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Fußball und Globalisierung: Ein Symbol namens Witsel
AFP

In einem Punkt haben sowohl Linke als auch Rechte ein Problem mit der Fußball-WM: Sie ist ihnen allzu global. Den einen, was das Business angeht - den anderen, was die Spieler betrifft. Beide liegen falsch.

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hajrudin 08.07.2018, 08:03
1. Sehr schön geschrieben. Eines übersieht der Autor : .

Problematisch sind nicht, die klar Rechten unter den Fans. Was man kennt, damit lässt sich umgehen. Schwierig sind die jenen, die Özil und Co. solange akzeptieren, solange sie angepasst sind. Was wäre los gewesen, wenn Özil einfach nur mal gefragt hätte, wer aus dem motzenden Volk weiß, wie es ist in zwei Welten aufgewachsen zu sein? Ich bekomme Angst. ...

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jochenhofmann68 08.07.2018, 08:03
2. Quatsch

Es muss das Leistungsprinzip herrschen und nichts anderes und darum ist auch Deutschland Gruppen-Letzter geworden.

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spon_4_me 08.07.2018, 08:04
3. Keine Sorge, Herr Stöcker,

Sie müssen nichts von Astrophysik verstehen und können sich dennoch am Nachthimmel freuen. Zwei Ihrer Aussagen würde ich aber hinterfragen. Erstens, Diktaturen bringen keine erfolgreichen Teams hervor. Italien wurde 1934 und 1938 unter Mussolini Weltmeister, Argentinien 1978, als die Generäle herrschten, Russland in Sowjetzeiten, Spanien unter Franco Europameister. Brasilien oder Uruguay, Ungarn und des Tschecheslowakei waren in den 50ern und 60ern sagen wir mal ein gutes Stück von Demokratie entfernt. Was aber zu stimmen scheint, ist, dass Fussballerfolg nicht planbar ist, jedenfalls nicht so wie Diktaturen Erfolg im Rudern, Turnen oder Kugelstoßen planen, auswählen und austrainieren konnten und können. Deshalb entzieht er sich in gewisser Weise dem kontrollierenden Zugriff der Herrschenden. Zweitens, der hochgradig globalisierte Fussball zeigt uns irgendwie den Weg zu Kooperation und Nachbarschaft. Dass ist in etwa so wie zu glauben, die Herkunft der Gladiatoren aus allen Provinzen des alten Roms hätte die Pax Romana abgesichert. Gerade im lokalen Jugendbereich erleben Sie beim Fussball Beispiele wunderbarer Integration und Kameradschaft ebenso wie Beispiele scheußlicher Ausgrenzung und Feindseligkeit. Wenn Herr Witzel et.al. für meinen Verein spielt, ist er ein Held und ich farbenblind; wenn er für den Gegner spielt, ist er ein... ich will die Vokabeln hier nicht schreiben. Fussball ist ein Spiegel der Geselkschaft: Glücklicherweise. Leider.

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moritz27 08.07.2018, 10:09
4. Profifußballer ist ein Beruf.

Da geht man wegen des Geldes auch an die entferntesten Ecken der Welt, um ihn auszuüben. Jedes deutsche Kind - und ich gehe davon aus, dass dies in anderen Ländern genaus ist - hat als kleiner Fußballer den Traum Nationalspieler zu werden. An Geld denkt man in diesem Alter noch nicht. Aber Menschen mit Mehrfachstaatsbürgerschaft grübeln dann noch zusätzlich darüber, für welches Land soll ich denn spielen? Und dann weicht das Herz zurück und der Verstand meldet sich: Na klar, du spielst für das Land, dass dir internationale Turnierteilnahmen ermöglicht, du vor Millionen Fernsehzuschauern spielst und dadurch deinen Marktwert und dein Einkommen steigern kannst. Das ist alles ganz menschlich. Warum wird ein Fritz Walter, ein Max Morlock oder ein Uwe Seeler heute noch von Fans verehrt, die sie niemals kannten? Die waren stolz für "ihren" Verein und für "ihr" Land spielen zu dürfen. Heute ist ein Länderspiel eine lästige Ergänzung zur Gehaltsoptimierung geworden.

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im_ernst_56 08.07.2018, 10:24
5. Kleiner Hinweis

Der Berufsfussball ist auch jenseits der WM kapitalistisch und global organisiert. Deswegen finde ich es immer bemerkenswert, wenn Menschen, die sich selbst als sehr links verorten und gegen Kapitalismus und Globalisierung sind, sich als glühender Fan eines Bundesligavereins outen, so als ob nur ihr Verein nicht Teil dieses Systems ist.

