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Genforschung: Wie wir neue Software für das Leben schreiben werden

So könnte unsere Welt in wenigen Jahrzehnten aussehen: Mikroorganismen produzieren erneuerbaren Biosprit, recyceln CO2 - und lösen dank Gentechnik essentielle Probleme der Menschheit. Wir werden nicht nur unsere Vorstellung des Lebens verändern, sondern das Leben selbst.

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Arion's Voice 04.05.2009, 09:32
1. Waffe

Leider ist der Mensch nicht moralisch integer genug, um mit solchen technischen Möglichkeiten umzugehen.
Insofern wird Gentechnik wohl zunächst hauptsächlich aus Gewinnsucht, Unterdrückung und Kriegsführung praktiziert werden.
Und das wird möglicherweise um ein Vielfaches schlimmer, als der Missbrauch der (an sich auch neutralen) Kernenergie zu militärischen Zwecken.

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StellaVella 04.05.2009, 09:51
2. stimmt so nicht

Da muss ich meinem Vorposter widersprechen. Ich bin mir sicher, dass moderne Gentechnik sich trotz "Gewinnsucht" zum Wohle aller einsetzen lässt - gerade da sich ja im immer noch wichtigsten Industrieland, den USA, momentan eine Trendwende vollzieht. Es ist kein Widerspruch, Gentechnik beispielsweise einzusetzen, um den CO2-Gehalt der Atmosphäre abzusenken und dabei noch Geld zu verdienen.
Wer die Technologie hat, auf diese Weise die Folgen der Klimaerwärmung (Stichwort: Katrina) zu verhindern bzw abzumildern, der darf meiner Meinung nach auch Geld damit verdienen - warum nicht?

Achja, was mir ohnehin auf den Keks geht: der Mensch als Wesen ist nicht per se schlecht und moralisch pervertiert - genausowenig wie ein Messer immer und überall ein Waffe ist.
Es kommt immer darauf an, was man mit seinem Verstand anfängt.

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hansi99 04.05.2009, 10:06
3. Zauberlehrling

Hallo,
es ist o.k., dass die genetischen Zusammenhänge erforscht werden.
Nicht o.k. ist, dass wir jetzt schon davon träumen, praktische Projekte durchführen zu wollen. Wir stecken da noch in den Kinderschuhen und können die weiteren Folgen nicht erkennen. Ich erinnere da nur an die Versuche in Australien, unerwünschte Tierarten zu bekämpfen. Immer ist es danach schlechter geworden, weil die Forscher eben nicht weit genug denken konnten. Diesen Zusammenhang kannten schon unsere Vorfahren: Büchse der Pandorra, Zauberlehrling usw.

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dieMegamaschine 04.05.2009, 10:10
4. gefährlich

Träumt weiter !!!
Ich erinnere nur an Monsanto!
Schaut Euch den Dok.film an:
"Ist Gentechnik sicher?" (youtube)

Mit Eurer Arroganz denkt Ihr, Ihr könntet die Natur beherrschen.

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Quagmyre 04.05.2009, 10:13
5. Mensch

Zitat von StellaVella
Achja, was mir ohnehin auf den Keks geht: der Mensch als Wesen ist nicht per se schlecht und moralisch pervertiert - genausowenig wie ein Messer immer und überall ein Waffe ist. Es kommt immer darauf an, was man mit seinem Verstand anfängt.
Der Mensch ist von seiner Wesensanlage her vielleicht nicht schlecht, aber egoistisch. Das sieht man am besten bei Babys oder kleinen Kindern, die ganz klar ohne Rücksicht auf Verluste ihre Bedürfnisse befriedigt haben wollen.

Erst eine gute Erziehung kanalisiert dieses Verhalten und macht es durch den jeweiligen Menschen selbst kontrollierbar.
Die moralische Perversion und "Schlechtigkeit" des Menschen resultiert daraus, dass die Erziehung versagt, bzw. manche elitäre Kreise genau in diesem Sinne erzogen werden.

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MoritzF 04.05.2009, 10:21
6. Venter ist Garant für einen unverantwortlichen Umgang

Zitat von Arion's Voice
Leider ist der Mensch nicht moralisch integer genug, um mit solchen technischen Möglichkeiten umzugehen. Insofern wird Gentechnik wohl zunächst hauptsächlich aus Gewinnsucht, Unterdrückung und Kriegsführung praktiziert werden. Und das wird möglicherweise um ein Vielfaches schlimmer, als der Missbrauch der (an sich auch neutralen) Kernenergie zu militärischen Zwecken.
Das gilt umso mehr, wenn Craig Venter das Wort führt. Er ist einer der hoffentlich letzten und auch schlimmsten Verteidiger eines unkontolliert wütenden Machbarkeitswahns, deren irre Visionen kurzfristig und langfristig nur Schaden anrichten, weil sie auf Halbwissen gründen. Venters DNA-Dekodierungsprojekt war ebenfalls Ausdruck einer Hybris, wie die gegenwärtige, vor allem auch hierzulande betriebene Eiweißforschung deutlich zeigt.

