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Indien: Gletscher in der Wüste
Sonam Wangchuk

Die Landschaft im indischen Hochgebirge ist trocken und karg, der Anbau von Pflanzen äußerst schwierig. Ein Ingenieur will das ändern - mit künstlichen Eishügeln in der Wüstenlandschaft.

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berndschlüter 24.07.2017, 15:14
1. Nicht schlecht, die Idee,

im trockenen Indien auf diese Weise Kälte zu erzeugen. Leider geht bei diesem Verfahren auch viel Wasser verloren, das man in tiefen Speicherbecken viel effektiver für die Trockenzeit aufbewahren könnte.
In Deutschland wendet man das gleiche Verfahren an, um bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt Kunstschnee zu erzeugen, allerdings trocknet man dadurch in der Winterzeit die Bäche aus, damit das zahlungskräftige Publikum das Skilaufen auch bei höheren Temperaturen nicht vermissen muss. Die Luftfeuchte wird dadurch höher, das Wasser fehlt weiterhin in den Bächen und Flüssen. Davon haben wir allerdings genug.
Interessant ist solch ein großer indischer Eisspeicher aber zum Frischhalten von Lebensmitteln. Durch Einpacken in Stroh brachte man bei uns in früherer Zeit das aus den Seen gesägte Eis über den Sommer.

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Bueckstueck 24.07.2017, 15:23
2.

Zitat von berndschlüter
im trockenen Indien auf diese Weise Kälte zu erzeugen. Leider geht bei diesem Verfahren auch viel Wasser verloren, das man in tiefen Speicherbecken viel effektiver für die Trockenzeit aufbewahren könnte. In Deutschland wendet man das gleiche Verfahren an, um bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt Kunstschnee zu erzeugen, allerdings trocknet man dadurch in der Winterzeit die Bäche aus, damit das zahlungskräftige Publikum das Skilaufen auch bei höheren Temperaturen nicht vermissen muss. Die Luftfeuchte wird dadurch höher, das Wasser fehlt weiterhin in den Bächen und Flüssen. Davon haben wir allerdings genug. Interessant ist solch ein großer indischer Eisspeicher aber zum Frischhalten von Lebensmitteln. Durch Einpacken in Stroh brachte man bei uns in früherer Zeit das aus den Seen gesägte Eis über den Sommer.
Kälte erzeugen? Abgesehen davon, dass man Kälte nicht erzeugt, denn sie ist die Abwesenheit von Wärme, welche wiederum durch verschiedene Methoden erzeugt oder gewonnen werden kann, geht es darum gar nicht.

Hier geht es um einen Wasserspeicher in einem Gebiet wo es zur Wachstumszeit der angebauten Pflanzen zu wenig Wasser gibt.

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hanseulenspygel 24.07.2017, 15:24
3. Wie früher unsere Bierbrauer !

Die hatten Eiskeller. Im Winter wurde das Eis in gefrohrenen Teichen ausgestochen und in recht großen Kellern gelagert. Das hielt dann dort über's ganze Jahr und so hatte man auch im Hochsommer kühles Bier.
Wäre es also noch besser, diese Eisberge irgendwie unter Tage zu bringen ? Der Boden ist im Allgemeinen ein ganz ausgezeichneter Wärmeisolator.

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hikage 24.07.2017, 15:48
4.

Zitat von hanseulenspygel
Wäre es also noch besser, diese Eisberge irgendwie unter Tage zu bringen ?
Nein, es geht ja gerade darum, das Eis im Frühjahr wieder schmelzen zu lassen, um das Wasser portionsweise freizusetzen.

Wobei mir nicht ganz klar ist, warum keine konventionelleren Methoden zur Wasserspeicherung möglich sind, ich vermute hier jedoch einen Kosten- und Wartungsvorteil der Mini-Gletscher.

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tobiasl 24.07.2017, 15:48
5. Denkfehler

Sie haben da einen Denkfehler. Es geht nicht darum, das Eis möglichst lange zu speichern. Es geht darum, das Eis genau dann schmelzen zu lassen, wenn die Bauern es benötigen. Ein zu guter Isolator wäre daher eher von Nachteil, zumal es im Sommer ja genug Wasser gibt.
Letztlich imitiert er dadurch nur natürliche Vorgänge, die es aufgrund des Klimawandels so nicht mehr gibt.

