Forum: Wissenschaft
Orang-Utans auf Sumatra: Aus dem Käfig in den Dschungel

Sie liegen in Ketten, müssen hungern, werden geschlagen: Orang-Utans werden in Indonesien oft als Haustiere gehalten - obwohl sie unter Artenschutz stehen. Der Biologe Ian Singleton zieht durchs Land und befreit die gequälten Kreaturen. Aber sind sie überhaupt fit für einen Leben in der Natur?

Magnolie5 18.12.2011, 17:12
1. Orang Utans

Eine Aufzuchtstation habe ich auf Borneo, Malaysia besicht.
Dort ereilt die Tiere das gleiche Schicksal. (Nur gibt es auf Borneo kenne Tiger, die den Bestand der Tiere zusaetzlich bedrohen). Etwas hat mir auf Borneo sehr gut gefallen: Ca. 500 m von der Aufzuchtstation im Dschungel entfernt, gibt es eine Fuetterungsplattform. Vormittags und nachmittags werden dort Bananen gefuettert (nur Bananen, wenn es abwechslungsreichere Affenkost gaebe, wuerden sie aus reiner Bequemlichkeit kein Futter im Wald suchen). Besucher konnen sich das gegen Eintritt ansehen. Anfassen der Tiere ist strengstens verboten.
Viele juengere Tiere waren dabei - Waisen, die aufgepaeppelt wurden- aber auch erwachsene Tiere.
Laut Berichten der Tierhelfer, werden die Tiere manchmal Monate nicht gesehen und dann tauchen sie ploetzlich doch wieder auf.

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hinifoto 18.12.2011, 20:45
2. Die Situation ist dramatisch

Für die Tiere und für die Menschen. Immer häufiger werden in Indonesien Menschen und Tiere vertrieben um Platz zu machen für Forst Raubbau und lukrative Palmölplantagen. "Unser" Bedarf an Bratfett, Magarine, Kosmetika oder "Bio-" Kraftstoffe wird dort auf Kosten von Natur und Menschenrechten gedeckt. Beteiligt an dem Geschäft sind auch deutsche Lebensmittel Grosskonzerne. Palmöl Monokulturplantagen mit einer Länge von bis zu 100 Kilometer werden dort von den Unternehmen in den Urwald geschlagen. Auf Flächen wo noch vor wenigen Jahren dichter Urwald mit Tigern, Krokodilen, Lianen, Elefanten und indigenen Menschen war.
In dieser Situation können Auswilderungsstationen leider kaum einen Beitrag zur Besserung der Situation leisten. Die Auswilderung ist teuer, aufwändig und der Nutzen liegt hauptsächlich in der Arbeitsplatzbeschaffung für arbeitslose Zoologen, Biologie Praktikanten, einiger einheimischer Hilfskräfte sowie der Beruhigung unseres Gewissens. In den meisten Fällen besteht in der Natur ein Gleichgewicht zwischen den in einem bestimmten Gebiet lebenden Lebewesen. Meist leben im Wald so viele Orang Utans wie der Wald auch ernähren kann. Wenn zusätzliche Tiere eingebracht werden, müssen diese meist zusätzlich gefüttert werden, wie das in den meisten Nationalparks auch geschieht.
Auswilderungsstationen können so kaum zu einer Lösung des Problems beitragen. Helfen kann nur ein Ende des weiteren Raubbaus an den natürlichen Lebensgrundlagen. Doch danach sieht es nicht aus. Nachdem Sumatra und Kalimantan schon fast vollständig ausgebeutet wurden, ist als nächstes West Papua dran. Und Pläne der indonesischen Regierung sehen eine Verdopplung der Palmöl Produktion in den nächsten Jahren vor.
Es sind nicht nur die liebenswerten und vom Aussterben bedrohten Orang Utans die dieser Politik zum Opfer fallen werden. Es gibt tausende von teils blutigen Landkonflikten zwischen den Konzernen und einer Landbevölkerung die ihre Lebensgrundlage verliert. Traditionelles Handwerk welches auf Grund fehlender Rohstoffe aus den Wäldern keine Zukunft hat. Und ein sozialer Frieden der schwer gefährdet ist: Immer wieder kommt es zu bewaffneten Aufständen weil sich die Menschen auf den entlegenen Inseln Indonesiens von der Zentralregierung in Jakarta unterdrückt und verkauft fühlen.

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gernot999 18.12.2011, 22:34
3. Die Grünen sind die wahren Täter!

Schuld am Elend der Tiere sind nicht in erster Linie die Einheimischen, die Orang Utans gefangen halten, sondern der westliche und vor allem der deutsche Klimawahn. Biosprit soll angeblich den Planeten retten und wir stiften die Indonesier an, die Tropenwälder dafür abzuholzen und systematisch durch Palmölplantagen zu ersetzen, die den Tieren ihren Lebensraum wegnehmen.

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taxidriver 18.12.2011, 23:08
4. Ja es ist sehr dramatisch

Zitat von hinifoto
Für die Tiere und für die Menschen. Immer häufiger werden in Indonesien Menschen und Tiere vertrieben um Platz zu machen für Forst Raubbau und lukrative Palmölplantagen. "Unser" Bedarf an Bratfett, Magarine, Kosmetika oder "Bio-" ......
Ja, so ist es. Ich war früher auch auf Sumatra und habe insgesamt viel Zeit in Nordaustralien verbracht. Wenn man dort seine Zeit abseits der Zivilisation verbringt und die Geräusche der Tiere, die Flughunde vorm Mond, usw. also diese ganze Atmosphäre der tropischen Natur wirklich erlebt und verstanden hat, dann erkennt man auch dass das was da zerstört wird unerklärbar mehr wert ist als alles Geld - und dass alle gewonnenen Produkte der modernen Zivilisation einfach nur Flammen der Zerstörung sind.

