Forum: Wissenschaft
Nachrichtenkonsum: Leiden Sie schon an Trump-Erschöpfung?
Getty Images/ Westend61

Zu viele Nachrichten, ständig und überall, das macht müde. Früher kannten dieses Gefühl vor allem Journalisten, heute fast jeder. Facebook, Twitter - und jetzt auch noch Trump. Zeit für Eskapismus. Oder?

Seite 1 von 14
ogga243 12.02.2017, 08:22
0. Natürlich....

können wir uns von Nachrichten fernhalten aber Nachrichten werden sich nicht von uns fernhalten :-(

Beitrag melden
orangeovl 12.02.2017, 08:23
1. Ich mache dass so!

Facebook und Co benutze ich gar nicht mehr. Spiegel lese ich nur noch alle 3 Tage. Informiert bin ich oft besser als Leute, die sich im 5 min Takt den Liveticker irgend einer Seite reinziehen. Wieso? Es hilft mir die Dinge nüchtern zu betrachten, wenn ich etwas nicht verstehe habe ich die Energie, selbst zu googeln wie eine Wahl Funktioniert oder wie sich der Senat in den USA zusammensetzt. Persönlich merke ich wie mein Wohlbefinden gestiegen ist und meine Meinung nicht mehr von diversen Gefühlsgeprägten Impulsen dominiert wird.

Beitrag melden
felix_tabris 12.02.2017, 08:26
2. Bildung und Forschung

Der Trumpismus nimmt mit weiteren Ministerinnen ihren Lauf.
Erklärtes Ziel war und ist es, die »Abgehängten« (weißen) Wutbürgern mitzunehmen ins Gott gelobte Land der Verheißung.

In Sachen »Bildung« soll es offenkundig keine staatlichen Unterstützungen für Schulen und fachliche Lehrbücher geben. Wenn überhaupt: nur reduziert und massiv eingestampft. Dieser Kurs, von einer Milliardären festgelegt (wo man ja mit Trump weiß, dass dieser Hochadel ein besonderes Herz von Mitgefühl für die Schwachen der Gesellschaft hat), läuft auf eine Elite-Bildungssystem hinaus, wo nur die Kinder von Privilegierten solche Schule besuchen und optimal nutzen können. Der Rest ... kann weg.
Die »Chance« von bildungsfernen »abgehängten« Bürgerinnen soll offenbar frei von belasteten Schulbildung billige prekäre Beschäftigungsverhältnisse sein.
In extremer Form wäre dies also Analphabetismus, wo der Unterschicht-Sklave auch keine aufrührerische Presse und Bücher lesen kann sowie Fernsehen eh unter der Kontrolle vom »Wahrheitsministerium« (Braunbart und Fox) ist.

Ich habe zu Hause einen schönen Schreiber von der Landeszentrale für politische Bildung, wo eingraviert zu lesen ist: »Wer nichts weiß, muss alles glauben.«

Wissenschaftliche Forschungen werden angezweifelt, wie z.B. zur Klimaveränderung. Solche aus reinem politischen und wirtschaftlichen Kalkül geht bis zur Anzweiflung der Evolutionstheorie - und bedeutet in ihrer historischen Dimension eine zivilisatorische Aufkündung der »Aufklärung«.

Historisch betrachtet stellt die USA auf rein naturwissenschaftlicher Basis die Spitze der kosmopolitanischen Entwicklung da. Eine Pole-Position, die Mühe von Jahrzehnten von Wissenschaft und Forschung sowie zig-Milliarden Dollar an Investitionen akkumulierte.

Trumps Angriff auf Bildung und Forschung ist die Untergrabung des Fundaments, auf dem der us-amerikanischer Wohlstand und technologischer Vorsprung (sofern noch vorhanden) beruht. Das Schleifung dieser Institutionen nach ideologischen Gesichtspunkten stellt im Kern eine IMPLOSION der amerikanischen Zivilisation da -
mit weitreichenden Auswirkungen.

Für uns in Deutschland und Europa gilt vordergründig jedoch: Mutig zupacken und die Gunst der Stunde nutzen. Wie schon bereits beim sich anbahnende Handelskrieg gilt es nun hier laut und deutlich zu rufen: US-amerikanische Intelligenz, die ihr gegängelt und geknebelt wird - kommt doch rüber! Zu uns! Wir brauchen Hände ringend hochqualifizierte Kräfte. Und wenn sogar in den technologischen Entwicklungs - und Produktionsbereich die ausländischen Spitzenkräfte aus den Konzernen und Markt gesäubert werden (stellt nur (weiße) US-Amerikaner ein), dann gilt hier um so mehr:
Willkommen!

