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Recycling: Zweites Leben für alte Windräder
DPA

Was macht man mit einem riesigen Windrad, wenn es am Ende seiner Lebenszeit angekommen ist? In den kommenden Jahren wird dieses Problem öfter auftreten. Erste Recycling-Pioniere haben sich bereits an die Arbeit gemacht.

tempus fugit 12.04.2018, 18:43
1. Irgendwie sehr kurz gedacht...

...70-80 m praktisch unverwüstliches, hochstabiles und gleichzeitig elastisches Material ginge doch auch für Fussgängerüberbrückungen, als Schwimm-
körper, als Domelemente z.B. zum Schutz von Atommeilern vor Flugzeugangriffen, für den Hallenbau...

Nur mal so paar Gedanken dazu! Und sehen doch
durchweg sehr 'luftig' und elegant aus?!

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mhuz 12.04.2018, 19:28
2.

Auf jedenfalls strahlen sie nicht so lange

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krautkiwi 13.04.2018, 03:05
3. @tempus fugit

Zitat von tempus fugit
...70-80 m praktisch unverwüstliches, hochstabiles und gleichzeitig elastisches Material ginge doch auch für Fussgängerüberbrückungen, als Schwimm- körper, als Domelemente z.B. zum Schutz von Atommeilern vor Flugzeugangriffen, für den Hallenbau... Nur mal so paar Gedanken dazu! Und sehen doch durchweg sehr 'luftig' und elegant aus?!
So wie ich es verstanden habe ist hier die Rede von den Rotorblaettern, nicht dem Turm.

Der Turm ist in der Regel aus Stahl und vereinzelt auch aus Betonfertigteile.

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g1cs2009 13.04.2018, 08:09
4. schnell mal billig entsorgen.

Wie bei vielem Sondermüll wird das Problem nur verlagert. Asbestbeton hatte auch einen Ruf als sehr beständig. Nach Jahrzehnten wurde dann festgestellt das es doch nicht so gesund ist, aber wie Beton und Asbest trennen? Teure Aufbereitung zu Sondermüll war die Folge.
Erst werden die Rotorblätter geschreddert, danach mit Zement in Beton gebunden, das Haus Abgerissen und der Beton auch wieder geschreddert. Das wird dann als Unterbau für neue Fahrbahnen verwendet.
Die Fasern sind immer kleiner geworden und später wird festgestellt das es durch Wind zur Aufwirbelung und Einatmung durch Mensch und Tier kommt??? Was stimmt hier nicht? Alle jammer über Krebserregung und Feinstaub (Böser Diesel- PKW, aber die Großschifffahrt fährt weiter auf Schweröl) aber das Materialien untrennbar gemischt werden nur um MÜLL zu entsorgen und Forscher Wege suchen um etwas positives(es gibt bereits TOP Belastbaren Beton, also nicht notwendig) als neuen Superbeton verkaufen zu können wird hier bejubelt und die nachfolgenden Generationen haben das Problem der Entsorgung siehe, Asbest, Lager Asse, Mikroplastik.....)
Entweder Rotorblätter die theoretisch durch Reparatur ewig halten oder Material das sich ohne viel Energie(denn durch die Notwendige Energie zur Herstellung und Entsorgung in Großen Anlagen ist die Umweltbilanz vieler Erfindungen der Nachhaltigen Energiegewinnung gleich Null oder Negativ, Stahlwerke und Verbrennungsanlagen erzeugen CO2, Huch das ist neu. ;-) )
Siehe Sondermüllproblem der Geförderten und Geforderten Gebäudeaußenisolierung mit Dicken Platten, Pilzhemmern, Kunststoffputze welche im allgemeinen nach 25Jahren am Gebäude zu erneuern ist, die Deutschen lassen sich nur zu leicht blenden. Ja Amen

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ripley99 13.04.2018, 08:53
5. Nicht nur Windräder

Das Recyclingproblem betrifft eigentlich alle glasfaserverstärkten Kunststoffe gleichermaßen. Die werden ja schon lange sehr breit eingesetzt, bspw. für Bootsrümpfe und Autoteile. Überhaupt die vielen hochgejubelten Verbundmaterialien, alles schwierig zu verwerten. Dazu könnte man (SpOn) gerne mal größer berichten.

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sachgerecht 15.04.2018, 01:00
6. Das werden wir schon hinkriegen.

