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Heim-Apotheke: Welche von Omas Hausmitteln wirklich helfen

Hühnersuppe, Wadenwickel und andere Rezepte gegen Krankheiten haben eine lange Tradition. Helfen sie wirklich? Für einige gibt es eine wissenschaftliche Erklärung – oder zumindest einen reichhaltigen ärztlichen Erfahrungsschatz.

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readme74 05.04.2009, 14:00
1. Thymiantee...

Ich habe früher oft zu schwerer Bronchitis geneigt bei Erkältungen. Dafür gibt es keine wirkliche organische Erklärung weil ich ansonsten gesund bin.

Dann hat mich meine Großmutter auf etwas gebracht. Sie hatte schon seit Jahrzehnten sogar eine chronische Bronchitis, die möglicherweise noch aus Kriegszeiten stammte.

Ein Homöopath hat ihr einmal dazu geraten, jeden Morgen ein, zwei Tassen Thymiantee zu trinken. Und siehe da, auf Dauer konnte sie damit ihre chronische Bronchitis so weit zurückdrängen, daß sie so gut wie keine Beschwerden mehr hatte.

Man sollte allerdings Thymiantee aus der Apotheke nehmen - es gibt nämlich im Grunde zwei Sorten, den Gewürzthymian den viele Leute im Garten anbauen, und Arzneithymian. Letzterer soll wohl eine besonders hohe Konzentration der typischen ätherischen Öle enthalten.

Mir jedenfalls hilft es wunderbar. Seitdem auch ich kontinuierlich jeden Morgen einen Becher Thymiantee trinke, bekomme ich kaum noch Bronchitis, und wenn doch, dann verläuft sie um einiges weniger schwerwiegend. Und im Winter ist man zudem viel weniger anfällig gegen trockene Heizungsluft, die einen ja auch ziemlich husten lassen kann.

Kann ich also nur empfehlen!

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Tubus 05.04.2009, 14:23
2. Autonomie

Zitat von sysop
Hühnersuppe, Wadenwickel und andere Rezepte gegen Krankheiten haben eine lange Tradition. Helfen sie wirklich? Für einige gibt es eine wissenschaftliche Erklärung – oder zumindest einen reichhaltigen ärztlichen Erfahrungsschatz.
Leider wird auch in diesem Artikel wissenschaftliche, d.h. evidenzbasierte Medizin als Schulmedizin diffamiert und der sogenannten Erfahrungsmedizin gegenübergestellt. Evidenzbasierte Medizin ist eben keine Schulmedizin mehr, die wie früher der Meinung bzw. Erfahrung einzelner Lehrer/Ärzte und deren Schulen folgte. Dabei war Erfahrung eine frühe Form wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen, auch wenn sie allein heute nicht mehr den wissenschaftlichen Standards d. h. modernen Sicherheitsbedürfnissen genügt. Die Wirkung vieler Hausmittel ist wissenschaftlich gut zu erklären, wo nicht, ist Skepsis angebracht. Der Wert von Hausmitteln liegt neben ihrer z.T.nachweisbaren Wirkung darin, ein Stück Autonomie auch in der Krankheit zu bewahren und diese nicht bei jeder Bagatelle beim Arzt oder Psychologen abzugeben.

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GM64 05.04.2009, 18:16
3. Mein Orthopäde rät auch zu Quarkauflagen bei Gelenkproblemen

und der kümmert sich auch um Profi Fußballer.

Schlimm ist es nur, wenn in der Apotheke Allium Cepa angeboten wird. Wie z.B. hier http://www.dooyoo.de/homoeopathie/al...-15-g/1195637/ .

Wer schon mal in ein Pflanzenbuch gesehen hat, weiß, dass es sich dabei um die gemeine Zwiebeln handelt. Also wird da der arme Kranke massiv beschissen.

Da zahlt man 6,40 Euro für 15 g Globuli, dafür kann man einige Kilo Zwiebel kaufen.

Und es ist dann bei den Meisten, auch wie mit dem Briefträger, dem der Arzt Bewegung verordnet. Muss man die Globuli dann vor vor dem Zwiebelessen oder danach einnehmen?
:)

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christiane006 05.04.2009, 19:19
4. mein persönlicher Arzneikasten

Zitat von sysop
Hühnersuppe, Wadenwickel und andere Rezepte gegen Krankheiten haben eine lange Tradition. Helfen sie wirklich? Für einige gibt es eine wissenschaftliche Erklärung – oder zumindest einen reichhaltigen ärztlichen Erfahrungsschatz.
ich habe häufig auf Medikamente verzichtet und stattdessen, Kräuter aus dem Garten verwendet, die schon meine Oma benutzt hat.

