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Lidar-Technik: Archäologie im Gebüsch
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Geoforscher und Archäologen arbeiten immer häufiger mit dreidimensionalen Geländemodellen auf Basis der sogenannten Lidar-Technik. Die Laservermessung birgt auch Potenzial für Hobbyanwender.

Nonvaio01 10.09.2018, 19:32
1. Super technik

hab vor 2 Tagen eine Doku im TV gesehen wo man eine gewisse region in Latein America gescannt hat um evtl noch ein paar mehr Maya tempel zu finden. Man hat massenhaft gefunden, vor allem wurde deutlich das das Maya Empire wesentlich groesser und ausgepraegter war als man dachte. Eine der besten technologien finde ich.

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permissiveactionlink 11.09.2018, 10:00
2. Das Verfahren ist genial,

keine Frage. Und für Archäologen ist es ein giant leap. Allerdings bleiben ein paar technische Fragen im Artikel offen : Berechnet das Verfahren nur Höhendifferenzen und gibt eine relative Reliefkarte aus, oder liefert es absolute Werte ? Dann allerdings müsste die Position des beobachtenden Flugzeuges und der LIDAR-Einheit an Bord sehr (!) genau bekannt sein, was mit normalem GPS so nicht funktioniert, besonders die Höhenposition ist im GPS für Normalnutzer recht ungenau. Kommt Differential-GPS o.ä. zum Einsatz ? Ich erinnere mich an eine Spaceshuttle-Mission, bei der mittels eines ausgefahrenen Mastes das Relief der Erdoberfläche mit RADAR sehr genau aus dem Orbit vermessen wurde. (SRTM - Shuttle RADAR Topography Mission, STS 99, Start am 11.02.2000, 14. Flug der Endeavor, 97. Shuttlemission, Messgenauigkeit des Höhenprofiles : +/- 6m (!)). Damals waren die Ergebnisse nur für NATO-Mitglieder zugänglich. Und geschlossene Pflanzendecken stören dabei enorm, da die verwendete Wellenlänge sehr viel höher war. Das Militär ist natürlich an hochgenauen Reliefkarten sehr interessiert : So lassen sich die Flugstrecken der Cruise Missiles optimal planen und einprogrammieren. Und auch die Artillerie benötigt fehlerfreie Reliefkarten. Die neuen LIDAR-Karten müssen vermutlich erst mit vorhandenem Kartenmaterial mathematisch bestmöglich kombiniert werden.

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epicouros 11.09.2018, 12:01
3. @2

Die Punkte haben die absolute Höhe üNN als Attributwert, so dass sie im GIS weiter verarbeitet werden können. Die SRTM-Daten beider Missionen sind übrigens mittlerweile kostenlos über das Portal des USGS zu beziehen, international, ebenso wie viele andere weltraumgestützte Daten. ;-)

Habe kürzlich mit einem ultrahochaufgelösten Geländemodell archäologisch gearbeitet, eine Freude, wenn auf der Bahnstrecke jede einzelne Schwelle nachvollziehbar ist.

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permissiveactionlink 11.09.2018, 14:42
4. #3, epicouros

Das kann ich mir gut vorstellen, wie beeindruckend das sein muss, mit solch einem System zu arbeiten. Die alten Römer hätten in der Umgebung von CCAA Bauklötze gestaunt, wenn ihnen eine solche Reliefkarte zur Verfügung gestanden hätte. Da wäre der Bau eines fast 100km langen Aquäduktes nach Köln für die beauftragten Aquarii deutlich einfachen gewesen, ohne wochenlang mit einer 5,92m langen Riesenwasserwaage (sog. Chorobat) möglichst fehlerfrei messend durch die Gegend tigern zu müssen. Umso beeindruckender, dass sie es dennoch ohne Flugzeuge, GPS, LIDAR etc. geschafft haben, bei minimal 14cm Gefälle auf 1km Aquäduktlänge (!), allein durch optisches Austafeln. Da empfinde ich einen enormen Respekt für das, was die Römer damals konnten und geleistet haben, gerade und besonders im Vergleich zu den wohltuenden technischen Errungenschaften, auf die wir heute zurückgreifen können, und das diesbezüglich eher "frugale" Können der damaligen Germanen bzw. Ubier im Besonderen. Ausländer rein !

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