Forum: Wissenschaft
Mit Freude dem Fiskus geben?

Gerechte Steuern: Würde das Zahlen Spaß machen, wenn das Steuersystem nur fair und transparent wäre?

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schensu 09.07.2007, 14:30
70.

Zitat von
Zitat von T. Wagner Ich gönne wirklich Jedem seinen Erfolg, wundere mich aber oft, warum selbst Kleinunternehmer ein Leben in Saus und Braus führen können, während ich das als abhängig beschäftigter Gutverdiener nicht kann. Es ist offensichtlich, daß sie die Möglichkeit haben, sehr Vieles einfach von der Steuer abzusetzen. Wieso kann ich das nicht? Arbeitnehmer haben in diesem Land keine Lobby. Ich erwarte einfach von einer Regierung, daß sie sich für ihre Bürger einsetzt. Das scheint mir vollkommen natürlich zu sein. Stattdessen quetscht sie ihre Bürger immer weiter aus. Ist das vielleicht gerecht?
Zitat von Askan
Bitte nicht. Kleinunternehmer, die in Saus und Braus leben? Ich bin Kleinunternehmer und hätte gerne mal das Einkommen eines normalen städtischen Arbeiters. Und einfach von der Steuer absetzen? Wenig Verdienst - wenig Steuern, wenig absetzen. Und auch das abgesetzte muß erwirtschaftet werden. Bitte keine Neiddiskussion!
Hallo Askan,
das, was T. Wagner hier zur Frontenbildung beiträgt hat mit Neid nicht so viel zu tun.
Eher mit Unwissen.

Denn worauf sollte er neidisch sein, wenn er nicht in Ansätzen versteht, welches Risiko z.b. Sie als Kleinunternehmer tragen.
Die in diesem Land verbreitete Unsitte höchst subjektive Wahrnehmungen als allgemeingültige Lehrmeinungen hinzustellen, wird mit solcher Argumentation leider mal wieder viel zu deutlich.

Darum nochmal meine (Extrem-) Forderung:

Schaffen wir alle abhängigen Beschäftigungsverhältnisse ab!
Werden wir alle unser eigener Unternehmer!

Und schauen wir, was passiert...

gruß schensu

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FMK 09.07.2007, 14:30
71. Verschuldung

Wenn ich die Staatsschulden auf meine Lebensverhältnisse umrechne, dann hätte ich die Schulden eines Einfamilienhauses - aber kein Haus!
Wenn ich solche finanziellen Probleme hätte, würde ich umgehend die Notbremse ziehen. Egal wie sehr die Familie jammert!
Vielleicht hilft es, wenn jeder pro Jahr seine Pro-Kopf-Staatsschulden in einem Auszug zur Verfügung gestellt bekäme. Würde das unser Wahlverhalten vielleicht beeinflussen, statt immer weitere Luftschlösser zu fordern?

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schensu 09.07.2007, 14:35
72. Überraschung aber auch!

Habe ich doch gerade diesen Beitrag gesucht...
Und wo finde ich ihn: Unter WISSENSCHAFT!!!
Lieber sysop,
was in Einsteins, Newtons und Archimedes´Namen hat ein fiskalisches Thema mit Wissenschaft zu tun?
Sakrileg!
gruß schensu

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schensu 09.07.2007, 14:41
74.

Zitat von FMK
Wenn ich die Staatsschulden auf meine Lebensverhältnisse umrechne, dann hätte ich die Schulden eines Einfamilienhauses - aber kein Haus! Wenn ich solche finanziellen Probleme hätte, würde ich umgehend die Notbremse ziehen. Egal wie sehr die Familie jammert! Vielleicht hilft es, wenn jeder pro Jahr seine Pro-Kopf-Staatsschulden in einem Auszug zur Verfügung gestellt bekäme. Würde das unser Wahlverhalten vielleicht beeinflussen, statt immer weitere Luftschlösser zu fordern?
Hallo FMK,
die Idee hat einiges für sich, wird jedoch nicht so viel bewegen. Die wenigsten würden sich mit diesen Schulden identifizieren.
*Ein klares Indiz mehr für eine abgehobene, basisferne Staatsführung, die nach immer noch mehr Einnahmen schielt und die Ausgabenseite wuchern lässt.*

gruß schensu

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Horst Ziegler 09.07.2007, 16:55
75. Laffer versus Däke

