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Pumpspeicher: Tüftler machen Gefällekraftwerk ohne Gefälle möglich
Heindl Energy

Ein Stuttgarter Unternehmen will Pumpspeicher-Kraftwerke bauen, die ohne natürliches Gefälle auskommen: Ein riesiger Zylinder wird im Untergrund mit Wasser gefüllt. Eine Pilotanlage soll in Saudi-Arabien entstehen.

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tronicum 16.01.2018, 15:50
1. "ohne Gefälle"

Die Überschrift ist irreführend. Von "ohne Gefälle" kann keine Rede sein wenn man einen Zylinder von 350 in den Boden sägt und dann mit dem Wasser den Hohenunterschied ausnutzt. Genau das IST die Definiton von Gefälle.

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mwroer 16.01.2018, 15:54
2.

"Jedoch ist ohnehin fraglich, ob Anwohner hierzulande akzeptieren würden, dass bei voller Ladung des Speichers ein riesiger Kolben in der Landschaft herumsteht."

Warum nicht? Windräder, Kühltürme und anderes Zeug wird doch auch akzeptiert. Solange eine Firma wie VW die Erlaubnis hat das Stadtbild mit 2 beleuchteten Autotürmen zu verschandeln, sehe ich in neutral gehalten 'Kolben' absolut kein Problem.

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rbn 16.01.2018, 15:56
3. und wieder haben schwäbische Tüftler zugeschlagen

hier die Idee und als Nächstes entstehen im Ländle neue Arbeitsplätze.
(Vorsichtige Frage: warum nicht in Bremen oder in MeckPomm ?

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nach-mir-die-springflut 16.01.2018, 16:06
4. Der geweckte Erfindergeist

Wenn dieser Kolbenhubpumpwasserspeicher wirklich den mathematischen Vorausberechnungen entspricht, ließe sich eine bedeutende Frage in dem Erneuerbare-Energien-Funktionskreislauf positiv beantworten, die nach den Pufferspeichern. Im Artikel heißt es, dass der Strom gespeichert wird - was nicht ganz richtig ist, es wird die Energie des Stroms gespeichert, beim Leeren des Speichers kommt es daher zur "Rückverstromung". Eine elektrische Batterie würde direkt Strom speichern. Was nicht ersichtlich ist, ist, warum Saudi-Arabien für diese Pilotanlage herhalten muss, warum steht die nicht in Deutschland? Es gab Berechnungen, die sagten, dass für die Erneuerbaren Energien 400 bis 600 Pumpwasserwerke gebaut werden müssten. 600 Zylinder mit 250 Metern Durchmesser und 350 Meter in der Höhe sind eher einfach zu installieren, 600 Pumpwasserseen anzulegen dagegen eher utopistisch.

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specialsymbol 16.01.2018, 16:08
5. Schmu

Da wird mal wieder verzweifelt nach der kompliziertesten Lösung gesucht. Einen Zylinder aus dem Boden sägen? Wem ist das denn eingefallen, einem Hersteller von Steinsägen?

Es gibt so viele gute Ansätze wie man Energie einfach und günstig speichern kann. Thermisch, das geht viel einfacher als Stempel aus dem Boden zu sägen. Man kann auch Hügel künstlich aufschütten und obendrauf sowie dort, wo man die Landmasse entnommen hat, zwei Seen anlegen. Schaut man sich die Obertagebaue in Deutschland an scheint das auch gar kein Problem darzustellen, selbst Kirchen und ganze Ortschaften, die im Weg herumstehen, wären kein Hindernis. Das Hindernis ist einzig: der Braunkohleabbau wird massiv subventioniert, gleichzeitig arbeiten da ein paar mehr Leute als später in einem Pumpspeicherkraftwerk.

Das Problem ist niemals die Technik, auch nicht die Kosten. Das Problem ist, dass ein paar Arbeitsplätze verloren gehen und gut eingefahrene Subventionen, von denen die üblichen Verdächtigen gut profitieren, verschwinden. Das lassen diese sowie ihre Freunde in der Politik nicht zu.

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Mertrager 16.01.2018, 16:08
6. Preis

Alles eine Preisfrage. Natürlich funktioniert das im Prinzip. Ist aber eben deutlich teurer, als die Nutzung natürlicher Höhenunterschiede. Technisch ist die „Dichtung“ von Interessse. Denn, wenn die nicht hält, wird die gespeicherte Energie verloren sein.

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wurmfortsatz 16.01.2018, 16:15
7.

Zitat von nach-mir-die-springflut
Eine elektrische Batterie würde direkt Strom speichern.
Seit wann speichert eine Batterie direkt Strom? Die wandelt ebenfalls den Strom in eine andere Energieform um: die Chemische (oder Physiker würden es wohl physische nennen).

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Referendumm 16.01.2018, 16:16
8. Potentielle Energie

Das Problem ist doch nicht, ob man potentielle Energie (Lageenergie) nutzen kann oder nicht, sondern das gewaltige Probleme bei der sogenannten Energiewende ist die Tatsache, dass eben fast rein gar nichts gemacht wird, um die stochastische, die zufallserzeugte Energie durch Windkraft oder Sonne zu speichern.

Und noch dümmer ist es, hunderte, tausende an Windrädern, Solarpanels etc. einfach aufzustellen, ohne die Beitreiber zu verpflichten, für eine konstante Energieabgabe zu sorgen. Ganz im Gegenteil, man gibt denen sogar viel zu viel Geld, wenn deren Energie überhaupt nicht benötigt wird.

Zu JEDER stochastische, zufallserzeugte Energieerzeugung wäre eine Speicherung im gleichen Leistungswert absolut zwingend notwendig und daher auch Vorschrift gewesen. Aber nein, man tackert die halbe Landschaft mit völlig unsinnigen Windrädern und Solarpanels zu und zahlt auch noch Geld an nachbarländer, damit die Energie überhaupt abgenommen wird. Grandiose Leistung, Hut ab.

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hikage 16.01.2018, 16:18
9.

Zitat von nach-mir-die-springflut
Es gab Berechnungen, die sagten, dass für die Erneuerbaren Energien 400 bis 600 Pumpwasserwerke gebaut werden müssten. 600 Zylinder mit 250 Metern Durchmesser und 350 Meter in der Höhe sind eher einfach zu installieren, 600 Pumpwasserseen anzulegen dagegen eher utopistisch.
Wir scheinen da unterschiedliche Machbarkeitsvorstellungen zu haben. Ich halte die Pumpspeicherseen eigentlich für realistischer als den beweglichen Zylinder in den Dimensionen eines überdurchschnittlichen Hochhauses.

Die ganze Konzentration soll dann auch noch bei 70 bar wasserdicht sein.

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