Forum: Wissenschaft
In 44.000 Kilometer Entfernung: Asteroid "2012 TC4" rast pünktlich um 7.41 Uhr an der
NASA/ JPL-Caltech

In kosmischen Dimensionen war es knapp: "2012 TC4" passiert die Erde wie berechnet. Forscher erhoffen sich nun Details über den Himmelskörper, der in 62 Jahren wieder erwartet wird.

Seite 1 von 6
joes.world 12.10.2017, 11:26
1. Alles ist gut

Wenn wir jetzt sogar schon Hausgroße-Asteroiden im Voraus ausfindig machen und Jahre lang beobachten - scheint die Erde gut geschützt zu sein. Sollte mal ein etwas größerer daher kommen. Um den dann rechtzeitig mit unseren Mitteln zu bearbeiten. Also im Augenblick schaut es schlecht für die aus, die auf einen großen Brocken wartet, der den selben Effekt hätte wie der, der die Dinosaurier auslöschte. Wir würden ihn rechtzeitig entschärfen können.

By the way. Die Angst vor Asteroiden ist so alt, als die Menschen wissen, dass sie ihnen blühen könnten. Diese Angst wird nun langsam verschwinden. Andererseits haben wir Menschen inzwischen viel wirkungsvollere Methoden entwickelt, um unseren Planeten mittelfristig menschenfeindlich zu machen: nämlich durch Überbevölkerung. Geht doch mit der intensivere Landwirtschaft einnher. Weniger Natur um die Welt zu regenerieren, mehr Anbauflächen, mehr Tierhltung, Wasserknappheit, dadurch weitere Erwärmung der Erde - irgendwann kippt dann das Schneeballsystem.

Conclusio: nicht der Asteroid ist das Problem, sondern der Mensch.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hausfeen 12.10.2017, 12:21
2. Kommt er in 62 Jahren näher oder weiter an die Erde ran?

Oder gleich weit und wo steht der Mond in 62 Jahren? Weiß man das schon?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
KingTut 12.10.2017, 12:33
3. Die Gefahr ist real

Lieber joes.world,
in der Regel bin ich fast immer Ihrer Meinung, aber dazu muss ich jetzt doch etwas schreiben.

Erstmal finde ich die Tatsache, dass Astronomen aus der ganzen Welt Ausschau nach Asteroiden halten, lobenswert und beruhigend zugleich. Ich möchte hier besonders die Rolle von Hobby-Astronomen hervorheben, die schon viele solcher Objekte entdeckt haben.
Ob wir einen kilometergroßen Brocken rechtzeitig entdecken, um effektive Gegenmaßnahmen ergreifen zu können, halte ich derzeit für nicht gesichert. Ich erinnere an den Kometen Schoemaker-Levy-9, der 1993 entdeckt wurde und schon ein Jahr später (!) auf dem Jupiter einschlug. Wir alle kennen die spektakulären Bilder von damals. Wäre er auf Kollisionskurs mit der Erde gewesen, dann hätten wir hier vermutlich ein Inferno erlebt, das wir nicht hätten verhindern können, weil die Vorlaufzeit einfach zu kurz war.
Angesichts von Myriaden von Objekten in der Oort‘schen Wolke, im Kuijper Gürtel und andernorts in unserem Sonnensystem kann es immer sein, dass plötzlich ein Brocken auftaucht, von dem man vorher nichts wusste. Um Gegenmaßnahmen zu ergreifen müssen wir entsprechende Abwehrsysteme bereithalten, damit diese bei Gefahr sofort einsetzbar sind. Wäre z.B. der heute an der Erde vorbeigeraste Asteroid einen oder mehrere Kilometer groß und wir wüssten, dass er in 62 Jahren wiederkehrt, dann hätten wir genug Zeit, ihm rechtzeitig einen Impaktor entgegenzuschicken, der ihn geringfügig von seiner Umlaufbahn ablenkt. Dabei spielt der Zeitfaktor eine entscheidende Rolle, d.h. je mehr Vorlaufzeit man hat, desto größer die Chance einer wirksamen Beeinflussung der Flugbahn.
Ich bin sicher, Ihnen damit nichts Neues erzählt zu haben, ich wollte es nur ergänzend zu Ihrem Beitrag erwähnt haben :-)