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Aberlour A ' Bunadh 08.07.2018, 10:26
6. Auf den wichtigsten Punkt der Personalie Witsel

kommt Herr Stöcker leider nicht zu sprechen. Warum ein relativ junger Spieler - in der "Blüte seiner Jahre" - nach China gewechselt ist. Denn nicht dass es "Spielertransfers von Lissabon nach St. Petersburg und Tianjin" gibt, ist heute in der "globalisierten Welt" das Besondere, sondern das Besondere im Fall Witsel ist der Zeitpunkt des Wechsels. Normalerweise wechseln verdiente Spieler erst am Karriereende, wenn die Gefahr besteht, in den besten Fußballligen der Welt aussortiert zu werden - und die liegen nun mal alle in Europa - nochmal in globale "Operettenligen", sei es auf dem amerikanischen oder asiatischen Kontinent, um auslaufen zu können. Und als Sahnehäubchen winkt nochmal ein lukrativer Vertrag. Warum konnte Belgiens Thomas Meunier im WM-Viertelfinale Brasiliens Neymar weitgehend aus dem Spiel nehmen? Weil die sich jeden Tag im Training bei Paris Saint-Germain sehen. Und genau dieses Messen an den Besten über eine ganze Saison fehlt Axel Witsel in der chinesischen Liga. Bisher konnte das die große mannschaftliche Geschlossenheit von Belgien ganz gut kompensieren, aber in einigen Momenten waren gerade bei Axel Witsel Defizite im Zweikampfverhalten feststellbar. Es kommt ja nicht von ungefähr, dass aus der Fußballweltmeisterschaft nun eine Europameisterschaft geworden ist. Globalisierung hin oder her.

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snruebes 08.07.2018, 10:39
7. Unglaublich schlecht

Herr Stöcker - woher wissen sie was wahr oder falsch ist? Haben sie die Weisheit gepachtet? Es ist genau diese Art von suggestiven Clickbaiting Artikeln mit denen Sie das einstige Qualitätsmedium "Spiegel" zerstört haben. Kehren sie endlich wieder zur faktenbasierten, neutralen Berichterstattung zurück! Es gibt da draußen nämlich noch intelligente Menschen, die sich ihre Meinung selber bilden. Der Druck ihres neuen Eigentümers Bertelsmann, Geld zu verdienen, ist in fast allen Überschriften und Artikeln zu spüren. Möglichst reisserisch und polarisierend muss es sein - wirklich abstoßend. Qualitätsjournalismus enthält sich einer eigenen Meinung oder kennzeichnet sie zumindest klar und eindeutig - es sei den, es soll die allgemeine, öffentliche Meinung gezielt beeinflusst werden. Welche höheren, strategischen Interessen der Bertelsmann Familie - eine der reichsten Deutschlands - steuern den Spiegel?

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Andre V 08.07.2018, 10:47
8. Fragen Sie Deniz Yücel

Herr Stöcker, ich habe nichts gehört, dass jemand Boateng wegen seiner Herkunft kritisiert hat. Auch Özil und Gündo nicht. Die Kritik an den beiden Fascho-Verstehern kommt aus anderen Gründen. Also ist das schon mal für ein seriöses Blatt ein no-go, so etwas zu behaupten. Aber Sie mussten ja ein bisschen schwindeln, um ihren Plot gegen Rechts unterzubringen. Und mit Gazprom hat die Linke auch kein Problem, oder mit der Krim. Schließlich ist Putin der Gute Diktator.
Und was die Kritik an Özil und Gündogan angeht, fragen Sie Ihren Kollegen Deniz Yücel, wie er die Sache sieht.

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spon_4_me 08.07.2018, 11:02
9. @ snruebes: Wie

sind Sie den drauf? Herr Stöcker schreibt jeden Sonntag eine Kolumne, die man gut finden kann oder nicht, die aber niemand, der des Lesens kundig ist und eine rudimentäre Schulbildung erfahren hat für etwas anderes als die persönliche Meinung des Autors halten wird. Es gibt bestimmt tolle Foren im Internet für Ihre exaltierten Beschimpfungen - bitte suchen Sie die und vergnügen Sie sich dort mit Ihresgleichen.

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