Forum: Wissenschaft
Hirnforschung: Warum Frauen eher teilen als Männer
DPA

Männer denken vor allem an sich selbst, Frauen auch an andere. Warum das so ist, haben Forscher nun per Hirnscan untersucht. Bei Frauen tickt offenbar das Belohnungszentrum anders.

Seite 1 von 2
Barmbek2 10.10.2017, 13:52
1. Neurologisch?

Sehr geehrte Autoren,
der Artikel ist ja ganz gut und schön. Aber was heisst denn bitte neurologisch nachgewiesen?
Die Wissenschaftler haben vielleicht bildgebende/messtechnische Verfahren angewandt oder pharmakologische Tests/Experimente gemacht.
Aber "neurologisch nachgewiesen" dann doch höchstens, weil sie ihr eigenes Gehirn dabei genutzt haben. Wenn sie das damit sagen wollten ist es ja auch OK
MfG

Beitrag melden Antworten / Zitieren
bafibo 10.10.2017, 14:01
2.

Bei derart geringen Teilnehmerzahlen und derart geringen Unterschieden sollte man sich wirklich fragen, ob diese "Unterschiede" wirklich statistisch signifikant sind und nicht eher doch im Bereich des Zufalls liegen. Bei einer zehnfach höheren Teilnehmerzahl sähe das bei gleichen Ergebnissen anders aus.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
noalk 10.10.2017, 14:06
3. Schönes Experiment

Allerdings bedürfen die Schlussfolgerungen daraus weiterer Untersuchungen. Wie sieht es aus mit Probanden aus anderen Kulturkreisen (z.B. Japan)? Wie reagieren die Probanden, wenn statt Geld etwas anderes geteilt werden soll? Abhängigkeit der Ergebnisse vom Alter der Probanden, von deren sozialem Status?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
carinanavis 10.10.2017, 14:08
4. somit ist eindeutig bewiesen

dass eine kleine Zahl von sehr jungen Schweizer Männern und Frauen (Durchschnittsalter 23) unter völlig künstlichen Bedingungen und dem Einfluss von Psychopharmaka geringe Abweichungen zeigte bei der Anfälligkeit für eine Bestechung mit Schweizer Franken, die mit anderen geteilt werden konnte. Dies als "soziales Verhalten" zu werten ist schon absurd. Man sehe sich mal die Fehlergrenzen bei den Einzeltests an, bei Fig. 3 und 4 wurde zudem der Maßstab grafisch so manipuliert, dass der Leser ein eigentlich nicht vorhandener Unterschied erkennen soll (auch wenn angeblich statitische Signifikanz vorliegt). Es ist doch extrem merkwürdig, dass es des Einsatzes von Psychopharmaka bedarf, um diese "Geschlechtsunterschiede" hervorzurufen. Sehr wahrscheinlich zeigten die Experimente ohne Medikamenteneinfluss nicht ausreichend signifikanten Unterschiede im Verhalten der Frauen und Männer.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
santoku03 10.10.2017, 14:17
5.

Zitat von carinanavis
Es ist doch extrem merkwürdig, dass es des Einsatzes von Psychopharmaka bedarf, um diese "Geschlechtsunterschiede" hervorzurufen. Sehr wahrscheinlich zeigten die Experimente ohne Medikamenteneinfluss nicht ausreichend signifikanten Unterschiede im Verhalten der Frauen und Männer.
Aber gelesen haben Sie den Artikel nicht? Die Unterschiede wurden durch das Medikament nicht hervorgerufen, sondern verringert. Aber Hauptsache, aufregen...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
curiosus_ 10.10.2017, 14:44
6. Wissenschaft...

Es sei allerdings nicht angeboren, dass das männliche Gehirn eher egoistische und das weibliche eher soziale Entscheidungen belohnt, schreiben die Forscher weiter. Das Belohnungszentrum sei stark mit Lernprozessen im Gehirn verbunden: "Frauen lernen, eher eine Belohnung für pro-soziales als für egoistisches Verhalten zu erwarten".
...geht anders. Nämlich so wie im ersten Teil des Artikels beschrieben, über kontrollierte Studien die logische Schlussfolgerungen erlauben und prinzipiell von jedem an jedem Ort der Welt nachgestellt werden können.

"Es sei allerdings nicht angeboren...Frauen lernen, eher eine Belohnung für pro-soziales als für egoistisches Verhalten zu erwarten" ist eine pure Behauptung, die, jedenfalls im Artikel, durch keinerlei wissenschaftliche Belege (also "über kontrollierte Studien....") gestützt wird.

