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Medikamente im Wasser: Psychopharmaka lassen Barsche länger leben
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Jeden Tag landen allein in Deutschland tonnenweise Medikamente in der Kanalisation. Das bleibt nicht ohne Folgen für die Tierwelt. In Schweden etwa hat ein Experiment jetzt ergeben, dass Psychopharmaka Flussbarsche länger leben lassen.

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Paul-Merlin 11.08.2014, 13:45
1. Schlechte Nachricht -

Zitat von sysop
Jeden Tag landen allein in Deutschland tonnenweise Medikamente in der Kanalisation. Das bleibt nicht ohne Folgen für die Tierwelt. In Schweden etwa hat ein Experiment jetzt ergeben, dass Psychopharmaka Flussbarsche länger leben lassen.
jetzt werden noch mehr Mitbürger Psychopharmaka schlucken wollen. Diesmal um ihre Lebenszeit zu verlängern. Ähnliches kennen wir ja bereits bei Aspirin. Die Pharmaindustrie wird es freuen, allerdings wird sich dann wohl auch die Zahl der übergeschnappten Spinner noch etwas erhöhen.

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lachina 11.08.2014, 14:02
2. Interessant...

Beim Menschen verringern Psychopharmaka die Lebenserwartung je nach Psychopharmakon um bis zu 20 Jahren - bei Barschen wird sie also gesteigert - schon interessant.....

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hotgorn 11.08.2014, 14:11
3. die Verdünnung ist zu groß

Ich glaube nicht, dass das Auswirkungen hat. Vor einiger Zeit hatten kathospinner auch behauptet die anti baby Pille würde das Wasser verseuchen. Und die Zusatzstoffe der Ernährung Industrie erst oh wei oh wei da ist so einiges im Stuhl.

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andre_22 11.08.2014, 15:01
4. Naja........

Die durchschnittliche Lebenserwartung eines lussbarsches beträgt zwischen 8 und 10 Jahren, da verwundert einen eine solche Aussage wie: "Sie setzten zweijährige Fische, die aus einem unbelasteten schwedischen See stammten, niedrigen und hohen Dosen von Oxazepam aus. Die niedrige Konzentration in dem Experiment lag noch unter der, die üblicherweise in behandeltem Abwasser gemessen wird. Dennoch lag die Sterblichkeit danach in beiden Gruppen deutlich unter der von unbehandelten Kontrolltieren." Die Frage ist hier nach dazer der Untersuchung und den haltungsbedingungen!

Desweiteren ist eine Aussage wie: "Die Fische verließen unter anderem häufiger als üblich ihre Verstecke. Dies könne zur Folge haben, dass sie entweder häufiger gefressen werden, oder aber, dass sie selbst mehr Beute machen. Beides verändere das ökologische Gleichgewicht, schrieben die Forscher damals." Eine solche Aussage ist Naiv, denn logischerweise würden dann mehr Barsche ressfeinden zum Opfer Fallen, da das versteken ja der Arterhaltung dient um grösseren Räubern nicht zum Oper zu fallen!

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cassandros 11.08.2014, 15:07
5. dbddhkp

Zitat von lachina
Beim Menschen verringern Psychopharmaka die Lebenserwartung je nach Psychopharmakon um bis zu 20 Jahren - .....
Für diese münchhausensche Behauptung hätte ich gern einen soliden Beleg!

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cassandros 11.08.2014, 15:16
6. conceptual imperfection

Zitat von andre_22
Die Frage ist hier nach dazer der Untersuchung und den haltungsbedingungen!
Du kannst wohl der Möglichkeit, die Originalabhandlung zu konsultieren
- http://iopscience.iop.org/1748-9326/9/8/084003/
nichts abgewinnen?
Die Autoren beschreiben doch in aller Ausführlichkeit, was sie wie gemacht und gemessen haben.

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hermannheester 11.08.2014, 16:06
7. Die Hormnonie des Lebens

Zitat von sysop
Jeden Tag landen allein in Deutschland tonnenweise Medikamente in der Kanalisation. Das bleibt nicht ohne Folgen für die Tierwelt. In Schweden etwa hat ein Experiment jetzt ergeben, dass Psychopharmaka Flussbarsche länger leben lassen.
Medikamente im Leitungswasser sind heute keine Seltenheit mehr. Da sprudeln schon mal Psychopharmaka aus der Leitung und lassen selbst das langweiligste Fernsehprogramm noch unterhaltsam erscheinen oder es kommt Valium zum Publikum! Jedem das Seine.
Da gibt es aber auch Antibiotika, die in der Massentierhaltung in immer größerem Umfang eingesetzt, schließlich auch ins Grundwasser gelangt und selbst aus Uferfiltraten nicht mehr herausgehalten werden können. Von den diversen Hormonen die nicht nur stellenweise Wachstum fördern und u.a. auch mal schöne Mienen machen sollen, will ich erst gar nicht reden.

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Pfaffenwinkel 11.08.2014, 16:07
8. Die Demografie

macht also auch bei Fischen nicht Halt.

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NewHuman 11.08.2014, 16:53
9. Fische auf Drogen

Zitat von hotgorn
Ich glaube nicht, dass das Auswirkungen hat. Vor einiger Zeit hatten kathospinner auch behauptet die anti baby Pille würde das Wasser verseuchen. Und die Zusatzstoffe der Ernährung Industrie erst oh wei oh wei da ist so einiges im Stuhl.
Von ihrem Glauben hängt es allerdings weniger ab, ob die Menge an Psychopharmaka in Seen, Flüssen und Meeren eine Veränderung der Physiologie und des Verhaltens von Fischen bewirkt.
In Seen und Flüssen werden Psychopharmaka wie das Antidepressivum Fluoxetin gewöhnlich in Mengen unter 1 Mikrogramm pro Liter gefunden. Der Stoff reichert sich allerdings in Leber und Gehirn an und kann dort die neuroendokrinen Prozesse der Tiere beeinflussen.

Neuere Studien, in denen Fische dieser und noch geringeren Mengen an Fluoxetin im Wasser ausgesetzt wurden, weisen Veränderungen in der Schwimmgeschwindigkeit, im Schwarmverhalten, im Sexualverhalten, bei der Nahrungsaufnahme und bei der Reaktion auf Fressfeinde nach:
Barry (2013). Effects of fluoxetine on swimming and behavioural responses of the Arabian killifish. Ecotoxicology, 22, S. 425–43
Weinberger & Klaper (2014). Environmental concentrations of the selective serotonin reuptake inhibitor fluoxetine impact specific behaviors… Aquatic Toxicology, 151, S. 77-83.

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