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Infektionsrisiko: So kommen gefährliche Keime ins Krankenhaus
DPA

Forscher haben untersucht, wie sich Keime in einer neu eröffneten Klinik in den USA ausbreiteten. Innerhalb kürzester Zeit eroberten die Bakterien der Patienten die Räume - und entwickelten erste Resistenz-Gene.

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exilator_ 24.05.2017, 21:22
1.

Das wäre je nicht schlimm, denn die Bakterien die auf und im Patienten sind, sind alle sehr harmlos, selbst die Staphylokokken und die Streptokokken. Und dann kommen die Hygieniker und wollen den harmlosen Bakterien ans Leder und dann kommen die Desinfizierer und wollen den Keimen ans Leder, und dann noch die Hygieniker, und dann beginnt das harmlose Bakterium sich diesem Vernichtungskrieg anzupassen und entwickelt Resistenzen und Multiresistenzen. Es ist wohl das dümmste was den Menschen einfallen kann sich in einen Krieg mit den Bakterien einzulassen. Bakterien sind Bakterien und sie sind harmlos wenn man sie in Ruhe lässt. Die Antwort der Bakterien auf die Vernichtung ist so gewaltig, dass in relativ kurzer Zeit kaum mehr ein Krankenhaus offen gehalten werden kann, es sei denn, man nimmt den vielfachen Tod von Patienten und auch aussenstehenden Personen in Kauf.

Wer Hygiene predigt, die über Händewaschen und Mundschutz hinausgeht, der trägt zu diesem tödlichen Wettrüsten bei. Wir Menschen haben keine Chance im Krieg gegen die Bakterien, denn unser kranker Hygienewahn wird sich gewaltig gegen uns richten. Je mehr wir mit Desinfektion und Antibiotika aufrüsten, desto tödlicher werden ansonsten harmlose Bakterien. Es ist jedoch zu erwarten, dass genau das auch gegen den gesunden Menschenverstand passieren wird, denn die finanziellen Interessen der Konzerne sind so, dass sie buchstäblich über Leichen gehen werden.

exilator

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joG 24.05.2017, 21:34
2. Und warum haben wir diese.....

.....Forschung nicht in Deutschland gemacht? Wir haben doch ein sehr großes Problem mit verseuchten Kliniken hier. Ich vermute einmal es ist mit ein Grund, wieso die Amis so viel mehr pro Kopf für Gesundheit ausgeben und wir nicht nur bei der internationalen Sicherheit Trittbrett fahren. Wir tun es auch bei der medizinischen Forschung.

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Sokrates1939 24.05.2017, 22:35
3. Vergleichs-Werte

Es würde mich interessieren , wie es mit der Bakterien-Besiedlung von Menschen und Räumen außerhalb von Krankenhäusern aussieht.

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sachgerecht 24.05.2017, 22:51
4. Gefährliche Angststarre vor resistenten Krankenhauskeimen

Es ist ja toll, dass Wissenschaftler wieder einmal mehr festgestellt haben, was inzwischen jeder weiß, dass sich in Krankenhäusern resistenter Krankenhauskeime enorm schnell verbreiten, nur hapert es bei ihnen an der Erkenntnis, dass die Krankenhäuser daran in nicht unerheblichem Maße mitverantwortlich sind, weil sie naheliegende Schutzmaßnahmen in unverantwortlicher Weise einfach unterlassen.
Inzwischen sollte es sich herumgesprochen haben, dass Kupferflächen an Türklinken, Geländern, Schaltern und anderen Kontaktflächen die Keimübertragung in Krankenhäusern erheblich reduzieren können. In OP-Räumen hat man unter den Maßnahmen Keimreduzierungen von bis zu 58 %.
Professor Bill Keevil und Dr. Sarah Warnes, Universität Southampton, wiesen nach, dass z.B. das Humane Coronavirus 229E, welches beim Menschen Erkältungskrankheiten unterschiedlicher Schwere hervorruft, auf den meisten Oberflächenmaterialien mehrere Tage überlebt, auf Kupferflächen hingegen innerhalb von wenigen Minuten bis zu zwei Stunden vollständig zerstört wird. Das gleiche gilt auch für alle anderen Vieren, Bakterien und Pilze, sogar für Keime der Gefahrenklasse 3, wie u.a. Pocken.
Umfangreiche Informationen hierzu sind auf folgender Plattform zu erhalten:
http://www.antimicrobialcopper.org/de/einfuehrung-in-antimicrobial-copper

Weiterhin erweisen sich Krankenhäuser durch die Verwendung von desinfizierenden Putzmittel als regelrechte Keim-Zuchtanstalten. Inzwischen ist nachgewiesen worden, dass Keime nicht nur durch Antibiotika resistent werden können, sondern auch durch Desinfektionsmittel unterhalb klinischer Konzentrationen, wie in Putzmitteln. Keime entwickeln dabei einen Schutzmechanismus, der sie nicht nur gegen Desinfektionsmittel, sondern auch gegen Antibiotika resistent werden lässt.

https://www.heise.de/tp/features/Antibakterielle-Desinfektionsmittel-foerdern-Resistenz-von-Bakterien-in-Fluessen-3400666.html

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miram-m 24.05.2017, 23:07
5.

Staphylococcus aureus ist leicht zu finden! Infizierte Menschen übertragen Krankenhauskeime auf gesunde. Das Problem ist bekannt. Wenn man MRSA-infizierte mit "gesunden" Patienten nicht vermischt, sondern isloliert behandelt, wird die Sache schon besser! Warum wird nichts gemacht? Nur wegen Geld.