Bei Wespenstichen habe ich zum Beispiel ein Breitwegerich Blatt gesucht und es auf den Stich gepackt, dass hilft super und man kann dieses " Unkraut " auch dann finden, wenn man unterwegs ist.
Verbrennungen kuriere ich mit Aloe Vera, diese Pflanze steht bei mir jederzeit bereit auf der Fensterbank, sofort angewendet, bleibt nicht einmal ein roter Fleck übrig. Besonders schön ist, dass die Wirkung sehr schnell eintritt

Aloe Vera hilft auch bei Sonnenbränden und die süße Sorte kann man in seinen Yoghurt rühren, wenn man Probleme mit der Verdauung hat. Man schneidet einfach einen Arm dieser Pflanze ab und holt das kühlende Gel heraus. Geht prima.

Halsweh wird mit Salbei behandelt. Ein paar Blätter aus dem Garten mit heißem Wasser aufgegossen und 10 Minuten ziehen lassen, dann wird kräftig gegurgelt. Oft reicht es aus, damit die Erkrankung gar nicht erst in volle Blüte schießt.
Ich verwende Salbeitee auch um Wechseljahresbeschwerden, wie Schwitzattacken zu mildern.

Bei Ohrenschmerzen, wie Mittelohrentzündung habe ich herausgefunden, dass die verschriebenen Öle kaum helfen und wenn sie helfen, erst mit großer zeitlicher Verzögerung, da ist der Erkrankte schon auf dem Baum. Da ich als Kind häufig damit zutun hatte, habe ich einen einfachen Trick herausgefunden. Ich habe Klosterfrau Melissengeist auf ein Stück Watte geträufelt und ins Ohr gesteckt. Dies hat sofort eine betäubende Wirkung und der Schmerz schwindet ganz schnell. Es ist zwar Alkohol im Spiel, aber es wird ja nicht getrunken und die Wirkung ist unschlagbar. Mit stinkenden Zwiebeln muss man sich nicht wirklich abgeben.

Soweit ein kleiner Einblick in meinen persönlichen Arzneikasten.

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Christian Hansen 05.04.2009, 22:11
5. Anthroposophie!?!?

Ein den Zeitgeist wiederspiegelnder Artikel.
Besonders schön finde ich, dass ein anthroposophisches Krankenhaus hier als leuchtendes Beispiel dargestellt wird.

Die Anthroposophie hat sehr spezielle Ansichten, das könnte man vielleicht auch in dem Artikel schreiben anstatt nur zu verherrlichen, dass Patienten die an "fieberhafter Lungenentzündung", das ist eine wirklich ernste Krankheit, erkrankt sind, eine vernünftige Therapie vorenthalten wird.

Nichts gegen Hausmittel, aber bitte nur bei Wehwehchen und nicht bei Lungenentzündung!

Und mal ganz polemisch gefragt, wenn diese "uralten Mittel" soviel besser sind als moderne Medikamente, warum nehmen wir dann nicht lieber wieder einen Rechenschieber als diese doofen modernen Computer?

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ukw 05.04.2009, 23:32
6. .

Zitat von GM64
Wer schon mal in ein Pflanzenbuch gesehen hat, weiß, dass es sich dabei um die gemeine Zwiebeln handelt. Also wird da der arme Kranke massiv beschissen. Da zahlt man 6,40 Euro für 15 g Globuli, dafür kann man einige Kilo Zwiebel kaufen.
Na denn, ;)

Vielleicht informieren Sie sich mal über die Wirkungsweise von homöopathischen Medikamenten bevor Sie hier so laut in's Horn stossen? Sollten Sie damit Probleme haben, so fragen sie ruhig noch einmal nach - ich wäre bereit Ihnen zu helfen.

BTW: 6,40 Euro ist vergleichsweise sehr günstig für ein Medikament ohne Nebenwirkungen.

