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"Penis schuld am Klimawandel": Forscher narren Fachzeitschrift mit Quatsch-Studie
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Erfundene Quellen, sinnlose Sätze, haarsträubende Thesen: Forschern ist es gelungen, einen Nonsens-Aufsatz in einer Fachzeitschrift zu publizieren. Ihr Experten-Jargon habe die Prüfer überzeugt, glauben die Autoren.

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geando 23.05.2017, 10:19
1. Das wundert mich überhaupt nicht

Gerade im Bereich der sogenannten "Gender-Studien" gibt es so viel haarsträubenden Unsinn und völlig unbelegbare Behauptungen, das man durchaus von einer Pseudo-Wissenschaft sprechen kann. Es ist nur schlimm, das "Studien" heutzutage als breite Grundlage für Politik und Meinungsbildung genutzt werden und auch von den Medien häufig völlig unreflektiert zitiert oder als vermeintliche "Fakten" lanciert werden. Der menschliche Verstand und die Rationalität ist durch die "Studie" abgelöst worden. Es wäre zum lachen, wenn diese Entwicklung nicht nachhaltigen Einfluss auf unser aller Leben haben würde.

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logophage 23.05.2017, 10:21
2. Der Bäcker backt Brötchen, der Wissenschaftler schreibt "Paper"

- und wenn er keine schreibt muß er um seinen Job fürchten. An der Anzahl der Veröffentlichungen (und dem Impact-Factor) entscheiden sich akademische Karrieren und es geht um viel Geld (Gehaltsstufen, Fördergelder, Drittmittel). Deswegen ist eine ganze Veröffentlichungs-Industrie entstanden. Vor allem Journale die gegen Bezahlung veröffentlichen sind anfällig für schludrige Studien mit unterirdischem Erkenntnisgewinn. Konsequenterweise sollten solche Journale in der Publikationsliste eines Wissenschaftlers nicht berücksichtigt werden.

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armi-nator 23.05.2017, 10:31
3. Wieso Quatsch.

...das stimmt doch alles ganz genau, was in dieser Pulikation steht.

"Destruktive, unnachhaltige, hegemoniale, männliche Einstellungen, Umweltpolitik zu prägen, sind das vorhersehbare Resultat einer Vergewaltigung der Natur durch eine männlich dominierte Mentalität. Diese Mentalität wird am besten gefasst, indem man die Rolle des konzeptuellen Penis bei der maskulinen Psychologie berücksichtigt."

Das ist doch exakt richtig. Genau so isses -- wegen 6000 Jahren Patriarchat, verdammt nochmal. Das ist nichts als die Wahrheit, und kein "Quatsch".

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stat_ist 23.05.2017, 10:36
4. Köstlich, allerdings nicht auf Geisteswissenschaften beschränkt

.. auch in medizinischen bzw Life-Science-Fachzeitschriften wird viel Unsinn veröffentlicht: Ergebnisse von Sub-Sub-Gruppen-Analysen oder neue diagnostische Tests, ermittelt an 20000 x-omics Daten von 50+50 Patienten - das ist genauso großer Blödsinn, kleine Unterschiede durch Angabe des Standardfehlers (statt Standardabweichung) virtuell maximiert, nur dass die Wissenschaftler hierfür noch Fördergelder bekommen, bzw. von interessierte Seite gesponsert werden...

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jim_beam 23.05.2017, 10:37
5. unsinn

"Cogent Social Sciences" ist ein Schrott-Journal, welches gegen Geld Artikel publiziert, die von richtigen Journals abgelehnt wurden (siehe auch Predatory open access publishing). Wenn jemand im Eigenverlag irgendwelchen Käse publiziert, hat er damit genau nichts bewiesen. Es ist allerdings tatsächlich skandalös, dass Taylor & Francis dieses hochgradig unseriöse Geschäftsmodell betreibt

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kl1678 23.05.2017, 10:42
6. blasen

Wieviele Wissenschaftler mag es geben, die in ihren Büros sitzen und mehr oder weniger sinnentleerte Blasen produzieren... vielleicht ist das ja so etwas wie der Übergang zur Gesellschaft der Zukunft als Produkt der Industrie 4.0. Man parkt die Menschen 8 Stunden pro Tag in diesen Räumen, gibt ihnen einen Computer, sagt ihnen, dass sie unbedingt das nächste Paper schreiben müssen, über Climate Change, Nachhaltigkeit, Gender oder was auch immer.

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n.erd 23.05.2017, 10:43
7. Cfp

Call for Paper - wissenschaftliche Fachzeitschriften sind dermaßen "geil" auf Aufsätze, dass diese sogar über simple Newsletter angefragt werden, ohne Themen vorzugeben. Das ist das eine. Das andere ist, dass mittlerweile (fast) alle Fachzeitschriften auf englisch veröffentlichen. Im SPO-Artikel "http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/anthropologie-forscher-verlegen-wiege-der-menschheit-von-afrika-nach-europa-a-1148788.html" über die Wiege der Menschheit lesen wir über die veröffentlichende Wissenschaftlerin des Instituts "Centre for Human Evolution and Paleoenvironment (HEP)" - ein Istitut der Univeristät Tübingen/Deutschland. Ein führender Wissenschaftler des Umweltforschungszentrums Leipzig gestand mir vor geraumer Zeit, dass er die Anglifizierung von wissenschaftlichen Textes kritisiere, da er auf Deutsch denkt und seine Fachaufsätze auf Englisch eine Katastrophe seien, weil er hier nicht so denken und schreiben kann wie in seiner Muttersprache. Er meinte, dass damit häufig auch fachlicher Unsinn verfasst würde, der aber ohne Probleme - zumindest im deutschsprachigen Raum - die Zensoren passieren würden, da diese ähnliche sprachliche Probleme hätten. Er - und dem folge ich - schlug vor, dass deutsche Wissenschaftler wieder auf Deutsch, französische wieder auf Französisch etc. publizieren sollten und es einen internationalen Übersetzerdienst geben solle, der wechselseitig in die Sprachen übersetzt, in deren Landessprache die Fachzeitschrift publiziert wird. Dann werden auch viele Nichtmuttersprachler des englischen sofort erkennen können, dass z.B. der genannte Artikel vollkommener Blödsinn ist.

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allesamt 23.05.2017, 10:47
8. Nicht verstanden

Sie haben nichts verstanden; das ist ein Nonsens-Aufsatz. Wissen Sie, was Nonsens ist? Damit soll und kann auch mit dokumentiert werden, wie hirnlos und gutgläubig viele Menschen sind, wenn Studien unter dem Deckmantel Wissenschaft veröffentlicht werden. Gender und Pisa lassen grüßen.

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Berliner42 23.05.2017, 10:50
9.

Zitat von armi-nator
Das ist doch exakt richtig. Genau so isses -- wegen 6000 Jahren Patriarchat, verdammt nochmal. Das ist nichts als die Wahrheit, und kein "Quatsch".
War das jetzt Ironie oder der erwartbare Umstand, daß selbst eine Nonsens-Studie noch verteidigt wird, wenn man die "politisch gewünschten Ergebnisse" teilt?

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