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Psychologie: Warum es so schwer fällt, sich zu ändern
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Jeden Sonntag joggen, abends nichts Süßes mehr: Die guten Vorsätze halten meist nur ein paar Wochen. Forscher haben dafür eine Erklärung.

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tempus fugit 01.01.2018, 19:15
1. Vor zig-Jahren, nach einer schweren....

...Erkältung/Grippe fuhr ich trotzdem zur Arbeit.

Wollte mir gerade die gestopfe Pfeife anzünden das sagte ich mir: Du bist doch schon voll mit Rauch...

Hab's unterlassen, bin noch wochenlang mit Pfeife, Tabak
und auch mit Zigaretten rumgefahren, aus!
Kein Held, einfach aufgehört weil es zuviel war...

OK, musste wegen einem geplanten chirurg. Eingriff
Blutanalyse machen - da gingen einige Werte durch die Decke.
Wurden versch. Medikamente verschrieben etc. pp.

Mit einer Minimumdosis und Fd.H. und minimum 10.000
Schritte täglich - nein kein keuchendes NordicWalking oder Joggen - aber bei jedem Wetter liege ich jetzt im grünen Bereich. 120-25 Minuten rund um den Häuserblock.
Ohne auf gutes und schmackhaftes zu verzichten, aber dagegen massvoll zu geniessen.
Mein Arzt meinte: Komplimente, Sie haben sich - fast - selbst kuriert, es belibt bei der anfängl. medizinischen Unterstützung.


Was 'gute Vorsätze' bringen, weiss ich nicht.

Mein Sohn hat vor 1 Jahr genau mit dem Rauchen aufgehört - aber so hat halt jeder sein individuelles
Aha-Erlebnis.

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mens 01.01.2018, 19:34
2. Kampf

Der dargestellte Werdegang der Charakterbildung zeigt auch, wie schwer es Menschen haben, die in prägenden Phasen schlechten Energien (freundlich gesagt) ausgesetzt waren. Was z.B. Eltern teilweise für Bockmist bauen bedeutet später Herkulesaufgaben für die Person, neue Familie und Therapeuten. Selbst wer sich als Laie umschaut kann teilweise nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen.

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Japhyryder 01.01.2018, 19:39
3. Spannender Artikel

Ich finde mich da irgendwo wieder. Irgendwo? Weil ich beim Lesen an diversen Stellen Zustimmung merkte. So´n inneres Nicken. Ja. Genau. Merkwürdig nur, je älter ich werde, desto chaotischer erlebe ich alles. Ich habe keine Antworten mehr. Nur noch Fragen. Wenn mich heute ein junger Typ fragen würde: Was macht das Leben aus? Oder: Warum bin ich so? Geschweige denn: Wer bin ich? Soll ich bestimmte Dinge tun oder nicht? Ich würde mit ihm reden, klar. Ich glaube, ich würde ihm sagen: "Finde es heraus. Du kannst es. Du darfst es. Du hast die Möglichkeiten. Tu es einfach. Probiere es. Es gibt Menschen, die nie die Möglichkeit dazu haben, herauszufinden, wer sie sind, was sie können, wo ihr Talent ist. Finde heraus, was Du liebst."

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sgk43 01.01.2018, 20:00
4. Fast volle Zustimmung

An sich sehr aufschlussreich, auch wenn mir das Fazit des Artikels zu undefiniert ist, so schreibt man vielleicht im Deutschunterricht, aber die Annahme, dass Leute, die sich (psychisch aber vor allem physisch) einfach nicht im Griff haben, positive Auswirkungen auf die Gesellschaft haben, muss entschieden zurückgewiesen werden. Den raufenden, schützenden Steinzeitvater braucht heute niemand mehr, in der Evolution mag Gewaltbereitschaft nützlich gewesen sein, heute ist sie einfach nur zu verurteilen. Trotzdem sehr informativ.

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diskantus 01.01.2018, 20:42
5. Botenstoffe, Hirnverdrahtungen - was für ein Unsinn.

MIt körperlichen Details kann man den Geist nicht erklären. Die westliche Wissenschaft krankt daran, den Geist als Motor für den Körper nicht anerkennen zu wollen: und das ist dann das Ergebnis: Stochern in Zellen, Ganglien und sonst etwas.

Die Ursache, warum Vorsätze so oft nicht funktionieren, liegt in zwei Punkten:
1. die Schwierigkeit, alte Gewohnheiten abzulegen - und
2. das Problem, auf von außen kommenden Ratschlägen mit Gewissensbissen reagieren zu wollen.

