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Rätsel der Woche: Teile und herrsche
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Der Reichtum eines Königs wird neu verteilt, er selbst und neun Untertanen teilen sich jeden Montag zehn Taler. Der Verteilungsschlüssel darf verändert werden, sofern es eine Mehrheit dafür gibt. Wie taktiert der Monarch am geschicktesten?

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Stäffelesrutscher 03.12.2017, 17:01
1.

Danke für dieses schöne Beispiel feudalistischer Akkumulation.
Leider hat es einen Schönheitsfehler: der König wird recht bald aufgehängt werden.
Aber dafür verstehe ich jetzt auch, wie Kapitalisten Demokratie definieren: es ist demokratisch, wenn eine (relative) Mehrheit entscheidet, einer Minderheit alles wegzunehmen. So muss Hartz IV entstanden sein. ;-)

Und was die Rätselstellung angeht: Es hätte definiert werden müssen, ob die absolute oder die relative Mehrheit gefordert ist.
Es wäre nett gewesen dazuzusagen, dass mehrere Schritte erlaubt sind.
Und es wäre zu klären gewesen, ob ein Verteilungsschlüssel über mehrere Monate hinweg vereinbart werden kann, also zum Beispiel für ein Jahr: 4 Leute werden auf ganzjährig auf Null gesetzt. Die anderen fünf bekommen pro Jahr je 13 Taler statt 12. Das sind 65 Taler. Die restlichen 55 Taler pro Jahr gehen an den König.

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trompetenmann 03.12.2017, 17:20
2. der König muss 3 mal abstimmen lassen?

Und min ende erhält er 2 Taler, 2 Angestellte je 4 Taler und 7 Angestellte 0 Taler.

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DerDifferenzierteBlick 03.12.2017, 17:38
3. Mehrere Umverteilungsschritte sind erlaubt! Aber keine Centbeträge...

Das hätte man noch mal explizit dazuschreiben sollen, damit keine Unklarheiten entstehen. Ansonsten ganz nett, allerdings kann man durch probieren recht schnell zum Ergebnis kommen.

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kraut_und_rüben 03.12.2017, 20:20
4. Kindergarten! Lohnt das Lesen nicht!

Egal wie Peter Winkler sein Originalrätsel auch immer formuliert hat: Man kann nicht in die Lösung eine neue Bedingung einfügen die im Rätsels vorher noch nicht genannt worden war (siehe "die in mehreren Schritten geschieht"), ohne das sich der Leser vera... fühlt. Ist Ihnen das denn nicht klar?

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ps71 03.12.2017, 22:23
5.

Zitat von kraut_und_rüben
Egal wie Peter Winkler sein Originalrätsel auch immer formuliert hat: Man kann nicht in die Lösung eine neue Bedingung einfügen die im Rätsels vorher noch nicht genannt worden war (siehe "die in mehreren Schritten geschieht"), ohne das sich der Leser vera... fühlt. Ist Ihnen das denn nicht klar?
Herauszufinden, dass die Lösung mehrere Schritte erfordert, ist doch Teil des Rätsels (auch wenn es nicht sehr schwer ist, das herauszufinden, nach einem Schritt kann der König gar nicht mehr bekommen). Es ist ja auch eindeutig erwähnt, dass es um eine regelmäßige Zahlung geht und der Schlüssel durch Abstimmung verändert werden kann. Warum sollte es verboten sein, mehrmals abzustimmen?

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IQ149 04.12.2017, 23:22
6. Lesen, verstehen, nachdenken, schreiben

In Deutschland dürfen Gesetze mehrfach verändert werden. Das steht nicht im Grundgesetz. Muss es auch nicht, denn es ergibt sich implizit aus dem übergeordneten Prinzip der Mehrheitsentscheidung. Und die Zeiten, als hundert Cent ein Goldtaler waren, hat es meines Wissens nicht gegeben.

