Forum: Wissenschaft
Pilotanlage auf Island: Forscherteam macht Kohlendioxid zu Stein
Arni Saeberg

Um das Klima zu schützen, soll Kohlendioxid künftig aufgefangen und unter der Erde gespeichert werden. Doch das Verfahren birgt Risiken. Bei einer Pilotanlage in Island gehen Forscher einen neuen Weg.

Seite 1 von 10
Ein_denkender_Querulant 08.11.2017, 13:38
1. Was für ein Aufwand

Wir buddeln Kohle aus dem Boden, bauen riesige Kraftwerke mit riesigen Abgasreinigungsanlagen für SOx, NOx, CO, und dann bauen wir zusätzlich riesige Anlagen, um CO2 zu binden.

Warum nimmt man nicht gleich Solaranlagen und Windkraftwerke. Wirkt billiger ....

Beitrag melden
Das Pferd 08.11.2017, 13:38
2.

interessant.
Warum greift man eigentlich direkt in die Atmosphäre, wo CO2 einen zwar gefährlichen, aber technisch gesehen geringen, Anteil hat? Es gibt doch, so lange man Kohlenstoff verbrennt, technisch gut zugängliche Stellen mit viel höherer CO2-Konzentration. Und Abwärme steht dort auch zur Verfügung.

Trotzdem großartige Idee.

Und für die Bedenkenträger: auch das ist Geo-Engeneering. Es werden Grundgesteine verändert.
Gegen unser seit 150 Jahren anhaltendes Experiment, mal kurz alles in die Luft zu pusten, was während des Karbon eingelagert wurde, ist es aber mit Sicherheit das viel kleinere Problem.

Beitrag melden
pressionist reloaded 08.11.2017, 13:44
3. Aus Kohlensäure und Basalt werden [(Ca)x(Me)y(CO)z].

Was sagen denn die Marinen Geochemiker dazu. Es gibt chemische Gleichgewichte im Wasser ... allgemein. Und die Meere erkranken gerade daran, dass zuviel Kohlensäure gebildet wird und die Carbonate derzeit eher gelöst als aufgebaut werden, da sich der pH im Trend immer weiter erniedrigt. Der Artikel steht diesem Effekt des Global Warming diametral gegenüber. Der Artikel gibt hierauf keine Antworten ... Ist der Druck in der Tiefe in der Lage die Sättigungsgleichgewichte so enorm ins positive zu verschieben? Ich hab´s noch nicht nachgerechnet ...

Beitrag melden
willibaldus 08.11.2017, 13:48
4.

Alles fängt mal klein an. Ob es sich langfristig rechnet, wird sich weisen.
Es gibt auch Ideen, CO2 am Grund von Tiefseegräben als Flüssigkeit zu lagern. Das werden dann natürlich Todeszonen.
MAn könnte auch riesige Algenblüten durch düngen verursachen. Das schafft sogar zusätzlich Sauerstoff. Allerdings sinken die Algen zum Grund, werden zu Faulschlamm und erzeugen gerne H2S Todeszonen.

Die permanente Speicherung als Carbonat im vorhandenen Gestein hat was, rein technisch betrachtet.

Beitrag melden
rkinfo 08.11.2017, 13:50
5. 1to CO2 aus 500l Diesel

Das wären ca. 0,2€ je Liter fossile Energieträger - bezahlbar.

Denke, dass so ein Zuschlag auf Kraftstoffe und erhöhte CO2-Zertifikate tatsächlich mehr bringt als den Normverbrauch von PKW bis 2030 umd 30% zu senken (bis 2050 dann um 50% ? bis 2099 dann um 99% - lach).

Beitrag melden
syracusa 08.11.2017, 13:53
6. Zu gut um wahr zu sein?

Bei dem heutigen CO2-Ausstoß der PKWs von im Mittel ca 160 g/km würden die genannten Kosten der dauerhaften CO2-Entsorgung von 100 Euro/Tonne nur Mehrkosten von 1,6 Cent/km bedeuten. Der Liter Benzin müsste mit ca 25 Cent zusätzlich belastet werden, um das finanzieren zu können.

Nur 25 Cent mehr für den Liter Benzin? Das würde ich bezahlen.

Beitrag melden
modemhamster 08.11.2017, 14:01
7. Gigantisch?

"Allein in Island lassen sich mehr als 400 Gigatonnen Kohlendioxid im Basaltgestein endlagern, schätzen die CarbFix2-Forscher. Das ist etwa zehnmal so viel CO2, wie die gesamte Menschheit derzeit pro Jahr emittiert."
Also ohne Umdenken reicht das ganze 10 Jahre.

Beitrag melden
blue_plasma 08.11.2017, 14:01
8. eNERGETISCHER nONSENS!

Das Climeworksverfahren ist nichts anderes als eine konventionelle CO2-Wäsche, wie sie in der Industrie zuhauf eingesetzt wird, lediglich mit einem immobilisierten CO2-Absorber. Wenn man sich die Mühe macht und ein wenig im Netz recherchiert wie groß der energetische Aufwand zur CO2-Abtrennung ist, dann bekommt man ganz schnell das große Grausen. Rechnet man ausserdem nach, wie viele dieser Climeworksmodule notwendig sind, um die CO2-Konzentration in der Atmosphäre signifikant zu senken, wird einem klar, wie schnell sich manch ein Journalist blenden lässt und schlecht im Vorfeld recherchiert wurde. Hmppf!

Beitrag melden
carinanavis 08.11.2017, 14:03
9. irrweg

Die Vorstellung vom auf ewig zu Stein gewordenen CO2 ist ganz einfach falsch. Außerdem ist nicht jedes Basaltgestein porös, viele Vorkommen sind extrem dicht und lassen gar keine CO2-Einlagerung zu.

Aus Carbonaten wird das CO2 wieder freigesetzt sobald die Gesteine schmelzen und heiß genug werden. Das geschieht natürlich dort wo Erdplatten absinken bzw. in vulkanischen Regionen mit aufsteigender Lava. Das vulkanreiche Island (nach geologischer Definition über 30 aktive Vulkane) ist damit der besonders ungeeignete Platz um CO2 zu speichern. Den schlauen Forschern wird das gespeicherte CO2 bald wieder um die Ohren zischen.

Auch Vulkane und andere geologische Prozesse tragen zu den globalen CO2-Emissionen mit bis zu 1 Gigatonne/Jahr bei, was allerdings wenig gegenüber dem menschenerzeugten Anteil ist (mindestens 25 Gt/a): http://minsocam.org/MSA/RIM/RiMG075/RiMG075_Ch11.pdf Nur wurde dieses geo-CO2 bislang durch natürliche Prozesse im Gleichgewicht wieder in Carbonatgesteine umgewandelt. Wenn nun riesige Mengen von künstlichen Carbonatgesteinen erzeugt werden, dürfte sich auch wieder mehr CO2 bilden, da man das Gleichgewicht nicht "überlisten" kann. Dort wo mehr Gestein aufgebaut wird, sinkt der feste Erdmantel ab, schmilzt und setzt letztendlich das enthaltene CO2 wieder frei.

Beitrag melden
Seite 1 von 10
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!