Beides kann nicht funktionieren. Bei "guten Vorsätzen" muss es immer (!) darum gehen, sie als ein Teil des Lebens anzusehen und zu integrieren: etwas, das man gern tut, womit man sich identifizieren kann, weil es einem guttut.
Ob es um Abnehmen oder Sport geht oder um Rauch-Abstinenz: immer ist es wichtig, diese Dinge als evident im eigenen Leben zu sehen und sie gerne und freiwillig durchzuführen.
Wer z. B. abnehmen will, der sucht und findet seine Ess-Strategie, die es ihm erlaubt, normal ohne Diät oder Hungern zu essen und dennoch dabei abzunehmen. Die Strategie - etwa gesunde zuckerarme gemüsereiche Ernährung - findet und integriert er, so dass er sie ganz von selbst beibehält.
Bei Sport /Bewegung das Gleiche: Wer auf Empfehlung anderer hört, der scheitert. Der eine läuft gerne, der andere geht lieber in schnellem Tempo ... nur wenn er es gerne tut, behält er es bei.

Also - statt Zellenbohren und sonstwelche Körpertipps lieber den individuellen Geist sprechen lassen.

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meyern88 01.01.2018, 20:58
6. Naja

Interessant zu lesen wie sich die Persönlichkeit bildet und wie statisch sie dann ist.

Mir fehlt aber die Brücke zu den Vorsätzen.. Es liegt ja nicht an Ectra- oder Introversion ob man es schafft abzunehmen, oder nicht.

Woher kommt die "Trägheit" bei solchen Verhaltensmustern und wir durchbricht man sie?

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MtSchiara 01.01.2018, 21:05
7. Warum es so schwierig ist, an Neujahr etwas zu ändern, ...

... das man ändern möchte, liegt ganz einfach daran, daß Neujahr an sich kein Grund ist, etwas zu verändern. Denn es gibt ja Gründe, warum etwas so ist, wie es ist, und diese Gründe ändern sich ja nicht zum Jahreswechsel mit.

Wenn Menschen ein mittleres Lebensalter erreicht haben, haben sie die Dinge, die sie leicht ändern können und wollen, bereits geändert. Was sie dann sind und tun, wollen oder können sie nicht leicht ändern - es sei denn, sie verändern die äußeren Lebensumstände drastisch (zum Beispiel durch Wechsel des sozialen/kulturellen Umfeldes), oder die Umstände ändern sich ohne ihr Zutun drastisch (durch Krankheit/Verlassenwerden des Partners/Nahtoderfahrung/etc.).

Ich selbst habe noch nie versucht, an Neujahr etwas an meinem Leben zu verändern, denn Neujahr ist für mich kein Grund. Es gibt Lebenssituationen, in denen sich Änderungen anbieten - und dann sollte man sie auch vollziehen, wenn man denn so entscheidet, denn dann hat man dafür Gründe, die über ein Datum hinausgehen.

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ayee 01.01.2018, 21:14
8. Selbstreflexion, Handeln, Disziplin

Erster Schritt für Veränderung wäre Erkenntnis, die man aus Selbstreflektion erlangt. Das machen viele Menschen schonmal nicht. Zweiter Schritt wäre die Erkenntnis in konkrete Handlung umzusetzen. Damit haben noch mehr Menschen ihre Schwierigkeiten. Wieviel Gelaber man so hört von wegen "eigentlich ist es ja richtig", "eigentlich müsste man", "ich würde eigentlich gerne", aber nichts passiert. Und dritter Schritt wäre Disziplin, d.h. es müssen auch wirklich Gewohnheiten draus werden. Die drei gering ausgeprägten genannten Eigenschaften sorgen dafür, dass die meisten Menschen sich nicht ändern.

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3-plus-1 01.01.2018, 22:17
9.

Zitat von MtSchiara
... das man ändern möchte, liegt ganz einfach daran, daß Neujahr an sich kein Grund ist, etwas zu verändern.
Absolut!

Eigentlich ist Neujahr nicht nur kein Grund sondern gar ein völlig unpassender Zeitpunkt etwas zu ändern. Die Kraft und Energie liegt im Sommer, wo alles vorbereitet wird, um über den Winter zu kommen. Im Winter, insbesondere um Neujahr, sind die Tage kurz, die Nächte finster, das Wetter ist kalt und regnerisch und meist kämpft man mit grippalen Infekten.

Es ist nicht die Zeit etwas zu ändern, sondern einfach über den Winter zu kommen. Man kann Pläne schmiden, aber die Zeit die Welt aus den Angeln zu reissen fängt erst im Frühling wieder an.

Wer da nun gegen an kämpft und meint in seiner schlappesten Zeit mit Fitness beginnen zu können, witrd zwangsweise scheitern. Das ist wie ein Tier aus dem Winterschlaf zu wecken und Höchstleistungen zu fordern. Klappt auch nicht.

Besser ist die Änderung im nächsten Sommer einzuleiten. Wenn das dann klappt wird es zum alltäglichen Trott und vielleicht bleibt man dann auch über den Winter aktiv. Aber starten (!) mit einer Lebensänderung sollte man dann, wenn einen die Natur mit dem Wetter unterstützt und nicht wenn wirklich alle äußeren Umstände dagegen sprechen.

Also Leute, lasst das mal mit den guten Vorsätzen zum Neujahr und nehmt sie uch lieber zur Sommersonnenwende vor. Dann ist die Aufgebewahrscheinlichkeit gleich viel geringer.

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