Was die irdischen Probleme betrifft 100 % Zustimmung. Nur ändert dies nicht (und relativiert sie auch nicht) die potentielle Gefahr von Asteroideneinschlägen, gegen die wir auf jeden Fall gewappnet sein müssen. Denn auch im Fall von S-L-9 hätte niemand gedacht, dass wir diese Einschläge als Zeitzeugen erleben würden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
fredderfarmer 12.10.2017, 12:39
4. Change für Frieden auf der Erde

Fast seht man sich schon folgendes Szenario herbei: Ein Riesenbrocken hält Kurs auf die Erde und wird in 10 Jahren mit ihr Kollidieren. Wo genau er einschlagen wird ist kann aber nicht vorhergesagt werden. Von nun an müssen alle Völker der Erde gemeinsam an einer Abwehr und mit voller Energie an der Abwehr des Kometen arbeiten, denn die Zeit wird knapp...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
schwerpunkt 12.10.2017, 12:55
5.

Zitat von fredderfarmer
Fast seht man sich schon folgendes Szenario herbei: Ein Riesenbrocken hält Kurs auf die Erde und wird in 10 Jahren mit ihr Kollidieren. Wo genau er einschlagen wird ist kann aber nicht vorhergesagt werden. Von nun an müssen alle Völker der Erde gemeinsam an einer Abwehr und mit voller Energie an der Abwehr des Kometen arbeiten, denn die Zeit wird knapp...
Keine Chance.
10 Jahre sind viel zu knapp um bei so einem Brocken noch irgend etwas auszurichten und ihn zuverlässig von einem Kollisionskurs abzubringen. Wenn man noch nicht genau weis, wo er einschlagen wird, ist man auch unsicher darüber ob er überhaupt einschlagen wird (zu viel Unsicherheit über die Bahnparameter). Dann könnte man ihn mit einer Hauruck-Aktion auch gerade erst auf Kollisionskurs bringen.

Einen 10 Meter-brocken kann man eventuell in diesem Zeitraum etwas verschieben (wenn man bereits das Fluggerät hätte um hinzukommen), nur dass sich dabei die Frage stellt ob der (gewaltige) Aufwand im Verhältnis zum möglichen Schaden steht (vor allem da mit hoher Wahrscheinlichkeit gar kein Schaden entsteht).

Beitrag melden Antworten / Zitieren
darthmax 12.10.2017, 13:10
6. Brocken

wer sagt denn, dass ein solchen Brocken Brocken bleibt und vorbei fliegt...kann er nicht auseinanderbrechen und dann nicht so schön vorhersagbar fliegen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
jhea 12.10.2017, 13:12
7.

Zitat von schwerpunkt
Keine Chance. 10 Jahre sind viel zu knapp um bei so einem Brocken noch irgend etwas auszurichten und ihn zuverlässig von einem Kollisionskurs abzubringen. Wenn man noch nicht genau weis, wo er einschlagen wird, ist man auch unsicher darüber ob er überhaupt einschlagen wird (zu viel Unsicherheit über die Bahnparameter). Dann könnte man ihn mit einer Hauruck-Aktion auch gerade erst auf Kollisionskurs bringen. Einen 10 Meter-brocken kann man eventuell in diesem Zeitraum etwas verschieben (wenn man bereits das Fluggerät hätte um hinzukommen), nur dass sich dabei die Frage stellt ob der (gewaltige) Aufwand im Verhältnis zum möglichen Schaden steht (vor allem da mit hoher Wahrscheinlichkeit gar kein Schaden entsteht).
kein bisschen zu knapp.

Man muss bei 10 Jahren Flugzeit... den Kurs nur um knapp 0.001 grad ändern.