Zitat von nichtdu
Ab 50% Steuerlastquote, nimmt denke ich, die Anzahl der Steuerverweigerer zu. Siehe link
Die Lafferkurve besagt, dass bis zum einem Steuersatz von 50% das Steueroptimum seinem Höchstwert zustrebt. In den allseits bekannten Tafeln dazu ist der Verlauf so, dass das Steuermaximum beim Steuersatz von 50 % erreicht wird!

In der Realität sind natürlich verschiedene andere Verläufe durchaus die Regel. Es kann sein, dass das Maximum schon vor 50 % oder aber erst nach einem höheren Steuersatz als 50 % erreicht wird. Je nach Land (Beispiel Dänemark) spielt die Einstellung der Bevölkerung zur Arbeit, zur Freizeit und zum Staat eine Rolle.

Ich persönliche fühle mich noch nicht abgezockt, wenn ich ein Drittel meines Einkomnmens an den Staat in Form von Steuern abdrücken müßte. Das mit den Abgaben (KV, AV,MWST, SV, Zusatzvers.) ist meine Sache, die im Zusammenhang mit dem, was Laffer uns sagen will, nicht verbraten werden darf. Genau das macht der Däke, wenn er von Steuer- und Abgabenlast spricht. Das ist die reinste Agi.

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FMK 09.07.2007, 17:02
76.

Zitat von schensu
Hallo FMK, die Idee hat einiges für sich, wird jedoch nicht so viel bewegen. Die wenigsten würden sich mit diesen Schulden identifizieren. *Ein klares Indiz mehr für eine abgehobene, basisferne Staatsführung, die nach immer noch mehr Einnahmen schielt und die Ausgabenseite wuchern lässt.* gruß schensu
Ich denke das ist auch eine Machtfrage. Je mehr Geld der Staat einsammelt, um es nach Gutdünken wieder an die zurückzuverteilen, von denen er es vorher genommen hat, aber natürlich nur unter bestimmten Bedingungen und Auflagen, desto mehr Macht sammelt er an, um unser Leben zu bestimmen und ggf. auch nach seinen ideologischen Prämissen zu beeinflussen. Denn worauf reagiert der Mensch leichter als auf eine Überweisung? Ich fühle mich schon ziemlich gegängelt ehrlich gesagt. Ich würde vieles anders machen als von Staats wegen gefordert oder gewünscht.

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Gary 09.07.2007, 17:02
77.

Zitat von fee2212
Der Vorschlag, die Beamten zu entlassen ist an den Haaren herbei gezogen. Gehälter in der Wirtschaft wären für gleiche Arbeit höher. Zudem kostet der Angestellte beim Staat mehr Geld (nein, ich bin nicht verbeamtet :o) )
Beamte können nicht billiger sein als Angestellte. Ein Beamter erhält z.B. in A13 etwa 600€ mehr Nettogehalt als ein Angestellter nach BAT2 bzw. TVÖD Stufe 13. Laut DESTATIS hat ein Pensionärshaushalt eine mittlere Pension von 2500 Euro Brutto, was in Steuerklasse 3 Netto etwa 2100 Euro ergibt. Ein BFA Rentner müsste dazu etwa 45 Jahre lang den höchstsatz einbezahlt haben (was praktisch unmöglich ist). Das ist also ebenfalls deutlich teurer als die entsprechende Leistung der BFA.