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permissiveactionlink 04.12.2017, 23:32
7. #5, ps71

Es wird nicht ausgeschlossen, aber auch gar nicht erst in Erwägung gezogen. Natürlich ist das Maximum des Reibachs für den König nur nach mehreren (!) Vorschlägen und demokratischen Abstimmungen zugänglich. Aber das heißt umgekehrt nicht, dass er nicht schon mit einem einzigen Vorschlag einen deutlichen Gewinn machen kann : Er schlägt einfach vor, dass die Bürger 1 bis 5 insgesamt 6 Taler bekommen. Die vier anderen gehen leer aus. Da jeder der fünf Bürger nun mehr bekommt, haben die Fünf die Mehrheit und stimmen zu. Bereits nach einer Abstimmung bekommt der König 300% mehr, denn er kann vier Münzen einstecken. So gesehen ist die Anzahl der Vorschläge und Abstimmungen für das Ergebnis wesentlich. Und somit auch für die Berechnung einer Lösung. Man kann aber, wie es wohl von einigen Foristen interpretiert wurde, auch nach der maximalen Anzahl der Münzen für den König nach nur einer Abstimmung suchen. Man sollte aber alles in Erwägung ziehen, sofern die Aufgabenstellung es nicht dezidiert ausschließt !

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ps71 04.12.2017, 08:02
8.

Zitat von permissiveactionlink
Es wird nicht ausgeschlossen, aber auch gar nicht erst in Erwägung gezogen. Natürlich ist das Maximum des Reibachs für den König nur nach mehreren (!) Vorschlägen und demokratischen Abstimmungen zugänglich. Aber das heißt umgekehrt nicht, dass er nicht schon mit einem einzigen Vorschlag einen deutlichen Gewinn machen kann : Er schlägt einfach vor, dass die Bürger 1 bis 5 insgesamt 6 Taler bekommen. Die vier anderen gehen leer aus. Da jeder der fünf Bürger nun mehr bekommt, haben die Fünf die Mehrheit und stimmen zu. Bereits nach einer Abstimmung bekommt der König 300% mehr, denn er kann vier Münzen einstecken. So gesehen ist die Anzahl der Vorschläge und Abstimmungen für das Ergebnis wesentlich. Und somit auch für die Berechnung einer Lösung. Man kann aber, wie es wohl von einigen Foristen interpretiert wurde, auch nach der maximalen Anzahl der Münzen für den König nach nur einer Abstimmung suchen. Man sollte aber alles in Erwägung ziehen, sofern die Aufgabenstellung es nicht dezidiert ausschließt !
Ihr Vorschlag, dem König mit nur einer Abstimmung mehr Geld zu verschaffen, funktioniert aber nur, wenn die Taler geteilt werden dürfen (was zugegebenermaßen nicht explizit ausgeschlossen wurde). Warum sich dann aber mit 4 Talern begnügen? Der König könnte ja auch jedem der ersten 5 nur 1.01 Taler geben. Und nach mehreren Abstimmungen könnte der König dann sogar auf 9.97 Taler kommen. Wenn die Taler unteilbar sind (was die Aufgabenstellung meiner Meinung nach nahelegt), dann kann der König nach einer Abstimmung nur verlieren.

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nessaalk 04.12.2017, 15:42
9. Und die Moral von der Geschicht'...

Zitat von Stäffelesrutscher
Danke für dieses schöne Beispiel feudalistischer Akkumulation. Leider hat es einen Schönheitsfehler: der König wird recht bald aufgehängt werden. Aber dafür verstehe ich jetzt auch, wie Kapitalisten Demokratie definieren: es ist demokratisch, wenn eine (relative) Mehrheit entscheidet, einer Minderheit alles wegzunehmen. So muss Hartz IV entstanden sein. ;-)
Immerhin: Das (auch in dieser Runde überwiegende) Herumgemäkel an der Aufgabe beginnt diesmal mit dem Wort "Danke". Den Dank kann man ruhig noch mal an den Urheber des Rätsels richten, denn es ist nicht so einfach, sich eine vergleichsweise neue Art von Aufgabe auszudenken. Und die "Moral" ist ebenfalls bedenkenswert: Auch in Demokratien landet das Geld schnell in den Händen einer Minderheit, sogar ohne Rechtsbruch...

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