Es ist schon merkwürdig, dass die selben Zeitgenossen, die sich vehement für die weitere Nutzung der konventionellen Schmutzenergien und sogar für die Atomenergie einsetzen, jedes vermeintliche Haar in der Suppe der Grünen Energien suchen und das dann bombastisch aufblasen. Wenn ich von der Branche leben müsste, würde ich wahrscheinliche auch um meinen Job zittern, das kann aber nicht dazu führen, sinnvolle und zukunftsweisende Energieentwicklungen mit allen Mitteln auszubremsen. Im Gegensatz zu den alten Dreckschleudern, insbesondere der radioaktiv verseuchten Atomkraftwerke, können Bestandteile von Windenergieanlagen nahezu vollständig verwertet werden. Dieses gilt auch für die Rotorblätter von Windenergieanlagen aus GFK, wenn diese nach einer entsprechenden Aufbereitung zur Substitution von Energie- und Rohstoffträgern für die Herstellung von Zement eingesetzt werden. Bei dem thermischen Verarbeitungsprozess schmelzen die ach so gefährlichen Glasfasern schon soweit ein, dass sie nicht mehr schaden können. Aus Mangel an schlüssigen Argumenten kommen unsere Fortschrittsverweigerer schließlich auch noch auf eine enorme Energieverschwendung und eine damit verbundene Umweltbelastung für die Entsorgung der Windräder. Fakt ist, dass die Energiebilanz von WKA bei durchschnittlich 6 Monaten zu 25 Jahren sauberer Energieproduktion liegt. Dagegen blasen die konventionellen Kraftwerke bis ihrem Abriss Klimagase, Feinstaub Quecksilber, Arsen und weitere Schadstoffen in die Atmosphäre. Mit der Energie einer WKA können 50 Windanlagen gebaut und entsorgt werden, die ihrerseits dann 1250 Jahre lang saubere Energie liefern. Die Kosten für die Entsorgung der Rotorblätter liegen nach Angaben des LMU Niedersachsen in einer Bandbreite von 200 bis 500 €/Mg (1 Mg= 1 Tonne) und dürfte angesichts der Wertschöpfung einer WKA völlig bedeutungslos sein. Sicher wird sich die Recycling-Industrie noch rationellere Verfahren einfallen lassen, denn bisher war das noch keine relevante Aufgabe, die bestimmt bei Zeiten noch weit besser als bisher gelöst wird.

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forscher56 15.04.2018, 18:19
7. Unrentable Anlagen abbauen und woanders wieder aufbauen?

Solange eine Anlage mit ein bisschen Schmieröl läuft und Strom generiert, kann sie doch nicht unrentabel sein. Abschalten würde ich die dann, wenn Bruch droht oder sonst eine unwirtschaftliche Reparatur ansteht. Dann kann ich sie aber auch nicht woanders rentabel weiter betreiben. Worin liegt mein Denkfehler??

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Flari 15.04.2018, 20:37
8.

Zitat von forscher56
Solange eine Anlage mit ein bisschen Schmieröl läuft und Strom generiert, kann sie doch nicht unrentabel sein. Abschalten würde ich die dann, wenn Bruch droht oder sonst eine unwirtschaftliche Reparatur ansteht. Dann kann ich sie aber auch nicht woanders rentabel weiter betreiben. Worin liegt mein Denkfehler??
Die meisten Standorte der WKA sind gepachtet und solange die Anlage dort steht, möchte der Bauer auch weiterhin seine Pacht kassieren.
Für viele WKA gelten die Betriebsgenehmigungen auch nur für 20 Jahre, für den Weiterbetrieb werden ggf. neue Gutachten für die Standfestigkeit von Mast und Fundament fällig, ausserdem steigt die Reparaturhäufigkeit im Laufe der Zeit.
Wird die Einspeisung nicht mehr gefördert, sinkt der durchschnittliche Erlös pro kWh auf rund 2,5 Cent, was die Kosten dann nicht mehr deckt.
Für den WKA-Betreiber ist es dann sinnvoller, den Standort für ein neues, grösseres und wirtschaftlich ertragreicheres Windrad zu nutzen.

Verkauf ins Ausland: Es gibt viele Länder, deren Prüfungen auf Betriebssicherheit bedeutend laxer sind, oder gar nicht existieren.
Bei manchen niedrigen Umweltstandards und Lohnkosten steigt auch gerne mal ein Arbeiter jeden Tag zur Gondel auf, um einige Liter Öl nachzufüllen...
Vor einigen Jahren gab es mal einige Berichte über völlig marode Windparks in den USA, wo der Boden vom Altöl der undichten Windräder völlig verseucht war.

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