Forum: Wissenschaft
Fotoprojekt in China: Alte Bäume als Statussysmbole
Yan Wang Preston/ Hatje Cantz

Ein Gingko wird für viel Geld umgepflanzt - vom Dorf in die Großstadt. In Chinas Metropolen passiert das täglich, viele Bäume überleben das nicht. Yan Wang Preston hat das groteske Geschäft fotografiert.

Koda 06.09.2018, 16:57
1. Falscher Ansatz für grüne Städte

Da wird viel Geld und Energie raus geworfen, um "grün" zu wirken, dabei ginge das auch sicher anders.
Erst vor einigen Wochen war hier ein Artikel über einen Architekten, der auch Hochhäuser so plant, dass Pflanzen mit einbezogen werden.
Natürlich geht es in einem Hochhaus auch kaum ohne PC-gesteuerte Bewässerung - aber auch hier liesse sich viel sparen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
strixaluco 06.09.2018, 18:16
2. Wo ein Baum nicht wachsen will...

Wo ein Baum nicht wachsen will, ist auch für Menschen kein guter Platz zum Leben - der Grund, warum so viele Stadtbäume, auch kleiner gepflanzte, kaputt gehen, sind heftige Temperaturschwankungen, festgebackener, kaum noch luft - und wasserdurchlässiger Boden, Streusalz, Schadstoffe, kaum Platz zum Ausbreiten der Wurzeln in zubetonieren Flächen, vermehrte Ausbreitung von Schädlingen durch importierte Jungpflanzen der immergleichen Sorten, Abgase, ...

Wo ein Baum Platz hat und gedeiht, da geht es uns auch gut, mit ihm und auch seinetwegen. Jeder einzelne Baum in der Stadt ist gut für unsere Gesundheit - nachweislich!

Aber man sollte es nicht über den Zaun brechen. Wenn man mehr auch die Form als auf die Vitalität der Pflanze wert legt, muss man sich nicht wundern, wenn das nicht lange gut geht, Ziersorten sind mitunter anfällig (und Kugelahorn sieht zum Beispiel letztlich wirklich bescheiden aus, wenn er schlecht und zu spät gepflegt wird). Grosse Bäume lassen sich ausserdem nur verpflanzen, wenn man viele Wurzeln kappt oder sie gleich oft gepflanzt, so dass sie sich nicht so ausbreiten. So ein Baum kann aber nie so robust werden wie ein natürlich gewachsener, der sich, je nach Art, mitunter mit Meter tiefen Wurzeln "krisensicher" machen kann. Besser kleiner pflanzen, dann ist der Baum noch versetztar und anpassungsfähig! Das hilft aber auch nur, wenn man ihn nicht komplett einpflastert, damit rundum alles schön glatt, Stöckelschuh- und Kehrmaschinen- tauglich ist...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
permissiveactionlink 07.09.2018, 09:47
3. Die Gingkos in transparenten

Plastiksäcken dokumentieren das eigentliche Problem : Mit geeigneten Maschinen ist es heute kein wirkliches Problem mehr, auch große Bäume mit entsprechend umfangreichem Wurzelwerk zu verpflanzen. Dafür muss ein sehr großes Bodenvolumen mit dem Baum ausgehoben werden. Macht man genau das nicht, dann werden große Teile des Wurzelwerks abgeschnitten. Wieder eingegraben hat der Baum dann zum einen kaum Stabilität, zum anderen verdunstet er aber im Sonnenlicht viel Wasser über seine Blätter. Dabei trocknet er aus, weil keine oder viel zu wenige Wurzeln Wasser nachliefern können. Mit einer transparenten Folie kann man die Luftfeuchtigkeit hoch halten. Der Baum treibt dann Photosynthese, ohne zu vertrocknen. Bei der Stecklingsbewurzelung arbeitet man genauso : einfach transparente PET-Flasche (mit abgeschnittenem Boden) darüberstülpen, bis der Steckling bewurzelt ist. Das kann Wochen dauern. Ohne Flasche ist er bereits nach wenigen Stunden vertrocknet !

Beitrag melden Antworten / Zitieren