Mal vergleichen wie weit die Erde in 10 Jahre fliegt
2*3,14159*R ... R= 150.000.000
also 300.000.000 * 3,14159 = 9.424.770.000 Kilometer

na denn, da sind dann
164.493,26 km die er dann an uns vorbeifliegt.


also einen tausendstel Grad kursabweichen in 10 Jahren hinzubekommen... durch Verdampfung, Gravity Anchor oder impactor, sollte ja wohl möglich sein...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Attila2009 12.10.2017, 13:22
8.

Zitat von KingTut
Lieber joes.world, in der Regel bin ich fast immer Ihrer Meinung, aber dazu muss ich jetzt doch etwas schreiben. Erstmal finde ich die Tatsache, dass Astronomen aus der ganzen Welt Ausschau nach Asteroiden halten, lobenswert und beruhigend zugleich. Ich möchte hier besonders die Rolle von Hobby-Astronomen hervorheben, die schon viele solcher Objekte entdeckt haben. Ob wir einen kilometergroßen Brocken rechtzeitig entdecken, um effektive Gegenmaßnahmen ergreifen zu können, halte ich derzeit für nicht gesichert. Ich erinnere an den Kometen Schoemaker-Levy-9, der 1993 entdeckt wurde und schon ein Jahr später (!) auf dem Jupiter einschlug. Wir alle kennen die spektakulären Bilder von damals. Wäre er auf Kollisionskurs mit der Erde gewesen, dann hätten wir hier vermutlich ein Inferno erlebt, das wir nicht hätten verhindern können, weil die Vorlaufzeit einfach zu kurz war. ....
Schöner Beitrag dem es nichts hinzuzufügen gibt. Bis auf einen Hinweis.
Der Jupiter wird mit seiner enormen Schwerkraft und seiner exponierten Bahn auch einiges aufsammeln und an sich reißen, was bei der Erde nicht so geschieht.Dazu kommt noch dass solche Einschläge in der dichten Gashülle großem Leuchterscheinungen bewirken.

Letztendlich- das Leben endet tödlich für jeden von uns.Bei dem einen eher, bei dem anderen später.
Die Wahscheinlichkeit dass das ein großer Brocken verursacht dürfte aber erheblich geringer sein als wie uns ein Auto überfährt.
Genießen wir das Leben einfach und nehmen es wie es kommt und lassen uns nicht irre machen.Drüher haben wir es nur nicht gewußt.
PS : Warum "rast " immer alles wass sich schnell bewegt ???

Beitrag melden Antworten / Zitieren
almeo 12.10.2017, 13:23
9.

Zitat von joes.world
[...] Also im Augenblick schaut es schlecht für die aus, die auf einen großen Brocken wartet, der den selben Effekt hätte wie der, der die Dinosaurier auslöschte. Wir würden ihn rechtzeitig entschärfen können. [...]
Naja, der Weltraum ist extrem groß und unsere "Augen" darin sehr beschränkt. Ein Asteorid könnte jahrelang auf uns zukommen und wir merken es nicht, denn unsere Teleskope überwachen nicht 24/7 den gesamten Raum um die Erde, sondern immer nur kleine Teile davon. Dazu können wir nicht durch Objekte hindurchsehen. Ein schneller Asteorid aus dem Sonnenschatten oder von Jupiter verdeckt würde viel zu spät erkannt. Und rechtzeitig entschärfen können wir gar nichts. Es gibt aktuell kein einziges Abwehrmittel gegen Asteoriden, höchstens einige Überlegungen, die aber nicht mal in der Testphase sind. Ein Objekt mit zehn Kilometern Durchmesser (!) und 500 Milliarden Tonnen Gewicht (!!!) ist nach aktuellem Stand der Technik nicht abwehrbar - auch nicht mit jahrelanger, jahrzehntelanger Vorlaufzeit! Ich sehe es deswegen genau anders herum: Wer davor warnt, dass wir einen großen Asteoriden im Anflug 1.) vermutlich erst sehr spät entdecken und 2.) nicht abwehren können, hat wohl recht. Hoffen wir einfach, dass wir auch die kommenden paar tausend Jahre noch Glück haben, bis wir verlässliche Abwehrmechanismen haben, oder auf die Erde nicht mehr so angewiesen sind...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 6