Forum: Wissenschaft
Psychologie des Lästerns: Die Kollegen von Stern, Zeit und FAZ sollen ja...
Getty Images

Menschen lieben Klatsch und Tratsch. Das sollten sie auch: Lästern hat zwar einen schlechten Ruf, ist aber in Gesellschaften der Motor des Miteinanders.

upalatus 16.05.2017, 20:50
1.

Den Hauptwirkungsort der Tratscherei, die Arbeitswelt betrachtend:

Wie lange dauert es wohl, bis alles über jeden in sagen wir einer 35köpfigen Abteilung getrascht ist? Um dann mangels Masse und dennoch quälender Plappersucht noch Redestoff zu haben, passiert dann gerne was? Kleinste Regungen von MA ausserhalb des erlauchten Schwafelkreises (derer es einiger geben kann auf engsten Raume) werden verbal hochgepusht, ohne Zögern einfach erfunden, durch den stahlharten Interpretationsfleischwolf gedreht, und vor allem! ausgeschmückt.

Die mehr oder weniger permanente Angst, dass die ungehemmte Tratscherei den eigenen Ruf schädigen bis morden kann (genügend Fallbeispiele vorhanden) soll prosoziales Verhalten fördern? Es fördert ganz sicher kleine graue Menschen, die langsam unter der gleichfarbigen Dickdecke mit den Kumpels namens Angst und Misstrauen modern und sich kaum was trauen. Gruppen-Burgenbildungen, damit man dem fliegenden Dreck nicht alleine ausgesetzt ist. Zudem dann ganz ganz gerne (Rachsucht, Anbiederung an die breite Tratschgemeinde, schlichte Bosheit) auch mal beachteten Infohalbgott spielen möchten, indem 'neueste Infos', natürlich total authentisch und wahr, über andere 'kommuniziert' werden. In der Arbeitswelt kann der Tratsch eine sehr blutig scharfe Waffe des eiskalten Manipulierers sein.

Vor derartigen Strukuren tut sogar der eine odere andere schneidige Manager sich fürchten. Ist doch schon so manchem Standeskollegen eine heisse Bummsstory mit der neuen Sekretärin auf Dienstreise in harter und hartnäckiger Weise nachgeschwafelt worden inklusive Schwangerschaft.... obwohl die bedauernswerte Dame in der harten Phase der hochoffiziellen Gegenbeweisführung nachweisbar noch nie auf einer solchen überhaupt war. Und wie viele denken sich beim Lesen der Schilderung, ein Körnchen Wahrheit ist doch obligat immer dahinter, da wird schon was gelaufen sein...... selber schuld....

Was sich alles, wohl aus Mangel an tageswerkfüllenden Arbeitsaufgaben, aus schon sich zu zerfransen beginnenden hurtigen Mündern über andere ergießt, natürlich erst mal sehr lange hinter deren Rücken, reichte bei einem Kollegen für die suizidale Handlung (nd glaube man nicht, es handele sich beim Ort des Geschehens um eine substandard Hundefutterdrecksklitsche mit seelenlosen Kükenerwürgern......).

Das Maximum an Irrsinn ist erklommen, wenn die interne superkulturelle Traditionskiste und deren feinstoffpanzerritterige Oberverteidiger (Leiter) es unwidersprochen und nachprüflos (heisst: fordert keine Belege) und vor allem unsanktioniert zulassen, dass MA durch den fleissigen Maulzerreiss mit justitiabel relevanten Schwerdreck beworfen werden.

An der gefilterten polierten Oberfläche mag eine Gruppe als beneidenswert zusammenhaltend wirken, der man gar gerne auch angehören würde. Darunter hackts und stichts, und jeder lässt jeden bei genügend großem Vorteil über die Klinge springen.

In der Arbeitwelt hat diese soo nette menschliche Eigenschaft des Lästerns und Tratschens nichts verloren. Das urmenschliche guttuende gemeinschaftliche Grunzen und Furzen in Funktionsgruppen konnte ja auch etwas zurückgedrängt werden......

Beitrag melden Antworten / Zitieren
dariabl 17.05.2017, 05:31
2. Foren

Liebe Leute,
ich zum Beispiel, bin in einem Forum über Serien wie SdL, LiStra und RR. Ich finde es geradezu herrlich, dort täglich zu lästern, diskutieren und auch Positives zu finden. Ich möchte meinen Tratsch nicht mehr missen. Außerdem, ich tratsche nicht, ich diskutiere die Situation aus.
Daria Blächer, Bremen

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Qual 17.05.2017, 05:55
3. So kurzsichtig

