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Robuste Nager: Forscher finden Anti-Krebs-Hormon in Blindmäusen
DPA

Blindmäuse erkranken nicht an Krebs und werden sehr alt. Forscher haben jetzt den Mechanismus entschlüsselt, der die Nager schützt. Ein Hormon sorgt dafür, dass sich wuchernde Zellen selbst zerstören. Es könnte auch für die humane Krebsforschung interessant sein.

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dada_hallo 07.11.2012, 22:44
1. Kein Hormon...

IFN beta ist kein Hormon soindern ein Zyokin! Die Wirkung als Anti-Tumor Faktor ist nicht sonderlich verwunderlich, ein naher Verwandter, IFN alpha, wird seit Jahren im der Tumortherapie eingesetzt.

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wincel 08.11.2012, 00:15
2.

Ich schau mir gerade die Publikation an und kann mal wieder nur den Kopf schuetteln.

Erstens: Das ist kein Hormon, sondern ein Cytokin. Das ist ein grosser Unterschied, denn Hormone wirken gewoehnlich weit weg von ihrem Produktionsort im Koerper, Cytokine jedoch auf die selbe Zelle oder doch die engste Nachbarschaft. Das hat auf die Wirksamkeit, Wirkdauer und moegliche Anwendbarkeit massive Auswirkungen.

Zweitens: Das Zytokin IFN-beta ist nicht der Grund fuer die Krebs-Resistenz, sondern was die Zelle bei diesen Blinmaeusen als Reaktion auf IFN-beta macht. Und das gibt es beim Menschen nicht.
Es nutzt also wenig, wenn wir auch IFN-beta produzieren, aber uns der spezifische Reaktionsmechanismus fehlt (und stattdessen ein sehr deutlich anderer, sehr wichtiger, reagiert).

Dritten: Die Publikation weisst nicht nach, dass IFN-beta das ganze ausloest, sondern nur, dass IFN-beta vorkommt, wenn es passiert. Das kann Kausalitaet sein, aber auch einfach ein paralleler Vorgang sein. Um Kausalitaet nachzuweisen, haetten sie IFN-beta direkt zugeben muessen (und sonst nichts). Das ist aber nicht passiert, sie haben nur Medium der sterbenden Zellen dazugegeben - das kann sonst was enthalten, es gibt viele Zytokine und andere Substanzen, die wirksam sein koennten.

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herr_kleint 08.11.2012, 02:23
3. ...

Zitat von sysop
Blindmäuse erkranken nicht an Krebs und werden sehr alt. Forscher haben jetzt den Mechanismus entschlüsselt, der die Nager schützt. Ein Hormon sorgt dafür, dass sich wuchernde Zellen selbst zerstören. Es könnte auch für die humane Krebsforschung interessant sein.
Sowas ließt die Pharmaindustrie aber gar nicht gerne.

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meinname 08.11.2012, 06:59
4. Ein sehr schwacher Artikel.

Sicher ist es als Journalist schwer über Wissenschaft zu schreiben, nur wenn man so überhaupt nicht versteht worum es geht, sollte man nicht versuchen, dies anderen zu erklären. Sonst kommt so ein Unsinn raus wie in diesem Artikel.
Ohne Frage sind dies interessante Beobachtungen, allerdings sicher nicht der wissenschaftliche Durchbruch, zu dem sie es aufbauschen. Nur als Hinweis, wissenschaftliche Durchbrüche werden selten in PNAS publiziert.

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AhzekAhriman 08.11.2012, 08:21
5. Na dann

mal frisch ans Werk ihr Forscher. Wäre ja ein Seegen für die Menschheit, wenn sie da ne Therapie hinkriegen würden. Aber leider ist ja wieder zu befürchten, dass ein Pharmakonzern die Forschungsergebnisse aufkauft und in der Schublade verschwinden lässt, damit sie weiterhin ihren überteuerten, kaum wirksamen Dreck verkaufen können.

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meinname 08.11.2012, 09:15
6.

Zitat von AhzekAhriman
mal frisch ans Werk ihr Forscher. Wäre ja ein Seegen für die Menschheit, wenn sie da ne Therapie hinkriegen würden. Aber leider ist ja wieder zu befürchten, dass ein Pharmakonzern die Forschungsergebnisse aufkauft und in der Schublade verschwinden lässt, damit sie weiterhin ihren überteuerten, kaum wirksamen Dreck verkaufen können.
Wissenschaftliche Ergebnisse kann man nicht aufkaufen. Ganz im Gegenteil, einmal Publiziert in einem normalen Journal ist dies "Public Domain" und Sie bekommen kein Patent mehr.

Mal davon abgesehen dass das PNAS Paper eigentlich nichts wirklich weltbewegendes zeigt.

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socke86 08.11.2012, 09:19
7.

Wenn Sie es doch alle scheinbar besser wissen, dann forschen Sie doch mal an so etwas rum!
Schrecklich...

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earl grey 08.11.2012, 10:56
8. "Wissenschaftsjournalisten"

Zitat von meinname
Sicher ist es als Journalist schwer über Wissenschaft zu schreiben, nur wenn man so überhaupt nicht versteht worum es geht, sollte man nicht versuchen, dies anderen zu erklären. Sonst kommt so ein Unsinn raus wie in diesem Artikel.
Früher gab es sogenannte "Wissenschaftsjournalisten"; scheint heutzutage nicht mehr aktuelle zu sein. Das waren i.d.R. Wissenschaftler, die in die Journaille abgewandert sind. Die waren zwar gut, aber auch teuer...

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Medienkenner 08.11.2012, 10:58
9.

Artikeln dieser Art ("Hormone/Medikamente/etc. gegen Krebs") werden wir wahrscheinlich noch Jahrzehnte ertragen müssen. Es ist im Grunde doch eine schlechte Illusion der Schulmediziner, daß "irgendwo", also beispielsweise in einer Blindmaus… Wirkstoffe/Hormone oder was auch immer schlummern, die es nur zu entdecken, zu modifizieren und zu nutzen gilt - und schwupp, gibts die Allheilmittel gegen Dieses und Jenes. Die (staatlich geförderte) Fokussierung aufs Detail ist doch ein Irrweg. Mit Sysyphos-ähnlicher Anstrengung versucht man immer und immer wieder nur, Symptome zu behandeln. Krebs in seinen verschiedensten Ausprägungen ist ja offenbar im wesentlichen ein "Produkt" chemischer und radioaktiver Noxen. Würde die Schulmedizin sich aufrichtig mit diesen Entstehungszusammenhängen von Krebserkrankungen beschäftigen, wäre das auch ein Beitrag zur allgemeinen Aufklärung und damit ein weiterer Schritt für wesentlich humanere Lebensbedingungen, die entsprechend geringere Krankheitsfälle der genannten Art zur Folge hätten. Aber von der Medizin-Branche darf man halt nicht zuviel erwarten - Prävention ist für sie anscheinend nur eine Marketingparole, um weitere Umsätze zu gerieren.

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