Genau so gut könnte da stehen "Dieses Verhalten ist angeboren", denn auch das passt zu der Feststellung im Artikel, dass "Verhaltensweisen, die das Zentrum aktivieren und damit für positive Gefühle sorgen, stärker angestrebt werden." Womit wir auch hier bei "Lernprozessen im Gehirn" wären die das Verhalten verstärken.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
wanderer777 10.10.2017, 15:02
7. Hau drauf!

Dank männlichem Verhalten (draufhauen, töten, kein Mitleid, verbreite dein Sperma wo immer du kannst) haben wir es erfolgreich durch die Steinzeit geschafft. Soweit so gut. Nun aber stehen wir vor einem grossen, globalen Problem: eben genau dieses Verhalten gefährdet ab einer bestimmten Entwicklungsstufe die gesamte Zivilisation. Die globalen Konflikte, von Krieg und Folter bis zur Zerstörung der Umwelt beweisen es. Männer müssen nun also so schnell wie möglich ihr biologisches Erbe überwinden und hinter sich lassen. Sie müssen sich neu erfinden und weiterentwickeln - wie auch schon die Frauen in den letzten 100 Jahren es taten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Bondurant 10.10.2017, 15:09
8. So

Zitat von curiosus_
"Es sei allerdings nicht angeboren...Frauen lernen, eher eine Belohnung für pro-soziales als für egoistisches Verhalten zu erwarten" ist eine pure Behauptung, die, jedenfalls im Artikel, durch keinerlei wissenschaftliche Belege (also "über kontrollierte Studien....") gestützt wird.
ist es. Wahrscheinlich hgat der Studienleiter das nur gesagt, weil ihm die Frauenbeauftragte das vorgeschrieben hat und sonst seine Ergebnisse gar nicht veröffentlicht worden wären. Diese meien Behauptung ist genauso plausibel, wie die aus dem Artikel.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
adama. 10.10.2017, 15:14
9. Systematischer Fehler

Zuerst. Die Veränderung durch eine Behinderung des Belohnungssystem sind erstaunlich gering. Warum sollte man also teilen, wenn man bei der Entscheidung, ob man teilen soll oder nicht, nicht glaubt die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Alleine Glaube die richtige Entscheidung getroffen zu haben, muss schon das Belohnungssystem aktivieren, ansonsten besteht bei den Personen kein Interesse zwischen falscher und richtiger Entscheidung zu wählen. Die Testpersonen würden dann desinteressiert, eher den Zufall entscheiden lassen, oder vielleicht aus Gewohnheit entscheiden.
Ob man eher geneigt ist zu teilen oder nicht, ist zuerst genetisch determiniert. Ansonsten würde das Belohnungssystem nicht wirken können. Erst lernen und Erfahrungen können später zu einer Verstärkung dieser Handlungsweisen führen, abhängig vom Erfolg der Entscheidung. Genetisch gibt es aber für Männer und Frauen, nicht unbedingt gleichermaßen, eine evolutionäre Begründung für das teilen. Männer und Frauen müssen teilen, wenn sie ihrem Nachwuchs das Überleben sichern wollen. Wenn sich aus dem teilen auch Vorteile für die Gruppe, schließlich einem selbst ergeben (abwechselnd Krank werden können), kann das natürlich auch ein Lerneffekt, unabhängig von einer genetische Disposition, ergeben. Aber zuerst muss die genetische Disposition kommen, um ein Verhalten zu erzeugen, das zunächst zum eigenen Nachteil ist. Für das überleben des Nachwuchs müssen Frauen aber länger und intensiver teilen als Männer (menschliche).
Es könnte daher sein, das bei Frauen die genetische Disposition stärker ist als bei Männern.
In diesem Zusammenhang müßte man den Test mit Frauen und Männern wiederholen, die keine Kinder haben und auch nicht in Berufen arbeiten, die das Teilen belohnen, sodass eine erlernte Verhaltensweise sich verfestigen konnte und trotz Deaktivierung des Belohnungssystems wiederholt wird.
Außerdem muss man den Test über einen längeren Zeitraum machen, sodass die Probanden aus der Erfahrung lernen können, dass ihre Entscheidung keine guten Gefühle mehr hervorruft. So, als ob einem plötzlich die geliebte Schokolade nicht mehr schmeckt.
Ich halte das aber nicht für nötig und wohl auch nicht ethisch vertretbar. Glaubt mir einfach, das es genetisch, bei Männern und Frauen, mal stärker und mal weniger stark, bis überhaupt nicht, determiniert ist.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 2