In der Summe ist der Beamte NOCH _etwas_ billiger als der Angestellte, was jedoch an der noch geringen Zahl an Pensionären und der dadurch geringen Pensionsumlage liegt. Sobald die '68er Verbeamtungswelle vollständig Pension kassiert, dann pressierts in der Haushaltskasse. Sachsen verbeamtet z.B. kaum noch und das hat einen guten Grund... Andere Bundesländer sparen lieber heute 5% und verlagern mangels Deckung der Pensionslasten Zahlungen auf morgen. Das ist halt das Problem einer anderen Regierung...

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Gary 09.07.2007, 17:16
78.

Zitat von Horst Ziegler
Ich persönliche fühle mich noch nicht abgezockt, wenn ich ein Drittel meines Einkomnmens an den Staat in Form von Steuern abdrücken müßte. Das mit den Abgaben (KV, AV,MWST, SV, Zusatzvers.) ist meine Sache, die im Zusammenhang mit dem, was Laffer uns sagen will, nicht verbraten werden darf. Genau das macht der Däke, wenn er von Steuer- und Abgabenlast spricht. Das ist die reinste Agi.
Das Problem sind die Sozialkassen. Das Steuermaximum wird bei einem Single eher erreicht als die Versicherungsgrenzen bei Kranken- und Rentenkasse. Was deutlich über 60% Last aufs Nominalbrutto ergeben kann. Die Spitzenlast sinkt mit steigendem Einkommen wieder - sobald die Bemessungsgrenze der Rentenversicherung erreicht ist.

Mangels Gegenleistung (ich bin leidlich jung) ist die Rentenversicherung für mich eine verdeckte Steuer auf Arbeit, mehr nicht. Denn Einzahlungen meines Jahrgangs wird nur eine geringe gesetzliche Gegenleistung gegenüberstehen. Ich vermute sogar, dass mein Jahrgang (Anfang 70er) netto weniger Rente beziehen wird als einbezahlt wurde. Zudem ist die Rente zukünftig voll zu versteuern, aber etwa 50% meines Arbeitslebens werde ich mit knapp unter 50% versteuerte Rentenbeiträge (AN Anteil) einbezahlt haben. Danke auch.

Ich fühle mich ausgenommen. Von 100 Euro Lohnerhöhung kommen kaum 35 Euro bei mir an, der Rest geht an den Staat. Ja, ich verdiene gut. Ja, es war verdammt harte Arbeit soweit zu kommen und ich habe recht "lang" vergleichsweise wenig verdient um finanziell soweit zu kommen.

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David Leon 09.07.2007, 17:24
79.

Zitat von schensu
Hallo Askan, Denn worauf sollte er neidisch sein, wenn er nicht in Ansätzen versteht, welches Risiko z.b. Sie als Kleinunternehmer tragen.gruß schensu
Das ist auch wieder solch eine Augenwischerei. Ich als Unternehmer trage weit weniger Risiken als ein Arbeitnehmer.

Ein Arbeitnehmer kann seine gesamte Existenz verlieren, auch wenn es seine Firma glänzende Geschäfte macht. Da gibt es tausende Beispiele dafür. Ich als Unternehmer muß mir keine Gedanken darüber machen daß ich mich feuern werde. Im Gegenteil, ich kann immer mehr Geld zur Seite legen, unabhängig davon wie gut oder schlecht es meinem Unternehmen geht.

Ein Unternehmer kann sein Schiksal aktiv steuern. Ein Arbeitnehmer nicht. Er muß hilflos zusehen wie das Unternehmen in dem er beschäftigt ist, gegen die Wand gefahren wird. Ich erlebe solche Situationen bei befreundeten Unternehmen immer häufiger.

Ich als Unternehmer kann aus meiner GmbH ein Vermögen ziehen, von dem ich gut leben kann, wenn meine Firma kaputtgeht.

Einem Arbeitnehmer bleibt Hartz II.

Und ein Eigenheim aus Wellpappe und Styrophor.

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