Forum: Wissenschaft
Höhle in Uxul: Wie ein Archäologe einen Massenmord zu Maya-Zeiten aufklärt
Nicolaus Seefeld

In der Maya-Stadt Uxul entdeckten Archäologen ein Massengrab mit 20 Menschen. Ihre Körper lagen zerstückelt in einer Höhle. Ein deutscher Forscher arbeitet den Fund wie einen Kriminalfall auf - mit überraschenden Erkenntnissen.

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susuki 05.12.2018, 09:17
1. Naheliegend...

... die alte Oberschicht als Kakao-Bauern zu versklaven dürfte nicht praktikabel gewesen sein. Schade das offenbar kein Budget besteht die ganze Staadt Schicht um Schicht freizulegen.

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cherrypicker 05.12.2018, 11:13
2. Kannibalismus?

"Möglicherweise wurden Organe entfernt." -- "Hier hat jemand wie ein Schlachter gewirkt. ... offenbar wollte jemand das Fleisch vom Knochen lösen." -- "Es scheint fast so, als seien die Knochen in einer Art Ofen gewesen." Wieso spricht keiner der Forscher eine naheliegende Vermutung aus: Das Fleisch der Toten könnte gegart und in dem Ritual verzehrt worden sein. Im magischen Denken vieler Ureinwohner kann man sich die Stärke des besiegten Gegners einverleiben, in dem man ihn aufisst. Bei der Grausamkeit der Maya-Kultur ist das keine ungewöhnliche Folgerung, wie ich finde.

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Anno2012 05.12.2018, 11:29
3. Computereinsatz

Ich habe kürzlich erst über den Computereinsatz (3D Scan, Objekterkennung, Zuordnung) in der Archäologie gelesen. Das müßte hier doch die Zeit deutlich abkürzen?
Zudem unterstütze ich die These des Vorredners, dass es in vielen Religionen üblich war (ist), Organe / Fleisch zu opfern oder zu verzehren bzw. an gezähmte oder gefangene Pumas und Jaguare zu verfüttern.
Bezüglich des Feuers könnte auch Folter in Betracht kommen.
Und wenn die Knochen rituell abgelegt wurden, wieso widerspricht das einer "würdevollen" Bestattung?

Also die überraschenden Erkenntnisse aus der Überschrift vermisse ich etwas. Generell hätte man bei einem Wissenschaftsartikel auf diesen reißerischen Zusatz verzichten können. Ansonsten sehr interessant und anschaulich beschrieben.
Herzlichen Dank dafür.
Anno2012

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r_saeckler 05.12.2018, 13:08
4. Ist noch gar nicht so lange her - 30, 40 Jahre vielleicht ...

... da haben die Archäo-, Sozio- und sonstigen -logen, die sich damals mit den Maya befassten, uns alten bösen weißen Männern unter die Nase gerieben, wie edel, friedlich und gut dieses Volk in seinem (noch nicht) von Europäern "befleckten" Naturzustand mit sich, seinen Nachbarn und der Natur in Harmonie lebte... So eine Art vorzivilatorisches "Age of Aquariuas" sollte das gewesen sein. Hahaha ...

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wi_hartmann@t-online.de 05.12.2018, 14:04
5. Massengräber

sind in Mexiko keine Seltenheit. Die verscharrten Toten haben mitder Maya meistens nichts zu tun.
Seit Jahrzehnten verschwinden ganze Dorfgemeinschaften, dieden Drogenkartellen im Wege standen.

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Emderfriese 05.12.2018, 14:05
6. Beispiele

Zitat von r_saeckler
... da haben die Archäo-, Sozio- und sonstigen -logen, die sich damals mit den Maya befassten, uns alten bösen weißen Männern unter die Nase gerieben, wie edel, friedlich und gut dieses Volk in seinem (noch nicht) von Europäern "befleckten" Naturzustand.....
Tatsächlich? Welche "Archäo-, Sozio- und sonstigen -logen" meinen Sie denn? Können Sie Beispiele nennen? Ich kenne keinen "Archäo-, Sozio- und sonstigen -logen", der nicht immer schon auch die grausamen Seiten der Maya-Zivilisation benannt hat.

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derjoey 05.12.2018, 16:16
7.

Zitat von r_saeckler
Ist noch gar nicht so lange her - 30, 40 Jahre vielleicht, da haben die Archäo-, Sozio- und sonstigen -logen, die sich damals mit den Maya befassten, uns alten bösen weißen Männern unter die Nase gerieben, wie edel, friedlich und gut dieses Volk in seinem (noch nicht) von Europäern "befleckten" Naturzustand mit sich, seinen Nachbarn und der Natur in Harmonie lebte... So eine Art vorzivilatorisches "Age of Aquariuas" sollte das gewesen sein. Hahaha ...
Ernstzunehmende "Logen" waren und sind sich ganz im Gegenteil darüber einig, dass die Mayas keine Blumenkinder waren. Über das Ausmaß der menschlichen Opferungen gab und gibt es jedoch unterschiedliche Auslegungen.

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r_saeckler 05.12.2018, 17:11
8. @Emderfriese & @ derjoey

Zitat von Emderfriese
Tatsächlich? Welche "Archäo-, Sozio- und sonstigen -logen" meinen Sie denn? Können Sie Beispiele nennen? ... [völlig ungläubig] ...
Wissen Sie was? Wenn Sie, mangels Lebensalter oder mangels Erinnerungsvermögen, nicht wahrhaben (wollen), dass die Maya vor rund 40 Jahren quer durch die wiisenschaftlichen und die populärwissenschaftlichen Periodika mehr oder weniger als eine Art Wells'scher Eloi portraitiert und propagiert wurden, dann können Sie mal anhand der Jahrgänge von, sagen wir mal, 1975 bis 1982 von 'Science' und 'Scientific American' ('Nature' käme auch noch in Frage) selbst nachsehen. Die sind sauber indiziert und nicht nur die Jahresinhaltsübersichten sondern auch jede Mange der Artikel sind leicht im www zugänglich.
Tststs....

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Nikolas Schürmann 05.12.2018, 18:11
9.

So weit wie einige andere in der lebhaften Diskussion hier würde ich vielleicht nicht gehen. Ich habe zumindest noch nie von rituellem Kannibalismus bei den Maya gehört, ich meine mich zu erinnern, das bei den Azteken eine Sache war.

Für mich spricht die Sache eher für rituelle Menschenopfer, da der Artikel von abgetrennten und zertrümmerten Köpfen, sowie aufgebrochen Brustkörben spricht. Das klingt nach den typischen Opfermethoden. Außerdem spricht dafür dass es sich um Adelige handelt. Diese haben sich häufiger freiwillig opfern lassen und an den Tagen zuvor wurden sie, wie der Gott dem sie geopfert wurden, persönlich verehrt.

Außerdem: Wie kommt der Archäologe auf Massenmord? Wurde nachgewiesen, dass die Personen an wenigen Tagen starben? Sie könnten doch auch nach und nach geopfert und dann ins gleiche Grab gebracht worden sein. Mir erscheinen die Analysen des Archäologen etwas suspekt.

Und an die Leute in den Kommentaren die die Maya als brutal beschreiben: Ja, die Maya haben viel Krieg geführt, ja sie haben (wenn auch relativ selten) Menschen geopfert, aber die Europäer zur Zeit waren auch nicht besser. Von der Inquisition ganz zu schweigen.
Letztlich sollten wir nicht mit unseren heutigen Wertvorstellungen auf die Maya blicken da sie nie mit irgendwelchen vermeintlich überlegen europäischen Werten in Kontakt gekommen sind

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