Völlig kurzsichtige Beztachtung, die mit deutlich zu wenigen Daten daher kommt. Wenn man ein kleines Rad ist und vor allem unkritisch in der Welt anderer lebt mögen einige Aussagen noch Sinn ergeben. Spätestens jedoch wenn man zu eigenständiger(!) (und das schließt aus darauf zu achten, was andere von einem halten) Entwicklung fähig ist wird die ganze Bösartigkeit am Lästern deutlich: Es dient nämlich lediglich dazu andere klein zu halten, letztlich von der eigenen Bedeutungslosigkeit abzulenken in dem man auf andere zeigt. Es mag ja erleichternd wirken, ist aber nur eine erwartete Rechtfertigung für die eigene Faulheit sich mit sich selbst zu beschäftigen.
Ich frage ganz bewusst bei andeutendem Lästern warum man sich nicht besser mit sich selbst beschäftigt. Das hält wach. Dafür habe ich dann allerdings auch keine 500 "Facebook-Freunde" sondern nur 5 richtige.

Was erzählt man uns als nächstes? Auf die Straße kacken bringt soziale Erfolge weil man beachtet wird?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
valmel 17.05.2017, 07:58
4. Lästern ist also gut

Während drei Artikel weiter eine scharfe Form des Lästern beklagt wird: Mobbing.
Wie sangen die Ärzte noch so schön: Lasse redn...
Menschen, die in meiner Gegenwart über andere lästern, erzähle ich nichts und vertraue ihnen auch nicht. Aus gutem Grund.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
fatherted98 17.05.2017, 08:07
5. logisch....

....über was soll man mit den langweiligen Kollegen auch sonst reden als über andere langweilige Kollegen und deren Fehler?
Die Mittagspause und der Kaffeeschwatz wären totlangweilig wenn es die Lästereien nicht gäbe.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
schillerphone 17.05.2017, 09:22
6. Schwache Menschen lästern

Wer mit sich selbst nicht zufrieden ist, der lästert. Das ist ein ganz schwache Eigenschaft.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
schillerphone 17.05.2017, 09:28
7. Richtig

Zitat von valmel
Während drei Artikel weiter eine scharfe Form des Lästern beklagt wird: Mobbing. Wie sangen die Ärzte noch so schön: Lasse redn... Menschen, die in meiner Gegenwart über andere lästern, erzähle ich nichts und vertraue ihnen auch nicht. Aus gutem Grund.
Wer über andere in Ihrer Gegenwart lästert, der lästert auch über Sie in Ihrer Abwesenheit. Davon kann man zu 100% ausgehen.

Ich halte es wie Sie. In Extremfällen spreche ich es auch an. Bei den alltäglichen Lästereien halte ich mich einfach zurück. Niemals würde ich solchen Leute irgendetwas anvertrauen. Da wäre man ja mit dem Klammersack gepudert.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
eo no 18.05.2017, 02:47
8. Sinnloser Zeitvertreib, Zeitvergeudung

Die Einen quasseln sich zusammen und isolieren die Anderen.
Ist Jemand allein - folgern alle - der die wäre aufgefallen, bekannt, hätte sich ... falsch/"falsch" verhalten oder
und schon geht es wieder los ...dieses Mal zwar wieder fremd wieder allein - nur dieses Mal ohne direkten
Kontakt zu der einheimischen Bevölkerung über z.B. Schule, Arbeit, Weiterbildung, Studium...
Es ist also gar niemand da. Und? Merkt oder weiß das Jemand? Sie reden und sie reden und sie reden ...
Und je weniger sie wissen, desto mehr sie kaputt schlagen in den Leben der Fremden - desto mehr reden sie.
Die Fremden gehen weiter und machen nur noch zunehmend die Erfahrung: Die einzigen Wissen die die Menschen haben scheinen destruktive Begriffe, Vulgarisier, Primitivität zu sein.
Die Verhalten sind eindeutig: Ellenbogen breit. Und damit fing es doch schon, als man noch ganz klein war, an.
Natürlich wissen alle über das worüber sie nichts wissen, wovon sie nichts verstehen am meisten.
Anderenfalls würden sie ja schweigen - wären sie sehr! viel! vorsichtiger.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
akohle 18.05.2017, 06:05
9. Fast jeder Mensch lästert zwischendurch

Selbst, wenn es nur um eine geäußerte Meinung geht, über jemanden der abwesend ist.
Es kommt darauf an, wie sachlich und diskret man lästert, man sollte die Betroffenen nicht extra durch den Kakao ziehen. Ich finde, die Lizenz dazu erfordert eine gewisse Reife der Persönlichkeit. Am besten ist es, wenn die Lästerei für den Betreffenden noch mit Humor aufgefasst werden kann. Sich an anderen Mitmenschen stark zu profilieren, ist in meinen Augen ein Zeichen von Minderwertigkeitskomplexen oder einem schwach ausgebildeten Ego.

Beitrag melden Antworten / Zitieren