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Nachweis in Insekten: Wie Medikamente aus Abwässern in die Nahrungskette gelangen
Denise Illing / dpa

Forscher haben in Wasserinsekten Dutzende Arzneimittel nachgewiesen. Sie gelangen über das Abwasser aus Kläranlagen in die Lebewesen und finden auch den Weg in Fische und Säugetiere.

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Beat Adler 07.11.2018, 09:17
1. Wo bleiben die Rueckstaende der Wirkstoffe in den Anti-Baby-Pillen?

Wo bleiben die Rueckstaende der Wirkstoffe in den Anti-Baby-Pillen?

Nach meinem bisherigen Kenntnisstand sorgten vorallem diese Hormone fuer Probleme bei der Klaerung des Abwassers in einer Standard-Klaeranlage. Mengenmaessig werden in Europa mehr Anti-Baby-Pillen Wirkstoffe angewendet und landen nach dem Ausscheiden im Abwasser wie zum Beispiel Glyphosat.

Wer ein neues Medikament zur Verkaufszulassung anmeldet, muss dabei nicht nachweisen, was mit den Rueckstaenden, die ausgeschieden werden, passiert. Auch nicht ob sich in den Abgasen der Krematorien nach dem Verbrennen der Rueckstaende Dioxine bilden.

Wir Menschen produzieren, wenden an, wandeln um, verbrauchen ca. 150'000 verschiedene Chemikalien. Die Ueberwachung von der Produktion bis zum vollstaendigen Abbau dieser Substanzen ist erst in ihren Anfaengen. Dabei gilt, dass mit heutigen Analysenmethoden so gut wie Alles in Allem gefunden werden kann.
mfG Beat

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meinemeinung2cent 07.11.2018, 09:19
2. Dann mal los!

Es ist mir völlig unverständlich, wieso es so lange dauert, bis hier gehandelt wird! Das Problem ist doch schon lange bekannt. Hier muss der Gesetzgeber unbedingt eingreifen und die Kläranlagen verpflichten nachzubessern. Kann man gleich das ätzende Microplastik mit in Angriff nehmen!

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ruedigerschulz 07.11.2018, 09:40
3. Rücknahme von Apotheken

Oft wissen die Menschen nicht wo hin mit abgelaufenen Medikamenten pp. Dann landen sie im Normalmüll oder in der Toilette.

Warum kann man Apotheken nicht verpflichten alte Medikamente zurückzunehmen? Das war doch früher ´mal so?

Der Elektrohandel nimmt doch auch alte Batterien und Glühbirmen zurück.

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Beat Adler 07.11.2018, 09:55
4.

Zitat von ruedigerschulz
Oft wissen die Menschen nicht wo hin mit abgelaufenen Medikamenten pp. Dann landen sie im Normalmüll oder in der Toilette. Warum kann man Apotheken nicht verpflichten alte Medikamente zurückzunehmen? Das war doch früher ´mal so? Der Elektrohandel nimmt doch auch alte Batterien und Glühbirmen zurück.
Die Apotheken nehmen die alten Medikamente, die nicht gebraucht werden, zurueck. Was dann? Zerstoeren in einem Chemiesondermuellofen? Davon gibt es genau 2 (zwei) in Europa, in Basel und in Rotterdam. Das Verbrennen von einer Tonne kostet, wenn ich mich richtig erinnere, "nur" 4000 Euros. Auf den schon sehr hohen Preis fuer Medikamente einfach draufschlagen?
mfG Beat

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moerre 07.11.2018, 10:39
5. Rückgabe an Apotheken ist oft sinnlos

Zitat von ruedigerschulz
Warum kann man Apotheken nicht verpflichten alte Medikamente zurückzunehmen? Das war doch früher ´mal so?
Ich machte das eine Weile - bis mir die Apothekerin sagte, ich solle es doch einfach zu Hause in den Müll werfen, sie würde auch nichts anderes tun. Der von ihr angegebene Grund: der Müll landet bei uns in der Verbrennungsanlage.

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noalk 07.11.2018, 11:50
6. Arzneistoffe aus dem Abwasser der Kläranlagen

Das suggeriert, dass in Abwässern, die nicht in Kläranlagen behandelt wurden, diese Probleme nicht bestünden. Das Gegenteil dürfte der Fall sein. Ein erklecklicher Anteil der Rückstände wird wohl durch menschliche Ausscheidungen ins Abwasser gelangt sein, nicht durch unsachgemäße Entsorgung. Was passiert eigentlich in der Schweiz mit der belasteten Aktivkohle? Wird die verbrannt oder deponiert?

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hajueberlin 07.11.2018, 12:56
7. @#1 Beat Adler

Hallo,
genau dieser Gedanke war auch mein erster zu diesem Artikel. Ich weiß nicht, ob es noch in der 90ern war oder schon den 2000er Jahren war, dass ich gelesen habe, dass es in Berliner Gewässern zu einer Verweiblichung der Fische und Amphibien gekommen ist, weil die Reste der Antibabypillen nicht neutralisiert werden können.
Das Problem besteht also schon etwas länger.
Ich bin mir sicher, das wir alle auch diese Stoffe mit der Nahrung aufnehmen. Logischerweise nicht nur in Berlin.
Anders gesagt, das Problem ist hinlänglich bekannt und nichts passiert.

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Havel Pavel 07.11.2018, 14:07
8.

Zitat von meinemeinung2cent
Es ist mir völlig unverständlich, wieso es so lange dauert, bis hier gehandelt wird! Das Problem ist doch schon lange bekannt. Hier muss der Gesetzgeber unbedingt eingreifen und die Kläranlagen verpflichten nachzubessern. Kann man gleich das ätzende Microplastik mit in Angriff nehmen!
Jedem besseren Chemiker dürften die Risiken des Chemikalien- und Wirkstoffkreislaufs im Abwassersysten wohl Sorgen bereiten. Forschungen hierzu laufen nur sehr schleppd voran, da es natürlich auch viele Gegner davon gibt, die eher versucht sich die Probleme zu verharmlosen, um weiterhin ihre Geschäfte ungehindert weiter betreiben zu können. Natürlich bestehen auch Möglichkeiten in Kläranlagen gewisse Stoffe zu absorbieren, was jedoch in vielen Fällen mit einem ganz erheblichen wohl kaum zu finazierenden Aufwand verbunden ist und daher meist nicht angestrebt wird. Schon allein der in den letzten Jahren enorm angestiegene Nitrateintrag durch die Landwirtschaft verursacht für die Trinkwasserwerke grosse Probleme und Kosten bei der Aufbereitung, um die Grenzwerte einhalten zu können. Nicht vergessen darf man natürlich, dass bei weitem nicht alle möglichen ins Wasser gelangten Stoffe ermittelt werden, was natürlich gerade im Hinblick auf den Einsatz unzähliger Arzneimittel Fragen aufwirft.

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berlin-steffen 07.11.2018, 16:13
9. Ja das ist mal eine positive Nachricht.

So werden wir alle, sofern wir Wasser aus der Leitung oder Tafelwasser trinken, rundum geschützt. So kann uns kein Superkeimling und kein Schmerz überrumpeln, denn wie sagten schon die alten Indianer :"Ein Bürger der ersten Welt kennt keinen Schmerz" und demnächst auch "keine Krankheit". Super gemacht. Ich like gleich diesen Artikel.

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