Forum: Wissenschaft
Milliarden-Projekt: Wie Russland sich bei seiner Raumfahrt-Strategie verzockte
Roskosmos

Mit dem neuen Weltraumbahnhof Wostotschnij wollte sich Russland unabhängig machen von der Plattform in Kasachstan. Doch das Vorhaben droht zu scheitern. Bemannte Raumschiffe sollen auch künftig von Baikonur abheben.

Seite 1 von 2
goliath1980 07.06.2017, 20:39
1. Es gibt noch einen Raketen-Start-Platz...

...für Sojus-Raketen,nur der Vollständigkeit halber! Und zwar neben der ESA- Ariane- Startanlage in Kourou, Französisch-Guyana.

Beitrag melden
123Valentino 07.06.2017, 21:10
2. Liegt das ...

im Bau befindliche Kosmodrom zu weit nördlich.
Ich habe gelesen , näher dem Äquator benötigt man weniger Energie um eine Nutzlast ins All zu bringen?

Beitrag melden
kernspalter 07.06.2017, 22:10
3. Starts in Äquatornähe sind effizienter.

Zitat von 123Valentino
im Bau befindliche Kosmodrom zu weit nördlich. Ich habe gelesen , näher dem Äquator benötigt man weniger Energie um eine Nutzlast ins All zu bringen?
Zu Ihrer Frage: Am Äquator bewegt sich die noch nicht gestartete Rakete mit ca. 40000 km / 86400 s = 463 m/s aufgrund der Erdrotation. Diese Bewegung nimmt die startende Rakete zwangsläufig mit ohne dafür Treibstoff zu benötigen.
Je näher Sie den Startort an einen der Pole verlegen, desto kleiner wird diese Anfangsgeschwindigkeit.

Beitrag melden
multi_io 07.06.2017, 22:34
4.

Zitat von 123Valentino
im Bau befindliche Kosmodrom zu weit nördlich.
Ja, und das ist denen jetzt erst aufgefallen!

Beitrag melden
Polonium4U 07.06.2017, 23:13
5.

@kernspalter: Da gibts noch den Aspekt der Inklination. Desto näher am Äquator, desto mehr Orbits mit unterschiedlichen Neigungen können energiesparend angeflogen werden. Inklinationsänderungen erfordern sehr viel Treibstoff. Insbesondere für geostationäre Orbits die quasi in der Äquatorialebene liegen (z.B. für Fernsehsatelliten) ist das von Vorteil. Dennoch können diese Orbits mit den verfügbaren Trägern von Vostochniy angeflogen werden, die Nutzlast ist jedoch kleiner als von Baikonur aus.

Beitrag melden
roughneckgermany 07.06.2017, 23:19
6.

Korruption hat ihren Preis. Besonders ärgerlich dürfte das für Putin sein, da es für ihn ein Prestigeobjekt ist/war. Rogosin sollte die grassierende Korruption bzw die unerwarteten Verzögerungen ausmerzen. Scheint ihm leidet nicht gelungen zu sein. Dass das Militär jetzt einsteigt, ist prinzipiell gut für diesen Raumbahnhof. Schließlich können aus dem Schattenhaushalt "unbegrenzte" Mittel fließen.

Beitrag melden
micromiller 07.06.2017, 23:32
7. Erinnert irgendwie an das Honecker

Gedenken Aerodrom Vorhaben in der Bundeshauptstadt. Die Idee das Militär einzubinden ist revolutionär und würde auch unser Projekt über Nacht in einem ganz anderen Licht erscheinen lassen. Man könnte das noch toppen und einige Jahre Ueit gewinnen, wenn man das Projekt zum Central Euro Nato Aerodrom aufmausert.

Beitrag melden
tomars 07.06.2017, 23:34
8. Äquator

Für Satelliten, die in eine äquatoriale Umlaufbahn gestartet werden sollen, ist ein Start in Äquatornähe in der Tat günstiger, dies trifft z.B. auf geostationäre Satelliten zu (Astra und andere). Bei Satelliten mit Polarbahnen ist die Äquatornähe nicht von Vorteil, dies betrifft z.B. Erderkundungssatelliten. Starts zur ISS (Orbit mit 52 Grad Inklination) liegen irgendwo dazwischen. Hinzu kommen noch andere Faktoren wie z.B. die erlaubten drop zones (Abwurfgebiete für 1. und 2. Stufe)- in Baikonur muss z.B. aus diesem Grund in etwas nördlicherer Richtung gestartet werden. Damit gleicht sich der Vorteil von Baikonur (knapp 46 Grad nördlicher Breite) gegenüber Vostochny (knapp 52 Grad nördlicher Breite) in etwa aus.

Beitrag melden
norbert.schott 08.06.2017, 00:01
9. Wostotschnij ist nicht in Sibirien

Wostotschnij ist nach russischem Verständnis definitiv nicht in Sibirien. Sibirien endet beim Baikalsee, also mehrere tausend Kilometer westlich.

Die Region am Pazifik wird als der Ferne Osten bezeichnet.

Beitrag melden
Seite 1 von 2
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!