Forum: Wissenschaft
Frankreich und Belgien: Greenpeace warnt vor Sicherheitslücken in AKWs
AFP

Greenpeace sieht die Gefahr in den Abklingbecken: Anders als die Reaktorgebäude der französischen und belgischen AKW seien diese nicht extra geschützt. Das könnte bei einem Angriff fatale Folgen haben.

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willibaldus 10.10.2017, 18:14
1.

Die Reaktoren sind in der Regel mit Betonkuppeln vor Schaden geschützt. Ein Passagierflugzeug könnte draufstürzen. Die Abklingbecken waren bis jetzt noch nicht Thema der öffentlichen Diskussion. Gibt es da irgendwas historisches aus dem man ablesen kann, dass sich Behörden oä mit der Fragestellung schon mal befasst haben?

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permissiveactionlink 10.10.2017, 18:47
2. Problem

Mein kleiner Geist hat enorme Mühe, das nachzuvollziehen. Dass von den Abklingbecken große Gefahren ausgehen können, ist seit Fukushima Allgemeinwissen. Aber bisher ging ich davon aus, dass sich die Ablingbecken direkt neben dem Reaktor befinden müssen, damit ein Brennelementewechsel unter Wasser stattfinden kann. Würden die Brennstäbe auch nur einen Moment nicht von Wasser umgeben und gekühlt, wären sämtliche Mitarbeiter in höchster Gefahr. Soweit mir das bekannt ist, liegen die Abklingbecken in deutschen Reaktorgebäuden mit dem Reaktor unter einer meterdicken Kuppel. Warum das in F und B anders ist, leuchtet mir bisher nicht ein. Beim Brennstäbewechsel ist das doch total kontraproduktiv. Wie bekommt man die dort aus dem Reaktor im Containment in das räumlich entfernte Abklingbecken ?

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willibaldus 10.10.2017, 19:16
3.

Offensichtlich liegen nicht bei allen deutschen AKWs die Abklingbecken im Containment. Das wird dann bei den alten Franzosen ähnlich sein.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/abklingbecken-deutscher-meiler-gefahr-in-kobaltblau-a-751304.html

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permissiveactionlink 10.10.2017, 19:48
4. #3, willibaldus

Vielen Dank für den Hinweis. Ich habe den Artikel zwischenzeitlich gelesen. Vier Reaktoren, aber nicht mehr alle sind in Betrieb. Nichts desto trotz ist diese Situation beängstigend. Auch weil von einem Containment nicht mehr die Rede sein kann, wenn da Riesenöffnungen und Wasserkanäle durchführen. Denn wie sonst sollte man die abgebrannten Brennstäbe in die Abklingbecken bekommen, ständig unter Wasser ? Bei einem Erdbeben dürfte es so oder so kritisch werden, denn die Abklingbecken dürften wohl kaum eine stärkere Stahlwand besitzen. Gut, dass wir aus der Technologie ausgestiegen sind. Das geht auch anders, mit Erneuerbaren.

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Bueckstueck 10.10.2017, 20:34
5. Atomkraft ist sicher....

Zitat von permissiveactionlink
Vielen Dank für den Hinweis. Ich habe den Artikel zwischenzeitlich gelesen. Vier Reaktoren, aber nicht mehr alle sind in Betrieb. Nichts desto trotz ist diese Situation beängstigend. Auch weil von einem Containment nicht mehr die Rede sein kann, wenn da Riesenöffnungen und Wasserkanäle durchführen. Denn wie sonst sollte man die abgebrannten Brennstäbe in die Abklingbecken bekommen, ständig unter Wasser ? Bei einem Erdbeben dürfte es so oder so kritisch werden, denn die Abklingbecken dürften wohl kaum eine stärkere Stahlwand besitzen. Gut, dass wir aus der Technologie ausgestiegen sind. Das geht auch anders, mit Erneuerbaren.
... tödlich!

Das Problem ist halt das der Super-GAU keine Landesgrenzen kennt. Der Spruch ist so abgedroschen wie wahr. Was nützt es wenn Deutschland vernünftig und mit grosser Weitsicht entschieden hat, wenn rundherum die Folgen von 1986 und 2011 bereits wieder verdrängt wurden und fröhlich weitergestrahlt wird? Man sieht es ja auch hier im Forum wo sicher nicht nur die Nuklearlobby Stimmung macht sondern auch Hein Blöd mit Ignoranz und Naivität gegen die Alternativen zum drohenden Strahlentod hetzt.

Es ist erstaunlich, dass Europa noch bewohnbar ist, angesichts der ganzen Sorglosigkeit. Aber je länger nix grosses passiert, desto wahrscheinlicher wird es... das nennen die Restrisiko und ich statistische Wahrscheinlichkeit.

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_thilo_ 10.10.2017, 20:46
6. Das radioaktive Material ist das Problem, nicht der Reaktor ...

So geschehen in einem der Abklingbecken Fukushima:
Der Kran in das Becken gefallen und hat es so beschädigt, dass das Wasser ausgelaufen ist. Die Brennstäbe können in der Anornung im Becken und ohne Moderator nicht wieder eine Kettenreaktion erzeugen werden aber durch die Nachzerfallswärme sehr heiss. In Fukushima kam es in der Folge zu einer Art "Kernschmelze im Abklingbecken" nachdem einige Brennstäbe geschmolzen sind und sich der verbleibende Kernbrennstoff am Boden des Beckens gesammelt hat. Die Hülle der Brennstäbe ist aus Zirkon, das als Katalysator aus verbleibendem Wasser Wasserstoffgas erzeugt hat. Die folgende Wasserstoff Explosion hat praktischerweise(!!) das Dach des Gebäudes abgesprengt, so dass Hubschrauber von oben her wieder etwas Wasser nachfüllen konnten ...
Hätte jemand vor diesem Szenario gewarnt, wäre er wahrscheinlich ausgelacht worden ...
-> Das Problem ist die blosse Existenz des Materials. Der Mechanismus, durch den es bei einer Katastrophe verteilt wird, ist da eher untergeordnet.

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herm16 10.10.2017, 22:38
7. Danke Greenpeace

Mal wieder einen Angststurm ausgelöst. Die Leute von Greenpeace müssen doch nur noch mit angstverzerrtem Gesicht durch die Gegend laufen.

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Supertramp 10.10.2017, 22:40
8. bei den Japanern hieß es auch immer die Atomkraft ist sicher...

sicher ist bei der Kernspaltung nur das Zerfall eintritt... dabei entsteht Wärme... werden die Kühlbeck beschädigt Eskaliert alles. Toll das die Franzosen und Belgier ihre Kraftwerke nahe der deutschen Grenze haben!

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tatsache2011 11.10.2017, 23:49
9. Risiko im Umkreis des AKWs

Zitat von Bueckstueck
... Das Problem ist halt das der Super-GAU keine Landesgrenzen kennt. Der Spruch ist so abgedroschen wie wahr. Was nützt es wenn Deutschland vernünftig und mit grosser Weitsicht entschieden hat, wenn rundherum die Folgen von 1986 und 2011 bereits wieder verdrängt wurden und fröhlich weitergestrahlt wird? ...
Besonders betroffen ist die Bevölkerung im Umkreis des AKWs im Fall des Supergaus.
Durch die Abschaltung von z.B. AKW Obrigheim ist dort das Risiko geringer.

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