darauf Antworten aus Politik und Wirtschaft geben wird. Ausser: Weiter so.

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kritischergeist 07.01.2018, 16:20
9. Wo ist das Problem?

Die großen Erfindungen der Vergangenheit wurden immer von Privatunternehmern gemacht. James Watt, Marconi, Edison, Bell, Daimler, Benz, Siemens, Bosch.... Nur die hatten die notwendigen Mittel den technischen Aufwand der damit in Verbindung stand auch zu finanzieren. Die Universitäten sind längst außen vor denn Forschung und Lehre harmonieren nicht besonders. Die Universitätsbürokratien sind zudem nicht innovationsfreudig. Erfindet ein Professor etwas von wirtschaftlicher Bedeutung, gründet er zumeist ein Privatunternehmen.

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