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Gentechnik-Urteil: "Im Einklang mit der Natur" ist eine Täuschung
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Der EuGH hat eine von Forschern als harmlos eingestufte Gentechnik-Methode streng reguliert. Das Urteil wird die Menschheit nicht retten - im Gegenteil.

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kuac 29.07.2018, 17:12
1.

Wir haben kein Problem der Unterproduktion, sondern eher Überproduktion. Fast die Hälfte der produzierten Agrarprodukte landen auf den Müll. Und jetzt kommt Gentechnik um noch mehr zu produzieren? Wozu?
Können wir nicht das Hungerproblem der Welt anders lösen, als noch mehr Landschaft und Wasser zu beanspruchen?

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Gwylim 29.07.2018, 17:19
2. Dazwischen

In dem Artikel wird zwar von den Positionen "dazwischen" geredet, bzw. es wird erwähnt, tatsächlich aber vertritt der Autor aber anscheinend doch auch nur ein Extrem. Das Extrem der "Zauberer".
Schade, denn die Position "dazwischen" wäre wahrscheinlich die Interessantere.
Die Argumente pro crispr werden in diversen Artikeln ausgebreitet. Es wird als "ganz harmlos" beschrieben. Wie kann man so verblendet sein und die letzten 500 Jahre der Wissenschaftsgeschichte einfach ignorieren? Wieso werden die kritischen Stimmen mit lächerlichen Argumenten bekämpft? Wie kann man als gebildeter Journalist einfach: "weiter so!" rufen?
Vor einigen Monaten gab es andere Artikel, in denen das große Potential des crispr Werkzeugs ein wenig kritischer beschrieben wurde, vielleicht sollte der Autor diese Artikel auch mal lesen.
Außerdem sollte er auch nicht behaupten, dass es bei dem Urteil um ein "Verbot" ging "goldenen Reis" zu entwickeln. Es ging um eine Kennzeichnungspflicht. Warum wird dies in allen pro-crispr Artikeln nicht klar erwähnt, sondern der Eindruck erweckt, das die Forschung bzw. Produktion daran verboten wurde? Könnte man dies als "tendenziös", "ideologisch" bezeichnen?

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mirkoklaus 29.07.2018, 17:27
3. Der Ansatz geht leider nicht weit genug

... und wird letzten Endes durch die unwägbare Komponente ‚Mensch‘ zunichte gemacht.
Es geht nicht darum ob man mit Bio Anbau im Einklang mit der Natur anbaut oder dafür sorgt dass mit genveränderten Weizen und Massentierhaltung nur jeder ernährt werden kann.
Wir müssen über die generelle Frage des menschlichen Lebens auf dieser Erde denken. Wie geht man mit dem Bevölkerungswachstum um?
Wie kann der Bedarf - gerade auch an Energie - so gedeckt werden dass dieser Ressourcenschonend ist?
Alles sind mittlerweile weltweite Fragen. Doch so lange wir in Landesgrenzen und Kleinstaaterei verfallen und immer mehr den Eigennutz über den gesellschaftlichen Nutzen denken verharren wir in Kommentaren wie diesen.

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ChemicalBeatTrip 29.07.2018, 17:34
4. Ist aber schon....

...sehr einseitig der Artikel. Vernünftig wäre es anzufangen, Nahrungsmittel für die Menschen und nicht in erster Linie des Profits wegen zu machen....dazu individuell vor Ort schauen, anstatt alles über einen Kamm zu scheren. Beide Richtungen haben Ihren Sinn....die Eine gegen die Andere auszuspielen passt nur wieder in die Vorrohung der Diskussionskultur, in der die grundsätzliche Trennung wichtiger genommen wird, als das eigentlich Ziel.

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fat_bob_ger 29.07.2018, 17:35
5. Wenn man nicht versteht, worum es geht,

sollte man einfach schweigen, so wie ich. Als Nichtwissenschaftler kann ich nicht beurteilen, wo die Grenze zwischen böser Gentechnik und effizienter gewordener Zuchttechnik liegt. Der EUGH hat eine bestimmte Zuchttechnik der Gentechnik gleichgestellt, was von vielen Forschern kritisiert wird. Bei diesen Züchtungen geht es nicht immer um "Mehrertrag". Ich kann das Geschwätz von "Hilfe zur Selbsthilfe" nicht mehr hören, wenn der gleiche Personenkreis dann den Betroffenen erklärt: "Es wird zu viel Nahrung produziert, das leider bei Euch nicht ankommt und wir sind deshalb dagegen, Nahrungspflanzen zu züchten, die mit weniger Wasser auskommen."