Ich fürchte allerdings, dass der Point of no Return bereits weit überschritten ist. Es gibt nicht mehr viele Menschen die sich in dieser Endphase für soetwas interessieren.

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taxidriver 18.12.2011, 23:16
5. Zumindest ein gesetztes Zeichen

Zitat von sysop
Sie liegen in Ketten, müssen hungern, werden geschlagen: Orang-Utans werden in Indonesien oft als Haustiere gehalten - obwohl sie unter Artenschutz stehen. Der Biologe Ian Singleton zieht durchs Land und befreit die gequälten Kreaturen. Aber sind sie überhaupt fit für einen Leben in der Natur?
Wie auch immer die Auswilderungsprogramme funktionieren - dass es Menschen gibt die ihre Kraft einsetzen diesen brutal eingekerkerten Tieren zu helfen, ist wenigstens eine gesetztes Zeichen dafür, dass die Menschheit in ihrer Endphase nicht zu einer völligen Monstergesellschaft verkommen war.

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festuca 18.12.2011, 23:35
6. Die Grünen sind schuld!

Zitat von gernot999
Schuld am Elend der Tiere sind nicht in erster Linie die Einheimischen, die Orang Utans gefangen halten, sondern der westliche und vor allem der deutsche Klimawahn. Biosprit soll angeblich den Planeten retten und wir stiften die Indonesier an, die Tropenwälder dafür abzuholzen und systematisch durch Palmölplantagen zu ersetzen, die den Tieren ihren Lebensraum wegnehmen.
Klar doch. Als ob die Regenwaldvernichtung erst mit dem Biosprit angefangen hätte. Aber schauen wir doch mal vor die eigene Haustür. Mais und Raps für geförderten Biospit, ökologisch fast tot, soweit das Auge reicht. Da läuft doch etwas verkehrt.

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Phallus_Dei 19.12.2011, 00:22
7. .

Zitat von sysop
Orang-Utans, die sich auf Plantagen oder in Dörfer verirren, werden oft gefangen und eingesperrt. Angesehene Bürger und Würdenträger halten sie gern als Haustiere, Restaurantbesitzer zeigen sie als Attraktion zum Lunch oder Dinner.
Das ist mitnichten das Problem, sondern Symptom. Das Problem ist die Waldabholzung, also die Verringerung ihres Lebensraums, verursacht auch durch deutsche Konzerne. "Deutschland importiert jährlich etwa eine Million Tonnen Palmöl. Nach den Niederlanden sind die Deutschen damit der zweitgrößte Verbraucher von Palmöl in der EU."

Zerstörte Wälder, Klimawandel und indonesisches Palmöl - Greenpeace, Projekte zum Thema Klima

Das dabei auch das Weltklima extrem beeinflusst wird, findet sich übrigens auch unter gleichem Link. Und das betrifft dann nicht nur die knuddeligen Orangs.

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felisconcolor 19.12.2011, 09:44
8. vergessen sie

Zitat von festuca
Klar doch. Als ob die Regenwaldvernichtung erst mit dem Biosprit angefangen hätte. Aber schauen wir doch mal vor die eigene Haustür. Mais und Raps für geförderten Biospit, ökologisch fast tot, soweit das Auge reicht. Da läuft doch etwas verkehrt.
nicht den Anbau von Produkten eigens für die "Bio"Gasanlagen.
Biogas wäre eine tolle Sache, wenn nur wirkliche Abfälle vergast würden.
Aber dafür extra "Nahrungsmittel" anbauen (ok den Mais will nun wirklich keiner essen) das ist pervers. Und ich bin beileibe kein Öko.

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felisconcolor 19.12.2011, 09:51
9. hmpf

Zitat von Phallus_Dei
Das ist mitnichten das Problem, sondern Symptom. Das Problem ist die Waldabholzung, also die Verringerung ihres Lebensraums, verursacht auch durch deutsche Konzerne. "Deutschland importiert jährlich etwa eine Million Tonnen Palmöl. Nach den Niederlanden sind die Deutschen damit der zweitgrößte Verbraucher von Palmöl in der EU." Das dabei auch das Weltklima extrem beeinflusst wird, findet sich übrigens auch unter gleichem Link. Und das betrifft dann nicht nur die knuddeligen Orangs.
dann bin ich doch ein Öko und ein europäischer dazu.
Mein Olivenöl kommt von einer kleinen griechischen Insel
ohne Umweg durch den Supermarkt und ist toootal lecker.
und ansonsten wird nur gute Butter verwendet.
jedesmal wenn ich in die grossen Supermärkte gehe, dann drängst
sich mir die Frage auf, wer zur Hölle braucht 20 verschiedene Milchsorten, gefühlte 50 Sorten Margarine (würg, schnittfest gemachtes Wasser) und und und.
Nein es muss nicht das Einheitsprodukt sein.
Aber wenn jeder ein wenig Selbstbeschränkung üben würde, dann wäre
das schon ein grosse Schritt nach vorn.
Wobei ich nicht meine das jeder nur noch die Hälfte einkaufen soll.
Aber gewisse Produktlinien könnten ruhig aussterben.
Und... keiner würde es merken.
Aber das betrifft ja eh nur Ottonormalbürger.
Allen anderen geht das was hier geschrieben wurde eh am Allerwertesten vorbei.
Da lässt man sich den Hummer mal eben schnell einfliegen.
Wobei Hummer durchaus lecker ist.

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