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Risiko-Psychologie: Warum der Brexit einem Flugzeugcrash ähnelt
DPA

Der Brexit droht für Großbritannien zum Desaster zu werden - doch die britische Regierung hält unverdrossen Kurs. Das hat verblüffende Ähnlichkeit mit einem psychologischen Effekt, der auch Flugzeuge zum Absturz bringen kann.

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Atheist_Crusader 02.01.2018, 15:36
1.

"Ein Pilot ist von den negativen Folgen seiner Entscheidungen ebenso betroffen wie seine Passagiere, meint der Psychologe. "Beim Brexit gilt das wahrscheinlich nicht.""

Naja, die Scharfmacher und Lügner wie Farage und Johnson sind natürlich wohlhabend genug dass sie der Berxit nicht interessieren wird. Aber ich betrachte auch die knapp über 50% der pro-Leave-Wähler als Kopiloten dieser Idiotie und die werden definitiv unter den Folgen leiden.

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kenpegg 02.01.2018, 15:42
2. Lächerlich

Seit wann wird der Pilot von den Passagieren gewählt?

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Oskar ist der Beste 02.01.2018, 15:42
3. êntscheidender als

die Psyche ist aber, daß alle Vertreter von Remain entweder politisch verbrannt (Blair) oder einfach nur arrogant und auch ignorant über die Gründe des BREXIT hinwegdiskutieren. Es gibt bei ihnen keine positive Vision über die EU, sondern nur das Bedürfnis, die EU als eine Art Sonderangebotsupermarkt zu betrachten.
Die acht bis zehn Millionen, die das Referendum durchaus respektieren wollen, aber auch begreifen, daß UK sich BREXIT nicht leisten kann, werden leider nicht gehört weder von den Hardcore Brexitern noch von den Hardcore Remainern.

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colinchapman 02.01.2018, 15:47
4. es geht sich nicht darum, was die britische Regierung gut findet

denn sie hat ein direktes Mandat vom Volk, den Brexit durchzuziehen. Ich frage mich, was die britische Regierung laut Meinung von Herrn Becker und oder seinem zitierten Flugzeugkatastrophenpsychologen tun sollte. Die Wende von der Wende einleiten, ohne entsprechende Legitimation durch die Wähler? beziehungsweise, um genau zu sein, entgegen der Legitimation durch die Wähler? Es ist eben das Wesen von demokratischer Politik, dass die gewählten Politiker sich eben nicht sagen können, das Wahlvolk habe aber Unrecht gehabt, wir machen jetzt einfach was anderes. Und Politiker können - hier könnte man eine Parallele zu den in Deutschland derzeit vieldiskutierten und von einigen geforderten Neuwahlen sehen - das Volk auch nicht so lange wählen lassen, bis einmal ein den Politikern genehmes Ergebnis dabei heraus kommt, und dann schnell zu wählen aufhören. in einer Demokratie geht alle Staatsgewalt vom Volke aus. Das hatte die einmalige Gelegenheit, sich direkt dazu zu äußern, und hat das getan. und das Ergebnis lautete Brexit, mit 51,89 Prozent der Stimmen. Ich hätte, wenn ich hätte wählen dürfen, für den Verbleib in der EU gestimmt, aber es bleibt nun mal ein elementarer Bestandteil der Demokratie, dass man Beschlüsse akzeptiert, auch wenn man selber in der Minderheit war.

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nikamatu 02.01.2018, 15:54
5. Psychologie hin oder her.

Sich in Zeiten der Globalisierung und des Internets abschotten zu wollen ist faktisch dumm und nicht machbar.

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spon-facebook-10000012354 02.01.2018, 15:55
6. Eine sonderbare Erklärung

Über komplizierte volkswirtschaftliche Probleme bzw. Fragen der Migration ein Referendum durchzuführen dürfte der eigentliche Fehler gewesen sein. Zuwanderung und Wirtschaft waren die wichtigsten Themen der beiden Lager. Unkontrollierte Zuwanderung, bei der Ausländer aus ärmeren Ländern ins Vereinigte Königreich geströmt seien, weil man die Kontrolle der eigenen Grenzen aufgegeben habe, war das zentrale Argument von Befürwortern eines Brexit; deren Schlagworte hießen Take back control („Kontrolle wiedererlangen!“) bzw. I want my country back („Ich will mein Land zurückhaben“). Die Gegner hatten versucht, die positiven wirtschaftlichen Einflüsse der EU in den Vordergrund zu stellen (Britain stronger in Europe - „Britannien ist stärker als Teil Europas!“). Nach der Entscheidung der Wähler ist eine politische Umkehr demokratisch kaum noch zu rechtfertigen.
https://de.wikipedia.org/wiki/EU-Mitgliedschaftsreferendum_im_Vereinigten_Königreic h_2016

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brux 02.01.2018, 15:58
7. Na ja

Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich.

Diejenigen, die beim Brexit am meisten zu verlieren haben, sind nicht diejenigen, die entscheiden.
Die Brexit-Politiker sind allesamt sehr reich, mit Auslandsinvestitionen und Landbesitz. Diese Leute können ihrer Ideologie frönen, ohne ins Risiko zu gehen.
Selbst Probleme mit der zukünftigen Finanzierung von Schulen und Krankenhäusern jucken sie nicht, denn sie haben ihre Kinder in Privatschulen und sind privat versichert.

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brux 02.01.2018, 16:01
8. Falsch

Zitat von colinchapman
denn sie hat ein direktes Mandat vom Volk, den Brexit durchzuziehen.
Sie wissen schon, dass (a) das Referendum nicht bindend war, und (b) die Art des Austritts nicht auf dem Wahlzettel stand?
Die Regierung könnte durchaus die Mitgliedschaft im EWR anstreben und so den grossen wirtschaftlichen Schaden vermeiden. Dem Abstimmungsergebnis wäre voll genüge getan.

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Pless1 02.01.2018, 16:06
9. Bei Politikern nachvollziehbar

Im Gegensatz zum Pilotenbeispiel ist dieses Verhalten bei Politikern gut nachvollziehbar. Würde May beispielsweise die Notbremse ziehen hätte das zum einen die genannten negativen Folgen, zum anderen würde sie eine demokratische Entscheidung missachten. Auch wenn sie damit die Retterin des UK wäre: die viel schlimmeren Folgen des Brexits blieben hypothetisch, wären für die Menschen nur eine Theorie.

Kann sie hingegen den Brexit so gestalten, dass er nur win bisschen weniger schlimm ausfällt als von vielen prognostiziert, kann sie das als ihren Erfolg darstellen. Und das selbst dann, wenn dieser Status deutlich schlechter ist als die negativen Folgen bei einem Verbleib in der EU nach einer möglichen Notbremse.

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