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d-m-einezeitverschwendend 29.07.2018, 17:42
6. Crispr/Cas9 Genschere

Modifikation von pflanzengenomen ist in der tat wenig bedenklich: eine gezielte und beschleunigte methode. Im prinzip nicht viel anders (auch im ergebnis) als die herkoemmliche zucht. Kritisch wird es bei der medizinischen anwendung beim menschen - vor allem in der keimbahn - wegen der doch sehr haeufig auftretenden "off site" aktivitaeten der genschere. Also moeglicherweise veraenderungen an anderen loci (orten im genom) als dem zielgen mit potenziell tiefgreifenden folgen.

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Strai 29.07.2018, 17:43
7. Naiv

Immer wird agumentiert, wir müssen doch die vielen hungernden Menschen versorgen! Haha, als wenn sich diese Menschen, die nichts haben, unsere teuren Lebensmittel oder Produktionsmethoden leisten könnten. Schon jetzt haben wir eine Überproduktion und das hilft den hungernden Menschen gar nichts. Und wird auch den Milliarden, die noch dazu kommen, nicht helfen. Einziger Gewinner sind die Industrie-Konzerne, die ein Monopol auf gentechnisch veränderte Pflanzen haben und sich dies teuer bezahlen lassen, während kleine Bauern überall aus dem Markt gedrängt werden. Wenn Gentechnik wirklichen allen zu Gute kommen würde, hätte ich auch nichts dagegen. Aber so wie das im Moment läuft, ist es nur eine Produktionsmaschine, die auf Kosten der Armen funktioniert und absolut nichts für die Gesellschaft bringt.

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Palmstroem 29.07.2018, 17:43
8. Urwaldrodung statt Gentechnik

Die Ackerflächen sind begrenzt und will man sie ausweiten, muss man Urwälder roden wie in Brasilien. Mit Gentechnik kann man die Erträge auf den bestehenden Flächen steigern. Aber die Europäer weigern sich,
etwa gentechnisch veränderte Sojabohnen einzuführen. Besser soll der Urwald gerodet werden, um die europäische Tierzucht mit Sojafuttermitteln zu versorgen,

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jo.lemberg 29.07.2018, 17:44
9. Geistiger Einklang mit der Natur...

"Nicht zuletzt angesichts der Tatsache, dass der menschengemachte Klimawandel unsere Ernährungsprobleme verschärfen wird. Pflanzen, die mit weniger Wasser auskommen, mehr Hitze aushalten, weniger anfällig für Schädlinge sind, höhere Erträge erbringen, könnten helfen."
Würde der Mensch die Natur betrachten, würde er auch erkennen, dass das dortige Kreislaufsystem zum Funktionieren gemacht ist- nicht aber, wenn der Mensch eben in seiner mechanischen Blindheit diese Ordnung stört.
Es sollte mittlerweile bekannt sein, dass die Erde einmal wesentlich mehr bewaldet war und dass eben die Wälder einen regulierenden Einfluss auf Temperatur und Wetter/Klima haben. Wer viel abholzt, muss eben auch viel wieder aufforsten.
Desweiteren gibt es Konzepte der Polykultur, die im Gegensatz zur künstlich wirkenden Monokultur schattenspendende und feuchtigkeitsanziehende Bäume auf den Feldern vorsieht- oder haben sie schon mal in der Natur so gewaltige monotone Landschaften gesehen? Letztlich ist der Mensch einfach nur selbst schuld.

"In der Medizin sind Produkte gentechnisch modifizierter Organismen längst akzeptiert und zugelassen, massenhaft: Hepatitis-B-Impfstoff, synthetisches Insulin und Spezialmedizin für Herzinfarktpatienten etwa werden mit ihrer Hilfe hergestellt. Fragen Sie mal einen Diabetiker, ob er das schlimm findet."
Würde diese Erkrankten im "Einklang mit der Natur" leben, ernährungstechnisch, wären dieser Erkrankungen gar nicht erst vorhanden, daher wird hier das Pferd von hinten aufgezäumt. Gerade zu Diabetes gibt es Studien, die dies beleben. Oder scheinen Ihnen die ganzen künstlichen Substanzen die sich heute in unseren sogenannten "Lebensmitteln" finden im "Einklang mit der Natur", wenn diese dort gar nicht existieren und künstlich geschaffen wurden, ohne zu wissen, welche langfristige Wirkung sie im menschlichen Körper haben?

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