Forum: Wissenschaft
Nation und Identität: Die Top-Erfolge der deutschen Geschichte
imago

Die kalkulierte "Vogelschiss"-Provokation war widerwärtig. Was dabei ein bisschen unterging: Auch der Rest, das mit den "1000 erfolgreichen Jahren deutscher Geschichte", ist gefährlicher Unsinn.

Seite 1 von 14
m_e_m 10.06.2018, 11:19
1. inhaltlich dabei ...

stimme in allen Punkten inhaltlich zu - gleichwohl - auch hier reden wir, obgleich schon lange her - von Millionen Einzelschicksalen - die sarkastischen Ausdrucksformen sind somit völlig ungebracht.
Wer sich in die Qualen einer Verbrennung nur ansatzweise hinein versetzt kann damit keinen Begriff wie Trendsport ernsthaft verwenden wollen.

Beitrag melden
HtFde 10.06.2018, 11:20
2. Da fehlt noch ...

... als die Deutschen (das Volk) der Meinung waren, es wäre doch schön, ein Deutschland zu haben (statt der 100+ Kleinstaaten nach dem Westfälischen Frieden) waren die Oberen nicht so ganz happy über diese Initiative und haben diese massiv unterbunden - lieber Graf auf dem eigenen Maulwurfshügel als Graf unter einem König/Kaiser.

Erst 1870 wurde "von oben" ein Deutschland geschaffen ...

Beitrag melden
österreichischeschule 10.06.2018, 11:25
3. Fußballspielen können wir aber...

Schade, das sich der Autor wieder schienenhaft auf seinem linken Kurs bewegt. Ich teile zwar die Einschätzung das Früher alles schlechter war und das wir vermutlich in einer der besten Zeiträume überhaupt leben dürfen (nach uns wird es Dank Umweltverschmutzung und Überbevölkerung nicht mehr so lustig), aber hier nur auf die negativen Aspekte abzustellen ist mir zu einseitig und dient wieder nur dem reflexartigen AfD bashing. Hätte der Autor sich die Mühe gemacht auch einige der Errungenschaften zu nennen, die von Deutschland aus um die Welt gingen, wäre der Artikel gelungener gewesen und die Kritik glaubwürdiger.

Beitrag melden
eronx 10.06.2018, 11:27
4. Nur noch einige Vorschläge zu den Erfolgen

Ich finde den Beitrag gut. Es symobolisiert wie unwissend Menschen eigentlich sind, die sich auf so etwas wie Geschichte berufen. Das lustige ist auch, dass eine Vielzahl der wirklichen Erfolge selten eine national isolierte Geschichte war.

Zudem könnten Sie noch zu den „Erfolgen“ die Kolonialisierungen ansehen oder die Versklavung Afrikas. Die Menschen dort leiden heute an den Folgen imme noch. Dort wurde Geschichte, Kultur und Identität gestohlen, dass dazu führte, dass diese Menschen nun so leben wie sie leben.
Oder das wir deutschen die Engländer ausgerottet haben. Der heutige Engländer ist genetisch Verwandter mit einem Deutschen als mit einem Schotten. Die Liste könnte man bestimmt beliebig fortsetzen.

Beitrag melden
HeisseLuft 10.06.2018, 11:29
5. Ach du liebe Zeit

Also

a) Selbstverständlich gibt es eine deutsche Geschichte. So wie es eine russische, eine vietnamesische oder eine polnische Geschichte gibt. Dass die mehr oder weniger ineinander verwoben sind ändert daran nix. Sonst könnte man auch keine "Geschichte der antiken Stadt" schreiben, dennn die interagierte ja auch mit ihrem ländlichem Umfeld. Keine Geschichte der griechischen Philosophie, denn hat nicht nur Nachfolger, sondern auch Vorläufer. Usw. usf.

b) Ist der Standpunkt früher war alles oder sehr vieles besser selbstverständlich Blödsinn. Niemand wird in der Geschichte ein wohlhabenderes, reicheres und sicheres Deutschland finden als das heutige.

c) das alles nun zu einem einzigen Misserfolg zu erklären ist genauso unsinnig. Die Pest konnte deshalb so wüten, weil zuvor die Bevölkerung angewachsen war, die Städte aufblühten und der Handel sich intensivierte.

d) der Holocaust und verbundene Katastrophen sind kein "Vogelschiss" zum Einen wegen des ungeheuerlichen Ausmaßes der Verbrechen und zum Anderen weil diese Katastrophen vor 70 bis 80 Jahren stattfanden - und nicht vor 700 bis 800 Jahren. Also in einer Gesellschaft, die der unseren schon sehr ähnlich war, die Voraussetzungen, die Bildungsideale nicht so unterschiedlich.