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sachgerecht 24.05.2017, 23:27
6.

Zitat von exilator_
Wer Hygiene predigt, die über Händewaschen und Mundschutz hinausgeht, der trägt zu diesem tödlichen Wettrüsten bei. Wir Menschen haben keine Chance im Krieg gegen die Bakterien, denn unser kranker Hygienewahn wird sich gewaltig gegen uns richten. Je mehr wir mit Desinfektion und Antibiotika aufrüsten, desto tödlicher werden ansonsten harmlose Bakterien. Es ist jedoch zu erwarten, dass genau das auch gegen den gesunden Menschenverstand passieren wird, denn die finanziellen Interessen der Konzerne sind so, dass sie buchstäblich über Leichen gehen werden. exilator
Das ist blanker Unsinn, vor der Bedrohung durch multiresistente Keime zu kapitulieren. Ein Keimskandal wie in Bremen wäre in den Niederlanden sehr unwahrscheinlich, weil dort weit mehr vorgebeugt wird, als in Deutschland. Deshalb liegt im Nachbarland die Infektionsrate bei multiresistenten Staphylokokken (MRSA) unter einem Prozent, während sich Deutschland bei 10 bis 25 Prozent bewegt. Das ist doch ein klarer Beweis dafür, dass die Verbreitung der resistenten Keime durchaus beeinflussbar ist.

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steffen.ganzmann 24.05.2017, 23:43
7. Und warum haben wir diese.....

Zitat von joG
.....Forschung nicht in Deutschland gemacht? Wir haben doch ein sehr großes Problem mit verseuchten Kliniken hier. Ich vermute einmal es ist mit ein Grund, wieso die Amis so viel mehr pro Kopf für Gesundheit ausgeben und wir nicht nur bei der internationalen Sicherheit Trittbrett fahren. Wir tun es auch bei der medizinischen Forschung.
Erstens: Wo haben wir in Deutschland denn ein nagelneues Krankenhaus, an dem man hätte so forschen können? Ich persönlich kenne keines.

Zweitens: Ich lernte innert 16 Jahren als Klinikarzt gerade mal zwei Patienten mit multiresistenten Keimen kennen. Den einen behandelte ich irgendwann mal curativ, der andere war ich selber und ich brachte meinen - leider unbekannt gebliebenen (Sie können sich nicht vorstellen, wie sehr mich dieses Unwissen, was mich denn nun umbringen wollte, noch immer plagt, obschon das Wissen davon mir nicht ein Jota physisch helfen würde, gerade dieses Nichtwissen stellt den grössten Teil meiner PTSD) - multiresistenten Keim aus der "Wildnis" mit in die Klinik, ich bekam ihn nicht erst dort! Mein armer Zimmernachbar, erstaunlich, dass er ihn nicht auch erwischte!

Also, wenn in von meiner unmassgeblichen Erfahrung ausgehen kann, wimmelt es in Deutschlands trotz aller Unkenrufe (noch) nicht von multiresistenten Keimen. Sicherlich ein Grund zur Besorgnis, aber noch lange kein Grund zur hirnlosen Panikmache oder Ärztebashing ...

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DieButter 25.05.2017, 00:39
8.

Tja, endlich mal ein Beitrag, dass die Krankenhauskeime von den Patienten ausgehen mittlerweile.
Danke dafür.

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heinrich.busch 25.05.2017, 01:04
9. Forist #1

Hat in seinem Beitrag dem Finger in die Wunde gelegt. Hände waschen, täglich die Klinken der Patientenzimmer pro Schicht desinfizieren und/oder aus Messing, Antibiotikagaben nur gezielt, am Op Tisch nicht über den offenen Gelenken quatschen, treten bestimmte beschrieben Keime auf, dann OO ruhen lassen für 24 Std. Nachdem man mal mit Strassenschuhen durchgeschluert ist und schon bei der anschließenden Grzndreinigung sind alle "bösen Keime" von der natürlichen Feira preisgünstigt entsorgt.Nie zu vergessen die Antibiotikaverfuetterung in der Massentierhalterung und immer daran denken nur mit den Bakterien und nicht gegen sie. Der Versuch eine Keimfreiheit zu erzeugen ist erstens unmöglich und zweitens führt er unweigerlich zu Spezialisierung der Selben und zu hochproblematischen und teuren Behandlungen.
Natürlich ist mir 100% klar das (fast) alle Hygienesoezuakisten jetzt gleich einen Tobsuchtsanfall bekommen und die sich lieber mit dem tausenden Scheuermittel/Desinfektionaloesung und der 20 Verkleidung auf Keimselektion zum Nachteil der Patienten machen werden.
35 Jahre klinische Erfahrung haben mir sehr genau gezeigt was sinnvoll ist und was nicht. Von daher bin ich sehr froh nicht mehr Teil dieses Pseudihygienewahns zu sein. Es ist z.B. gesichert sinnvoller auch ohne Mundtuch im OP Bereich zu sein, direkt am Tisch mit Mundtuch, als alle zu traktiert sich ständig umzuziehen undvsich ständig zu desinfizieren. Das sorgt ganz gezielt zur Selektion und zwar von harmlos zu hochgefaehrlich. Aber wie gesagt, das zählt bei den Allwissend so gut wie gar nichts.

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