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renap 06.04.2009, 06:42
7. Hausmittel helfen mir oft

Hühnersuppe, diverse Tees, Wadenwickel, Inhalationen u.a. wende ich an.
Ich bin heute noch dankbar, als ich eine starke Nebenhöhlenvereiterung hatte, grünliches Zeug herauskam ud in der Vergangenheit sich oft eine Mittelohrentzündung daraus entwickelte. Ich inhalierte mit Eukalyptusöl. Aus Versehen hatte ich zu viel genommen, ich dachte, mir verbrennt mein armes Hirn und inhalierte sanft heilend mit Kamille nach. Am nächsten Morgen kamen grosse Klumpen von dem grünlichen Zeugs herus, alles hatte sich gelöst.
Vorsicht- Kinder sollen nicht mit diesen Ölen inhalieren.
Skeptisch bin ich bei diesen Globuli-wobei ich meine, dass allein die permante Anregung zur Selbstaktvität des Heilens den Körper auf Dauer überfordert. Es muss ihm doch auch etwas zugeführt werden. Oder?

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ThomasGB 06.04.2009, 07:33
8. Zu kurz gegriffen ...

Dieses Thema wird bedauerlicherweise immer wieder falsch dargestellt. Es gibt in dem Sinne keinen Unterschied zwischen Hausmedizin rep. Naturheilkunde und Schulmedizin.

Es gibt nur einen Unterschied zwischen Homöopathie und Schulmedizin. Der Grund ist einfach: Die Homöopathie geht davon aus, man bräuchte etwas nur geeignet zu verdünnen, möglichst so stark bis nichts mehr davon übrig ist und schwups - schon hat man ein neues "Medikament" geschaffen.
Das ist natürlich eine völlig wirkungslose und schwachsinnige Vorgehensweise.

Die Naturheilkunde bedient sich - ebenso wie die Schulmedizin sehr oft heute schon klar analysierter Sustanzen, mit zum Teil knallharter Wirkung.

Beispiele:

- Tollkirsche - wird in der Schulmedizin als Atropin eingesetzt z.B. gegen Vergiftungen mit Insektiziden oder Nervenkampfstoffen. => Naturheilstoff

- Nahezu sämtliche Antibiotika sind natürlichen Ursprungs und werden nur geringsfügig chemisch verändert, z.B. für bessere Lösbarkeit in Flüssigkeiten. => Naturheilstoff

- Acetysalicylsäure, vulgo Aspirin, geht auf einen Wirkstoff aus der Spirstaude zurück, der einfachen Salicysäure. Zur besseren Verträglichkeit wird hier chemisch ein bißchen was rangebastelt. => Naturheilstoff

- Orleanderblütentee, Wirkstoff ist das Glycosid Oleandrin (was uns sofort zur Stereochemie führt). Hilft sehr zuverlässig gegen Eheprobleme => Naturheilstoff
(BITTTE NICHT NACHMACHEN !!)

- Mariendistel, Wirkstoff Silibinin, kann knallhart als chemische Formel aufgeschrieben werden. Wird u.a. gegen Vergiftungen mit dem Knollenblätterpilz eingesetzt und hat nachgewiesenermaßen eine massiv leberschützende Wirkung. Wird auch bei Fettleber und Leberzirrhose eingesetzt.

Diese Liste ließe sich beliebig forführen. Deshalb noch einmal: Es gibt keinen Unterschied zwischen Naturheilkunde und Schulmedizin ! Die Pharmaindustrie jagt ja nicht für Milliarden Forscher durch den Urwald und die Tiefsee auf der Suche nach neuen Wirkstoffen, wenn sie sich nicht einen Profit davon versprechen würden.

Und zuguterletzt: Der genannte Buchautor hat natürlich recht. Wenn ein Hausmittel sich über Generationen hinweg bewährt hat, dann kann seine Wirkung damit als gesichert gelten. Die Frage ist in der tat: Wer hat ein Interesse daran, die eigentlichen Wirkstoffe zu identifizieren und extrahieren, wenn man das Zeug im Supermarkt um die Ecke kaufen kann.

Grüßchen

Thomas G B

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xoxox 06.04.2009, 08:08
9. Zum Thema Nasespülen

Der Rat abgekochtes Wasser zu verwenden ist schlicht lächerlich. Die Nasenschleimhaut dient dazu, sämtlichen Mist aus der Atemluft zu filtern. Normales Trinkwasser ist da im Vergleich schon fast steril.

Wichtiger ist es industriell produziertes Kochsalz zu verwenden. Die speziell angebotenen Spül-Salze sind schlicht Abzocke (das Salz dient nur um eine isotone Lösung herzustellen), bei Meersalzen können Pollen enthalten sein, was bei Allergikern zu eher unlustigen Ergebnissen führen würde.

Ansonsten gibt es nichts Besseres um eine verstopfte Nase wieder frei zu bekommen.

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