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Quantenexperiment: Physiker klonen Schrödingers Katze
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Sie ist eine Physiklegende: die zugleich tote und lebendige Katze aus dem Gedankenexperiment von Erwin Schrödinger. Nun haben Forscher ein solch fiktives Tier perfekt geklont.

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betaknight 27.05.2016, 09:35
1. Die Ironie....

Man mag mich gerne korrigieren, wenn ich hier falsch liege, aber ich meine wo gelesen zu haben dass Schrödinger mit dem Experiment eigentlich auf die Unsinnigkeit der Quantentheorie mit genau diesem Experiment hinweisen wollte, was dann anschließend völlig falsch aufgefasst und verwendet wurde.

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Günter_MH 27.05.2016, 09:49
2. Ist halt so

Ich habe mich schon daran gewöhnt, dass die Katze gleichzeitig tot und lebendig ist. Sobald ich nachschaue, steht es für den Moment des Nachschauens fest. Irgendwann ist sie eh tot, oder?Und solange ich nicht nachschaue, ist sie eben beides. Wer hat eigentlich erfunden, dass sie nicht beides gleichzeitig sein kann? Räumlich getrennt sind die verschränkten Systeme. Aber gleichzeitig und im selben Universum, oder?

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kalim.karemi 27.05.2016, 09:53
3. korrigiere

Zitat von betaknight
Man mag mich gerne korrigieren, wenn ich hier falsch liege, aber ich meine wo gelesen zu haben dass Schrödinger mit dem Experiment eigentlich auf die Unsinnigkeit der Quantentheorie mit genau diesem Experiment hinweisen wollte, was dann anschließend völlig falsch aufgefasst und verwendet wurde.
sie liegen falsch. Schrödingers Absicht war es, das Abstrakte Phänomen der Superposition von Quanten beispielhaft zu machen. Einstein war derjenige der die Quantentheorie zeitlebens als Hokuspokus abtat.

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sonnen_klar 27.05.2016, 09:57
4. Naturwissenschaft und Philosophie

Schrödingers Katze ist sozusagen der "Beweis" für den Idealismus bzw. Radikalen Konstruktivismus, nämlich dass die Welt nur in unserer Vorstellung exisitiert. Leider aber können wir in unseren Strukturen schon das nicht mehr erkennen, bzw. erkennen schon noch, aber keine kausalen Bezüge mehr herstellen, denn die Welt ist für "uns" stets apriori da. So erkennen wir zwar die Relativität der Welt, können aber damit doch nichts anfangen - und gehen dann bis zum Tod davon aus, dass sie bzw. "wir" real und substanzhaft da sind.

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carinanavis 27.05.2016, 10:03
5. Dekohärenz

Eine einzelne Schrödingerkatze ist tatsächlich entweder sofort tot oder weiterhin lebendig, wenn ein radioaktiver Zerfall Auslöser der Giftgasmaschinerie ist. Es gibt aufgrund der sogenannten Dekohärenz, einfach gesagt aufgrund der Wechselwirkung der gut 10 Atome der Katze mit der Umgebung, keine Superposition. Die angebliche Wellenfunktion der Katze, die erst bei bewußter Beobachtung kollabiert, gibt es also gar nicht. Dagegen können die untersuchten Quantenzustände der "Katzenklone" auch verschränkte Superpositionen annehmen, im Gegensatz zu realen, makroskopischen Katzen.

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Öhrny 27.05.2016, 10:18
6. Fiktionales...

... Gespräch: Albert Einstein sagte mal auf die Quantenphysik angesprochen zu Max Planck "der liebe Gott würfelt nicht". Planck antwortete mit Hinweis auf Schrödingers Katze "Gott würfelt nicht nur, Er mogelt auch noch". ;)

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darthmax 27.05.2016, 10:24
7. Inhalt

wäre es nicht schön von Herrn Schrödinger gewesen den Begriff Katze gegen den Begriff Gott auszutauschen.
Da wäre doch mehr Bewegung in der Diskussion.

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syracusa 27.05.2016, 10:31
8.

Zitat von betaknight
Man mag mich gerne korrigieren, wenn ich hier falsch liege, aber ich meine wo gelesen zu haben dass Schrödinger mit dem Experiment eigentlich auf die Unsinnigkeit der Quantentheorie mit genau diesem Experiment hinweisen wollte, was dann anschließend völlig falsch aufgefasst und verwendet wurde.
Nein, das trifft nicht zu. Aber ganz ähnlich der Alltagserfahrung ist das Einsteion-Podolsky-Rosen-Paradoxon (EPR). Da geht es um die "spukhafte Fernwirkung", mit der Einstein sich partout nicht abfinden wollte. Lieber wollte er Bäcker sein und mit Brötchenbacken seinen Lebensunterhalt verdienen, denn als Physiker in einer Welt zu leben, in der diese spukhafte Fernwirkung existiert.

Es hat schon viele Experimente gegeben, die fast zweifelsfrei zeigten, dass es diese "Fernwirkung" gibt. Aber immer gab es im Experiment ein kleines Schlupfloch, das Platz ließ für "verborgene Parameter", die diese "Fernwirkung" erklären könnten. Erst vor wenigen Wochen wurden zeitgleich in 3 Experimenten diese letzten Zweifel ausgeräumt: das EPR-Paradoxon beschreibt die Welt korrekt, und es gibt keine verborgenen Parameter.

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HaioForler 27.05.2016, 10:33
9.

Zitat von kalim.karemi
Einstein war derjenige der die Quantentheorie zeitlebens als Hokuspokus abtat.
Auch das ist nicht ganz richtig. Immerhin hat er sie mitbegründet. (Arbeit: "Über einen die Erzeugung und Verwandlung des Lichtes betreffenden heuristischen Gesichtspunkt").

Stichwort: das Problem der Schwarzörperstrahlung.

Wohl aber konnte sich einige Effehte nicht erklären (wie alle anderen auch nicht.) Fernwirkung, Superposition und andere Effekte nahm beispielsweise Schrödinger als gegeben hin; Einstein dagegen hoffte immer noch, eine Erklärung zu finden. Die Effekte selbst hat er ja nicht geleugnet.

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