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Raubtiere auf deutschem Boden: Der Wolf und die bösen Geißlein
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Der Wolf ist wieder da. Die AfD sorgt sich um die Sicherheit von Schulkindern, Berufsschäfer berichten von "unerträglicher Angst". Ist das nicht doch ein bisschen übertrieben? Fragen wir die Gebrüder Grimm.

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biba_123 03.06.2018, 07:30
1. Der engstirnige Deutsche denkt an Grimm

Wer jedoch ein bisschen belesen ist, der kennt Peter Rosseggers Bergbauernbub und darin das Kapitel über den Wolf und die von ihm ausgehende Bedrohung. So ganz harmlos ist der nicht, der Wolf!

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Spiegelleserin57 03.06.2018, 07:49
2. Warum werden die Schafe nicht bewacht?

Es gibt Hütehunde, nicht ohne Grund würden sie gezüchtet. Sie hatten die Aufgabe die Herde zu bewachen. Heute wird dies verkannt und man wundert sich über deren Charakter der aber ganz bewusst herausgezüchtet würde.
Wölfe sind scheu und für den Menschen nicht gefährlich. Es stellt sich immer wieder die selbe Frage: warum kümmern sich die Leute so wenig um ihre Tiere? Kühe und Pferde findet man ausgebrochen auf den Straßen und nun werden Schafe gerissen. Immer sind andere Schuld, nur nicht der Eigentümer!
Man kann nicht nur Profit machen, man muss auch gute Vorraussetzungen schaffen. Die Schäfer die umherziehen wissen warum sie Hütehunde haben!

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Charlie Whiting 03.06.2018, 07:54
3. Er ist wieder da

Das kannte ich von was anderem aber egal.
Die Wölfe sind ein Teil der Natur. Es gibt immer Geschrei (zu recht) wenn irgendwo bestandsgefährdete Tiere gejagt bzw. gewildert werden, oder weggerodet. Nur haben offensichtlich viele Menschen bei dem Wolf überhaupt kein Problem damit. Tja, wenn's an den eigenen Geldbeutel geht. Dann muss der Schäfer halt mal etwas investieren. Und wenn das Fleisch, die Wolle, etwas teurer wird ist das für mich ok. Die meisten Begründungen für irgendwelche Preiserhöhungen sind nämlich absurd. Diese wäre nachvollziehbar. Und mein Kind würde ich eh nicht allein in den Wald lassen. Ob mit oder ohne Wölfe.

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lemmoet 03.06.2018, 07:57
4. Dann gibt es den Blutrausch....

also nur bei Schafen die sich nicht wehren können und nicht bei wehrlosen Kindern?
Ich durfte meine Kindheit noch im Wald verbringen, was sich in vielen Regionen bereits verbietet, weil der Wolf eine Gefahr darstellt.
Solange man in einer Stadt, weitab von der Natur lebt, mögen Wölfe und Bären etwas Romantisches haben. Wenn man im Wald ein Rudel um sich heulen hört, sicher nicht mehr.
Meiner Meinung nach sollte man sich lieber um Tiere wie Rebhühner kümmern, die ich in meiner Kindheit noch massenhaft gesehen habe und die inzwischen ausgestorben scheinen.

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wildebeast 03.06.2018, 08:05
5. Stadtbewohner...

...brauchen keine Angst vor dem bösen Wolf zu haben, und können sich leicht über die Angst vor dem Wolf lustig machen.

In Gegenden auf dem flachen Land gab es schon einige beängstigende Begegnungen von Joggern oder Spaziergängern mit „zutraulichen“ und sehr interessierten Wölfen.

Ich habe den Eindruck, als würden sehr berechtigte Ängste vor Wölfen, die ihre natürliche Scheu vor Menschen verloren haben, weder von der Politik, noch von den seriösen Medien, ernstgenommen.

Ich rede hier nicht undifferenzierter Panik, mir wäre jedoch sehr an einer besseren Balance zwischen Wolfsromantikern und der realistischen Wahrnehmung eines großen Raubtiers gelegen.

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lostandfound 03.06.2018, 08:08
6. Wölfe sind nicht harmlos!

