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Nordsee: Firmen planen künstliche Insel für Windkraft
TenneT

Mitten in der Nordsee liegt der ideale Ort für Windkraftanlagen - Bau und Betrieb erschienen jedoch kaum machbar. Firmen planen eine spektakuläre Lösung: eine künstliche Insel.

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tume 05.04.2017, 14:02
1. Wessen Hoheitsgebiet wäre das?

Völlig unabhängig von den technischen Fragen, stellt sich die politische Frage: zu welchem Hoheitsgebiet würde diese Insel gehören? Bei einer Einigung zwischen Staaten, bleibt immer zu bedenken, wie lange hält eine solche Einigung? Wie schnell sich öffentliche und staatliche Meinungen ändern können, sehen wir derzeit an verschiedenen Entwicklungen nur zu deutlich.

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Ökofred 05.04.2017, 14:03
2. Endlich mal Visonen!

Vor 30 Jahren waren Windräder für die meisten Leute Spielereien für den Vorgarten! Für viele ist das ja leider immer noch so... aber schön, dass sie zunehmend Teil von visionären Entwürfen werden.. Wozu noch Desertec? -- Bald haben wir Nordseetec!. (Da zahlen die Netzdurchleitungsgebühren auf meiner Stromrechung doch gleich viel lieber....)

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constractor 05.04.2017, 14:06
3.

Viel wichtiger ist doch die Frage wie sich der Bau eines solchen Monsters auf die Ökologie des Lebensraumes Nordsee auswirkt. Werden Tierarten vertrieben und massenweiße Tiere für dieses Unterfangen getötet? Vermutlich ist dies der Fall und von daher ist der Bau abzulehnen.
Der Mensch sollte sich nicht zu einem Gott erheben indem er versucht Land zu erschaffen wo keines sein sollte.

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Freier.Buerger 05.04.2017, 14:15
4. Eu

Zitat von tume
Völlig unabhängig von den technischen Fragen, stellt sich die politische Frage: zu welchem Hoheitsgebiet würde diese Insel gehören? Bei einer Einigung zwischen Staaten, bleibt immer zu bedenken, wie lange hält eine solche Einigung? Wie schnell sich öffentliche und staatliche Meinungen ändern können, sehen wir derzeit an verschiedenen Entwicklungen nur zu deutlich.
Das war auch mein erster Gedanke. Vielleicht könnte man ein Europäisches Projekt und EU-Land daraus machen.
Im zeiten Schritt sollte man dan den EU-Sitz aus Brüssel dorthin verlagern.
Sollte der Rest Europas in nationalistischen Strömungen auseinanderbröseln, so bleibt wenigsten ein Rest zurück.

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horstvonork 05.04.2017, 14:16
5.

Wäre vielleicht gut, wenn sich die Insel in dänischen Gewässern befinden würde – oder teilweise in schottischen (weil britische sich bis dahin erledigt haben dürfte). Ja, immerhin eine Vision, die in der Branche ja schon länger bekannt ist und durchaus Sinn machen würde.

Wie schnell der Bau einer solchen Insel geht hat China unlängst im Südchinesichen Meer gezeigt, wenn auch mit anderem Hintergrund.

Die Verteilung des erzeugten Strom halte ich für weniger problematisch, da mehrere Länder mit ihren Netzen angeschlossen wären und ein dann europäisches Verbundnetz auch über Umleitungen funktionieren würde.

Power-to-Gas wäre eine Option, sofern man die Kosten der Elektrolyse deutlich reduzieren kann.

Visionen gibt es reichlich, sie werden auch Geld verschlingen, aber für die Zukunft Europas und die Energieversorgung des Kontinents (nicht einzelner Staaten) müssen neue Wege gegangen werden – dies ist einer….

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Isegrim1949 05.04.2017, 14:19
6. Für und wider

Zunächst wäre die Installation der Windkraftanlegen im Meer wirtschaftlicher und die Umwelt schonender als die Verspargelung unserer Landschaften. Zumal man ja den billigen und teils überschüssigen Strom auch zur Spaltung von Wasser und der Verflüssigung des Wasserstoffs nutzen könnte. In Verbindung mit Gasspeichern und Gasturbinen auf der Insel wäre das auch gleich die anteilige Überbrückung für windärmere Zeiten. Da nur der "überflüssige" Strom verbraucht werden soll erübrigt sich die Frage nach dem Wirkungsgrad.

Meine Bedenken wie folgt: Was kostet allein der nötige Stromtransport ?
Was kosten die in Bereitschaft befindlichen Kraftwerke für den Fall der Windstille ?
Kann man so sicher bauen, dass auch ein Orkan keine Schäden an den Windrädern verursachen kann ?
Wird der Privatverbraucher auch Vorteile haben oder muss er dann wieder die Zeche zahlen ?

Nicht zuletzt : Ist die Doggerbank nicht auch für die Fischerei wichtig ?
Kann man verhindern, dass diese Windräder zu wahren Vogelschreddern werden ?

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HerrPeterlein 05.04.2017, 14:19
7. Warum nicht?

Im ersten Moment klingt die Idee verrückt, aber im Gegensatz zu vielen anderen Idee im zweiten Moment realisierbar. Bei der Wassertiefe scheint so eine Insel machbar und deutlich effektiver als "dort draußen" alles auf dem Boot zu lagern. Technisch ist das machbar, bzw. muss so oder so gemacht werden wenn man Windkraft dauerhaft will.

Der Umweltaspekt wäre interessant, weil hier keine Umwelt zerstört wird, aber droht stark beeinträchtigt zu werden. Solche künstlichen Strände würde schnell Robben und Co anziehen, eventuell würde es sich lohnen eine künstliche Insel nur für die Natur zu erstellen.

Größer wird die Frage, wem gehört diese Insel? Es müsste eine Insel ohne Hoheitsrechte sein, aber sollte auch machbar sein.

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pyrrhon-von-daheim 05.04.2017, 14:23
8. Problematisch für Zugvögel

Leider ignorieren Zugvögel Windkraftanlagen, lieben aber abgeschiedene Inseln als Rast- und Brutplätze.
Diese Insel könnte für Zugvögel wie ein Magnet wirken und ganze Populationen zerschreddern. Ich befürworte diese Konzepte der Energiegewinnung gerne, wenn der Artenschutz in der Planung die gleiche Wertschätzung erfährt.

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KingTut 05.04.2017, 14:28
9. Nichts spricht dagegen

Ich bin absolut dafür, eine solche Insel zu bauen. Im Meer gibt es Platz in Hülle und Fülle. Wenn der Ozean an dieser Stelle sehr flach ist, drängt sich die Insel-Lösung geradezu auf. Strom für 100 Mio. Haushalte zu liefern und das wäre ein großer Beitrag zum Umweltschutz, weil einerseits kein CO2 emittiert würde und wir andererseits auf Atomkraftwerke verzichten könnten.
Da alle Länder im Einzugsbereich dieser Insel davon profitieren würden, kann ich mir nicht vorstellen, dass irgendjemand dagegen Einwände haben wird. Ergo spricht nichts dagegen, diesen genialen Plan in die Tat umzusetzen.

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