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Liebe und Scheidung: Wenn Gefühle zur Gefahr werden
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Die Regierung denkt darüber nach, das Sorgerecht für Geschiedene endlich zu modernisieren. Das ist gut so - erfordert aber auch, dass wir mit einem von Romanciers und Werbung genährten Irrglauben aufräumen.

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krautrockfreak 10.02.2019, 18:51
1. Heiraten ist die größte Verar..., die keiner jedoch blickt, weil der

Pfarrer und der Standesbeamte nur schöne Worte reden, statt die Heiratskandidaten mal ehrlich aufzuklären, was sie da unterschreiben - einen knallharten Vertrag, der einen ein Leben lang die Freude am Leben vergällen kann, weil man plötzlich einen Menschen versorgen muss, mit dem man eigentlich nichts meht zu tun haben möchte. Der Staat ist fein raus und lacht sich eines... dafür gab es als "Belohnung" vorher ja den Steuervorteil....

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mcafro 10.02.2019, 19:17
2. erwartbar

ich halte die Erkenntnis, dass Paare, die mit "großer Liebe" gestartet sind, unter den Geschiedenen überproportional sind, eher für eine Trivialität. Liegt doch statistisch in der Natur der Dinge, dass um so größer die Ziele und Erwartungen, umso größer die Zahl der Gescheiterten. Wenn ich mich mit weniger zufrieden gebe, kann ich auch länger mit weniger leben, und das aus der großen Liebe irgendwann weniger wird, liegt ebenfalls total langweilig in der Natur begründet...

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kika2012 10.02.2019, 19:21
3. Erfahrung

Nach meiner ersten Ehe und Scheidung habe ich mind 30000 EUR verloren an Gerichten und Anwälten. Falls es mich noch mal treffen sollte, gibt es nur noch meins und deins. Denn alles andere ist Bullshit.

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SuperKraut 10.02.2019, 19:41
4. Mann kann es auch anders nennen

Mit einer staatlichen Unterstützung für das Wechselmodell würden die Eltern nunmehr ermuntert, ihre Kinder nach der Trennung hin- und herzuschicken. Richtig ist vielmehr, dass den Kindern ein fester Wohnort nach der Trennung versagt wird, weil die Eltern sich mit den Konsequenzen einer Trennung nicht abfinden können. Mit einer Trennung wird schnell klar, was es für die eigene Karriere bedeuten kann, Kinder "allein" betreuen zu müssen. Natürlich ist es praktisch, sich zu trennen und mit der Begründung "ich will den Kindern den anderen Elternteil nicht wegnehmen" ein Wechselmodell einzurichten. Es ist klar, dass dieses Modell insbesondere von Sünderhauf seit Jahren -offensichtlich erfolgreich- gepusht wurde. Der Begründung einerseits, dadurch die Bindung zu beiden Eltern möglichst intensiv bewahren zu können, steht andererseits der Anspruch des Kindes auf Kontinuität des Lebensumfeldes gegenüber. Natürlich ist sehr stressig für Kinder immer hin- und herzuziehen. Wenn einem Elternteil das Kind so wichtig ist, sollte es lieber versuchen während der Woche -außerhalb von Umgangswochenenden- nachmittags mehr Zeit mit ihm zu verbringen...den hauptsächlich betreuenden Elternteil bei der Regelung von Belangen für das Kind unterstützen, anstatt ihn ständig zu gängeln...vielleicht auch eine zusätzliche Übernachtung einrichten, aber dem Kind einen Lebensmittelpunkt belassen und es nicht einer unwürdigen Dauerpendelei aussetzen. Wen das Thema ersthaft interessiert, sollte -statt der Romantisierung des Wechselmodells- sich mit den nüchternen Analysen von Sabine Walper befassen.

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mescal1 10.02.2019, 20:00
5. vor jeder kleinen Operation

muss man die Folgenerklärung von Anästhesist und Chirurg anhören und unterschreiben, dass man alles verstanden hat.
Vor der Ehe lassen sie einen - bewusst? -im Unklaren, dass die Scheidung den Ruin bedeuten kann.
Ein Ehevertrag müsste Pflicht sein, ein Vertrag, den auch ein Richter nicht mehr ändern kann.

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GoranBaranac 10.02.2019, 20:02
6. Ich bin positiv überrascht...

...über diesen sinnigen und faktenreich belegten Beitrag. Bedauerlicherweise sehe ich für den von Herr Stöcker vorgeschlagenen rationalen Übergang vom Eros zur Philiaum schlimme Probleme für alle Beteiligten zu vermeiden als sehr schwer einzuschlagenden Weg an. Neben dem romantischen Konsumversprechen der Industrie ist es im individualisierten Westen gerade die Vorstellung, daß permanent jeder Lebensumstand auf die Steigerung des eigenen Wohlbefindens hin abgeklopft werden und bei Nichtgefallen umgehend angepasst werden muss der Beziehungen hier so schwierig macht. "Im Guten wie im Bösen" schließt ja nunmal nicht aus, dass das Böse auch innerhalb der Ehe passieren kann. Wie Stöcker wäre ich auch kein Freund davon zur Bauernhochzeit zur Feldervereinigung zurückzukehren. Aber vielleicht wäre es angebracht auch im gesellschaftlichen Diskurs zu Ehe und Familie wieder Begriffe wie Verantwortung, Akzeptanz und Stressresistenz in den Vordergrund zu rücken. Die letzten 51 Jahre ging es nur um das Ego und um diese Entwicklung wenigstens zu reflektieren fehlt m.M.n. sowohl Wille als auch Einsicht.