Craig Venter soll in der Wüste predigen. Um es mit Sloterdijk bzw. Rilke zu sagen: "Wir müssen (erst) unser Leben ändern," denn unser Bewußtsein hängt der technischen Entwicklung um tausende Jahre hinterher.

Jagt diesen Zauberlehrling fort, damit nicht wir von seinen Besen fortgekehrt werden.

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bürger01 04.05.2009, 10:24
7. Denn mal los..

Warten wir nicht alle auf intelligente Lösungen. Lösungen die die Umwelt nicht verschmutzen, dennoch Güter in Hülle und Fülle produzieren.
Biosprit, Energie ohne Ende, Lebensmittel, Werkstoffe, Futtermittel.
Wie schön wäre es endlich mal positive Nachrichten aus diesen Gieten zu bekommen.
Aber solange Öl fliesst und viel Geld verdient wird, werden neue Technologien verteufelt.
Wenn Menschen über das Wissen verfügen, eine derartige Technik sinnvoll einzusetzen, dann wird es auch Menschen geben, die diese Techniken gefahrlos steuern können! Man muss sie nur lassen.

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Websingularität 04.05.2009, 10:25
8. Zu viele offene Fragen

Mein Computer ist mir auch ein Rätsel, aber langsam beginne ich ihn zu verstehen und kann vielleicht irgendwann damit umgehen. So oder so ähnlich muss sich ein Craig Venter fühlen. Das Leben ist erstmal ein Werk der Natur und nicht das eines Craig Venter. Viele Dinge die er in seinem Aufsatz angesprochen hat, geben mehr Fragen auf.
z.B.: Geht Evolution mit einer Auslese von Qualität einher?
Es gibt einen kleinen aber feinen Unterschied zwischen den 'best angepassten' und den qualitativ edlen Individuen.
Ebenso stellt sich die Frage ob die Evolution überhaupt ein Ziel verfolgt? Ob nicht alles zum Selbstzweck existiert oder die Existenz von Leben gar gleichgültig ist.
Ob die Prognosen dieses 'Experten' was taugen, wird die Zukunft zeigen. Ob gut oder schlecht, die Welt akzeptiert was möglich ist. Im Prinzip ist das Alles sowieso völlig egal.

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Celegorm 04.05.2009, 10:31
9. ...

Zitat von hansi99
Ich erinnere da nur an die Versuche in Australien, unerwünschte Tierarten zu bekämpfen. Immer ist es danach schlechter geworden, weil die Forscher eben nicht weit genug denken konnten.
Wenn man sich einfach mal ein Negativbeispiel als Massstab sucht lässt sich wohl alles als gefährlich oder schlecht darstellen. Insofern sollte man sich vielleicht zuerst mal den Gesamtkontext bewusst werden: Der Mensch manipuliert in diesem Sinne spätestens seit dem Beginn von Landwirtschaft und Domestizierung massiv sein ökologisches Umfeld und veränderte seit je her mittels Selektion und Züchtung und damit eigentlich protogentechnischen Methoden Pflanzen- und Tierarten. Dass da letztlich alles nach dem try-and-error-Muster ablief und vieles schief ging ändert insofern letztlich nichts daran, dass wir ohne diese Entwicklung wohl immer noch in Höhlen sitzen und Beeren sammeln würden. Woraus man also eher die Lektion lernen muss, dass es notwendig sein dürfte, diesen Weg konsequent weiterzugehen. Stillstand bedeutet angesichts der zukünftigen Probleme für die Menschheit ansonsten wohl die weit grössere Gefahr.

Zumal es ja letztlich um gentechnische Grundlagenforschung im Labor geht, also einem geschützten Umfeld und sowas wie einem professionellen risk assessment. Das schliesst natürlich auch nichts hundertprozentig aus, aber einen sicheren Rahmen lässt sich wohl trotzdem kaum finden. Insofern ist schon alleine deshalb ein Vergleich mit einem grossflächig-unkontrollierten Freilandversuch wie mit der Agakröte in Australien nicht wirklich angebracht.

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