Wölfe sind nicht harmlos!
Was ist das für eine unsinnige Aussage:
„…wesentlich wahrscheinlicher, von einem Hund gebissen oder gar getötet zu werden als von einem Wolf…“ Das gilt nur für die Vergangenheit. Je mehr Wölfe es gibt, desto wahrscheinlicher ist es. Und heute schon ist es weit wahrscheinlicher, dass Schafe von Wölfen als von Hunden gerissen werden. Der Wolf lebt eben im Wald und nicht mitten unter uns in unseren Städten und Dörfern wie die Hunde und begegnet Menschen logischerweise auch viel seltener.
Es ist gar nicht zu vermeiden, dass wie jüngst in Niederaula Kleinkinder gelegentlich weglaufen und sich im Wald verirren.
Zwei dreijährige Kinder wurden am Montag, dem 7. Mai in Freiburg-Zähringen in der Kita vermisst.
In Indien werden seit Langem Kinder von hungrigen Wölfen angefallen. Ein amerikanischer Forscher untersuchte diese Fälle – 273 getötete Kinder in drei indischen Bundesstaaten in den Jahren 1980 bis 2000.
Die Bezugnahme ich auf den Wolsforscher John Linnel betreffend die letzten 40 Jahre ist schlichtweg unredlich, indem nur dieser Zeitraum betrachtet wird. Der Forscher berichtet sehr wohl über viele tödliche Attacken in Europa, zum Beispiel in Spanien zuletzt 1974.
Im spanischen Galicien, in der Nähe des Dorfes Vilar, wurde 1957 ein fünfjähriger Junge von einem Wolf getötet, tagsüber, auf einer Straße. Ein Jahr später griff ein Wolf in einem Nachbardorf Kinder an. Einer der spielenden Jungen wurde von dem Tier weggeschleift, bevor Erwachsene es verjagten. Der Junge überlebte.
Im Jahr 1974 schleppte ein Wolf in derselben Gegend einen Säugling weg, den eine Arbeiterin am Rand eines Feldes abgelegt hatte, und zog ihn in ein Gebüsch, wo das Baby starb. Wenige Tage später schnappte sich ein Wolf ein dreijähriges Kind und tötete es.
Und natürlich sind die Attacken mit dem Rückgang der Bestände seltener geworden. Das würde sich sofort ändern, wenn es mehr Wölfe gäbe.
Soll es auch bei uns zu tödlichen Attacken auf Kinder kommen? Kinder können nun einmal nicht so geschützt werden, dass solche Attacken vermieden werden.

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Sueme 03.06.2018, 08:37
7.

Die Schäfer und Viehzüchter sind halt bequem geworden in Deutschland.
Reichte doch bisher ein höchstens hüfthoher Rollzaun um die Schäfchen beisammen zuhalten.
Jetzt müsste man sich halt Gedanken machen und ggf., wie auch vom Autor erwähnt, mal in ein paar ordentliche Herdenschutzhunde investieren. Es ist ja nicht so das es in anderen Ländern nicht geeignete Rassen dafür geben würde. Aber oje Veränderung und Aufwand, dann doch lieber abschießen was stört....

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leserandreas 03.06.2018, 08:38
8. So sind wir Menschen

Wir pflegen unsere Ängste. Schon aus den Märchen der Gebrüder Grimm sind nur die Geschichten hängen geblieben, die uns bequeme Feindbilder verschaffen. Und heute, im Zeitalter multimedialer Berichterstattung wird sichtbar, wie dieser Pflegevorgang bei uns Menschen funktioniert. Bei schlimmen Ereignis, über die auf allen Kanälen berichtet wird, addieren wir so oft, wie wir davon hören oder sehen. Wie oft es tatsächlich passiert ist, weiß kein Mensch. Bei guten Ereignissen ist schon die Berichterstattung seltener und unsere selektive Wahrnehmung sagt uns: keine Gefahr, nicht nötig zu beachten. So stehen uns unsere Schutzinstinkte oft im Weg.

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mkdrsdn 03.06.2018, 08:39
9. Unabhängig davon, ...

... wie man zum Wolf steht, empfinde ich den Umgang mit der Statistik in diesem Artikel als etwas spitzfindig. Wenn Sie sagen, daß jährlich 1-6 Personen pro Jahr an Hundebissen sterben, dann darf man die hohe Gesamtzahl von über 11 Millionen in 2017 in Deutschland gehaltenen Hunden nicht vergessen. Zumal diese Hunde mitten unter uns leben und dadurch regelmäßig die statistische "Chance" bekommen, zu beißen. Das dann mit fehlenden Beißattacken von 1.000 über Deutschland verteilt zurückgezogen lebenden Wölfen zu vergleichen hat m.E. wenig Aussagekraft.
Ich denke, das zentrale Argument ist doch die Antwort auf die Frage, wieviel uns unsere Biodiversität wert ist. Das haben wir bislang als Gesamtgesellschaft so beantwortet, daß wir den Wolf in unserer Natur wollen und dieses Ziel mit Bejagungsverbot und finanziellen Entschädigungen für entstehende wirtschaftliche Schäden befördern. Interessant wird es, wenn es zu Personenschäden kommen sollte. Denn dann müsste jemand dafür aufstehen, daß uns Biodiversität auch das wert sei.

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