Beitrag melden
derherrs 12.02.2017, 08:26
3. Alles richtig, aber...

...der SPON macht es sich damit schon recht einfach! Denn in Wahrheit ist diese Seite - ebenso wie alle anderen - Teil des Problems! Das Problem lautet nicht: "die Leser werden es Leid, sich zu informieren"...

Das Problem sind die Online-Medien! Wie Seite wie SPON ist 24 Stunden lang abrufbar und muss zwangsläufig ständig etwas Neues präsentieren. Aber so viel passiert eben nicht in der Welt! Das müsste es aber, denn alles im Netz hängt von einem ganz entscheidenden Faktor ab: dem Klick! Und da kommen wir zum nächsten Problem: jede Nachrichtenseite baut ihre Startseite so auf, dass Überschrift und Kurzinhalt nur ein Köder sind. Echte Informationen lassen sich nur selten entnehmen! Wäre auch schlecht, dann gäbe es ja wieder keine Klicks!

Noch kurz zu dem Vorschlag des Autors:
Nette Idee, aber Sie schlagen praktisch vor, dass man sich um 20 Uhr die Tagesschau ansieht...

Beitrag melden
schmidthappens 12.02.2017, 08:27
4. nein...

...sind doch z.B. bei Twitter die Mitteilungen auf 140 Zeichen begrenzt!

Was den "Eskapismus" betrifft, so habe ich viel eher das Gefühl, dass die für unser Land verantwortliche politische Elite (und leider auch die schreibende Zunft) sich auf der Flucht vor der Realität befindet.

Beitrag melden
NahGha09 12.02.2017, 08:28
5. Einfache Antwort!

Zitat von
Leiden Sie schon an Trump-Erschöpfung?
Nein. Und wissen Sie auch, warum, Herr Stöcker? Weil ich Artikel wie den Ihren nicht mehr lese. Ich vesuche, das Getöse um den neuen US-Präsidenten zu ignorieren, und suche zwischen den vielen, vielen Meldungen zu ihm die Artikel heraus, in denen es um mich betreffende Themen geht: Euro-Krise, Immigration, Flüchtlinge, Staatsversagen in Deutschland, Steuerschlupflöcher für Reichen, Infrastruktur, Energiewende, steigende Strompreise, ....

Beitrag melden
rkinfo 12.02.2017, 08:28
6. Trump ist nur lasche Raubkopie von Frau Zehnbauer

Leider ist die derbe Frau 2011 verstorben, denn sonst würde sie wohl Trump die Hölle heiß machen.
Mag sein, dass D.Trump etwas von dem Temperament aus seiner Heimat geerbt hat, aber ist nur blass im Vergleich zu den regionalen Originalen in D. Wozu sich mit einer schlechten Kopie beschäftigen ?

Beitrag melden
0forearth 12.02.2017, 08:31
7.

In Bezug auf Trump leide auch ich an Nachrichtenmüdigkeit. Meiner Meinung nach sollten sich hier die Journalisten an die eigene Nase fassen: Es gibt noch andere wichtige Themen außer Trump. Die Alternative müssen nicht Katzenbilder und Rezeptvideos sein. Wer seine Leser permanent mit einem einzigen Thema zuballert, muss sich nicht wundern, wenn daran das Interesse erlahmt. Ein ähnliches Beispiel sind die Berichte über den Prozess gegen Beate Zschäpe, die in letzter Zeit immerhin seltener geworden sind. Das hat doch irgendwann keinen mehr interessiert, aus welchen Gründen die sich wieder mit ihren Anwälten streitet. Auch über das Flüchtlingsthema ist eine Weile so intensiv berichtet worden, dass ich schon gar nichts mehr darüber lesen wollte.

Mit Politikmüdigkeit hat das aber nichts zu tun. Hier irrt die Kolumne. Es ist einfach schlechter Journalismus, sich auf ein Thema zu stürzen und das immer breiter auszuwalzen. Es gäbe in dieser Welt noch viele andere wichtige Geschichten zu erzählen!

Beitrag melden
Lelas 12.02.2017, 08:31
8.

Sehr gut und richtig. Und ein Grund, der gleichzeitigen Kommentar-Müdigkeit auch nicht nachzugeben.

Beitrag melden
Seite 1 von 14
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!