Beitrag melden
cogito-ergo-sum 10.06.2018, 11:30
6. Großartige Aufzählung der deutschen "Erfolge"

Christian Stöcker sei gedankt für diese deutliche Absage an Gaulandsche Geschichtsklitterung. Nur sind Zweifel erlaubt, ob dieser Kommentar von Nationalisten gelesen wird und, wenn doch, den Effekt hat, dass diese tumben Deutschtümler ihre verquere Sicht auf die Geschichte überdenken.

Beitrag melden
gesichter 10.06.2018, 11:31
7. Geschichte suboptimal

Gauland ist der deutsche Trump: Erst was provokatives äußern und es dann wieder relativieren. Wehe, wenn solche Typen in diesem Land was zu sagen haben. Aber noch eine Ergänzung zum Artikel, für den ich sehr danke:
Seit dem Mittelalter haben Deutsche gegen andere Deutsche und Nachbarn im Schnitt alle zwei Jahre Krieg geführt. Deutschland war nie ein friedliches Land. Auf der Liste der 10 friedlichsten Länder ist nur die Schweiz dabei, Deutschland steht auf Platz 16. Ermordete Soldaten (Ohne ermordete Zivilbevölkerung):

30jähriger Krieg: 6 Mio. Opfer
7jähriger Krieg: 550.000 Opfer
Deutsch-Französischer Krieg: 138.000 Opfer
1. Weltkrieg: 2 Mio.
2. Weltkrieg: 4 Mio.

Gerade der 2. Weltkrieg hat bis zum 80 Mio. Opfer gefordert und ist - von Deutschen angezettelt - einer der größten Verbrechen der Menschheitsgeschichte.

Beitrag melden
baluchiterium 10.06.2018, 11:31
8. Pestepidemie ?

Ich zitiere "Sechs Top-Erfolge der deutschen Geschichte ... mit wissenschaftlichem Denken noch nicht vertrauten Deutschen haben der Krankheit, genauso wie ihre europäischen Nachbarn, nichts entgegenzusetzen außer Aderlass und kruden Theorien."
Ganz Europa war zu dieser Zeit mit wissenschaftlichem Denken nicht vertraut. Und die eigentliche Antwort auf die Pest, naemlich Erkenntnisse aus der Molekularbiologie, hatte weltweit niemand (weil diese noch gar nicht existierte). Pestepidemien als besonderen deutschen Misserfolg hier anzufuehren, ist kompletter Unsinn.

Beitrag melden
dasfred 10.06.2018, 11:37
9. Ein Gauland hätte diesen österreichischen Hassprediger

gar nicht erst eingebürgert. Das werden in absehbarer Zeit die meisten AFD Anhänger glauben. Ich hatte immer ein Problem mit dem "deutsch" sein. Alle meine Vorfahren stammen aus dem Gebiet zwischen Ems und Elbe. Da sind die historischen Beziehung zu den Nordsee Anrainern immer enger gewesen, als Kontakte in den Süden der heutigen BRD. Ich sehe immer nur, wie sich heutige rechte Politiker wie schon die Nazis auf eine Blut und Boden Kultur berufen, die es so nie gegeben hat. Jeder Landstrich hatte seine Eigenarten. In vielen Teilen gab es noch Leibeigenschaft, als andere schon längst freie Bürger waren. Hier wird immer gerne die Geschichte so zurechtgebogen, bis sie ins abstruse Weltbild passt. So kann man nie aus den Fehlern der Vergangenheit lernen.

Beitrag melden
Seite 1 von 14
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!