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jobode 24.07.2017, 17:33
6. @Berndschlüter

Zitat von berndschlüter
im trockenen Indien auf diese Weise Kälte zu erzeugen. Leider geht bei diesem Verfahren auch viel Wasser verloren, das man in tiefen Speicherbecken viel effektiver für die Trockenzeit aufbewahren könnte. In Deutschland wendet man das gleiche Verfahren an, um bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt Kunstschnee zu erzeugen, allerdings trocknet man dadurch in der Winterzeit die Bäche aus, damit das zahlungskräftige Publikum das Skilaufen auch bei höheren Temperaturen nicht vermissen muss. Die Luftfeuchte wird dadurch höher, das Wasser fehlt weiterhin in den Bächen und Flüssen. Davon haben wir allerdings genug. Interessant ist solch ein großer indischer Eisspeicher aber zum Frischhalten von Lebensmitteln. Durch Einpacken in Stroh brachte man bei uns in früherer Zeit das aus den Seen gesägte Eis über den Sommer.
Neben den Anmerkungen die schon Forist "Bueckstueck" hatte, noch folgendes zur Schnee-Erzeugung in DE/AT/CH: Es wird kein Schnee knapp über dem Gefrierpunkt erzeugt, das ist ohne Tricksereien schlicht nicht möglich. Die beste Ausbeute erhält man bei trockener Luftfeuchtigkeit ab einer Temperatur von -4° und niedriger.
Die Zeit als dafür noch Wasser aus dem Bach oder der Leitung entnommen wurde sind teilweise seid mehr als 20 Jahren vorbei. Die Schneekanonen werden i.d.R. aus Speicherteichen gespeist die sich almählich über das gesamte Jahr - von der Scheeschmelze im Frühjar bis über den natürlichen Regen im Sommer und Herbst - füllen.
Die Speicherteiche habe zudem den Vorteil, dass sie meißt oberhalb der Schneeerzeuger angelegt werden. So ist das Wasser schon auf ca. 4 -1 Grad im Winter abgekühlt und die benötigte Energie für die Pumpen halten sich -Schwerkraft sei Dank- etwas mehr in Grenzen.

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l/d 24.07.2017, 18:08
7. Clever

Er baut also eine Art künstlichen artesischen Brunnen und lässt die Fontäne in der kalten Zeit einfrieren, damit das Wasser nicht davonläuft, sondern zur Zeit der Schmelze, wenn Wasser für die Felder benötigt wird, nach und nach zur Verfügung steht und als Eispyramide wenig Verdunstunsfläche bietet.

Energieaufwand nur für die "wasserführende" Schicht zum Brunnen, da nimmt er Rohre. Eigentlich eine clevere Sache, da er sich so Rückhaltebecken etc. spart und Gravitation und Jahreszeiten für sich arbeiten lässt. Besser geht es kaum mit (zumindest theoretisch) minimalem Aufwand.

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m a x l i 24.07.2017, 18:59
8. Aufschub

So weit, so gut. Vielleicht aber wird damit nur die Agonie verlängert, sozusagen. Wenn ich den Artikel richtig deute, ist der Wassermangel im Frühjahr ein neueres Problem - verursacht durch kleiner werdende (natürliche) Gletscher in den Bergen - offensichtlich dank Klimaerwärmung. Wenn der Trend anhält, gibt es dann irgendwann auch im Herbst und Winter weniger Schmelzwasser, das bis zum Frühjahr zwischengespeichert werden kann.

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Lord Menial 24.07.2017, 20:00
9. echt cool!

Zitat von Bueckstueck
Kälte erzeugen? Abgesehen davon, dass man Kälte nicht erzeugt, .........
Tut man nicht?

"Grundlagen der Kälteerzeugung"
- http://www.itw.uni-stuttgart.de/forschung/forschungsgebiete/kaeltetechnik/Grundlagen.html

"Grundlagen der Kälteerzeugung"
- https://www.ph.tum.de/academics/org/cc/mh/MW1834/

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