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Celegorm 10.02.2019, 20:10
7.

Zitat von mcafro
ich halte die Erkenntnis, dass Paare, die mit "großer Liebe" gestartet sind, unter den Geschiedenen überproportional sind, eher für eine Trivialität. Liegt doch statistisch in der Natur der Dinge, dass um so größer die Ziele und Erwartungen, umso größer die Zahl der Gescheiterten. Wenn ich mich mit weniger zufrieden gebe, kann ich auch länger mit weniger leben, und das aus der großen Liebe irgendwann weniger wird, liegt ebenfalls total langweilig in der Natur begründet...
Ich würde da noch einen wichtigeren Faktor hinzufügen: da Verliebtheit letztlich bloss hormonelle Verblendung und damit aus biologischer Sicht v.a. sexuelle Attraktion (zwecks möglichst effizienter Fortpflanzung ist), wird dabei gerne alles andere ausgeblendet. Je heftiger die Verliebtheit, desto stärker der Effekt. Was nichts anderes bedeutet, als dass rationale Aspekte - wie gut passt man überhaupt mit der Person zusammen, hat man gemeinsame Interessen (ausser zu knutschen und zu vögeln), hat man kompatible Ziele und Lebensvorstellungen? - völlig ausser Acht gelassen werden. Was dann zu einem unschönen Erwachen führt, wenn der Hormonrausch im Laufe der Zeit abflaut und man realisiert, dass man keinerlei Gemeinsamkeiten hat.

Das lässt sich meist in der Praxis leicht verifizieren: jene neuen Paare, die besonders heisst verliebt und übermässig romantisch daher kommen, sind meist auch jene, bei denen es charakterlich, intellektuell, sozioökonomisch, kulturell die wenigsten Überschneidungen gibt. Und bei denen man darum weiss, dass es ziemlich sicher bald mal knallt wenn der Alltag einkehrt..

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hosswilly 10.02.2019, 20:13
8. Binsenweisheit nach Erguß

Das ganze hätte man in 8 Sätzen sagen können statt 90% Erguß über doch bekannte Liebesdefinitionen von Bibel und unreifer Co-Abhängiger.

Eine Standardisierung des Wechselmodels durch die Lobby der so fortschrittlich emanzipierten Damen wird die "Transportkinder" noch mehr belasten. Es ignoriert die Realität ,daß Kinder häufig von unreifen Müttern als "mein Kind" statt "unser Kind" gelebt werden . Die faktische Zerissenheit der Kinder wird zunehmen , da kein fester Standort mehr besteht , der für Kinder aber wichtig ist.
"Kindeswohl" wird reduziert auf egoorientierte Nutzungsparität von -unreif um Stunden Umgangszeit - streitender Eltern . Allein die Scheidungsquote zeigt doch wie wenig Reife ja Frustrationstoleranz da ist und eine Aufarbeitung der eigenen Rucksäcke vermieden wird.

Ein obligatorisches Wechselmodell wird zu mehr Umgangsregelungsverfahren und Sorgerechtsverfahren der Gerichte führen - mit nich mehr Belastung der nochmals anzuhörenden Kinder. Die eh schon von Jugendamt Verfahrenspflegern "angehört" werden....

Und wo es "klappt" wird sich das Kind - bei aller Wichtigkeit beider Elternbilder in seinem Herzen - als wöchentliches Wechselkind mit Köfferchen fühlen. Toll. Besonders problematisch wird es bei Kleinkindern sein die die Mutter noch intensiv brauchen.

Man darf gespannt sein auf das uns so schön das Kindeswohl vorlebende " Wechselmodel " der ach so emanzipierten tollen Mütter Barley Nahles Schwesig oder von der Layen oder die kompetenten Nichtmütter Klöckner Merkel Beer u.a. Karrieredamen. Die ja bei ihrem EGO wissen was Kinder brauchen.
Die musterhaft uns zeigen was wichtig ist ....wie mans richtig(?) macht.

Arme Kinder.

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shardan 10.02.2019, 20:25
9. An der Realität vorbei?

Pendelkinder... es könnte (Konjunktiv) ein Weg sein. Könnte. Allerdings habe ich oft, zu oft Fälle erlebt, wo ein Elternteil seinen Hass auf das Kind überträgt. Wehe dem anderen Elternteil, der das Kind dann abwechselnd betreuen soll... oder noch schlimmer, beide Elternteile schütten ihren Hass auf den Partner über das Kind aus. So nebenbei, möglicherweise habe ich da was überlesen - wird das jeweilige Kind eigentlich mal gefragt? Das sind ja nicht nur Säuglinge sondern eben auch mal Jugendliche. Oder wird hier einfach über die Kinder entschieden? Es wäre nicht untypisch für eine Politik, die Kinder und Jugendliche oft genug nur als Sachgegenstand behandelt.

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