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Steueroasen: Wer ist hier gierig?
REUTERS

Leaks wie die Paradise Papers sind ein erster Schritt hin zur so nötigen globalen Zivilgesellschaft. Noch immer aber verteidigen manche Steueroasen - als Korrektiv zur "Gier" des Staats.

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zensurgegner2017 12.11.2017, 12:37
1.

Dieses Arument des gierigen Staates wird immer wieder mit Multimillionen als These unters Volk gestreut, die das dann lustig nachplappern.
Nachzuprüfen ist das leicht: Kein Steueroasenstaat der Welt kann mit diesen Microsteuersätzen von 0,1,2 % leben, es ist immer nur ein teilweise rieseiger Brocken am Komplettaufkommen, und das eigene Volk bekommt diese Steuersätze nicht
(Ausnahmen sind die Zwergenstaaten wie zum Beispiel Luxemburg, die über 1/3 aller Staatseinnahmen aus diesen Microsätzen generieren)

Tatsache ist am Beispiel Apples: Jeder einzelne Apple Arbeitsplatz , jeder einzelne, wird durch den Steuerzahler indirekt quersubvetioniert.
Jedes verkaufte Apple Produkt bringt dem dt Staat Mindereinahmen ein.
Würde es Apple nicht geben, wäre das für den dt Staat ein Gewinn

Oder am Beispiel Onlinehandel: 2014 verdiente der dt Staat am Onlinehandel WENIGER als zu Zeiten Quelles und Neckermanns

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exHotelmanager 12.11.2017, 12:40
2. Bitte beenden Sie

diese sozialromantische Neid- und Gier-Debatte. Denken Sie einfach mal über den Begriff "Steuern" nach. "Soziale Wohltaten" als Ersatz für eigene Leistungs- und Risikoverweigerung, wie sie unsere Gesellschaft spätestens seit dem 9.11.1989 massiv prägt, ist damit nicht verbunden. Die von Ihnen und vielen anderen Kolummnisten angeführten "moralischen Werte" existieren nicht - sie sind Wunschdenken derer, die davon profitieren wollen. Diese Einstellung ist mindestens so verwerflich wie die, die Sie legal agierenden Steueroptimierern vorwerfen.

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Gunnar Erichsen 12.11.2017, 12:45
3.

Ja glaubt denn der Autor ernsthaft, es gäbe zwei sich gegenüberstehende Seiten, hier die Steuertrickser und da die Politik? Unsere Volksvertreter haben die gesamte Steuersituation von je her nicht bekämpft, sondern, im Gegenteil, erschaffen; und sie geben sich auch nur dann kurzfristig den Anschein, für Steuergerechtigkeit zu sorgen wenn mal wieder ein Leak die Runde macht.
Und der mündige Bürger und Wähler? - ein Mensch wie Schäuble wird bei uns Finanzminister und zählt zu den beliebtesten Polkitikern überhaupt - mehr muss man dazu nicht sagen.

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th60 12.11.2017, 12:46
4. Danke

für den Artikel! Obwohl es schlimm ist, dass auf diese Selbstverständlichkeiten zum Thema Demokratie und Steuern überhaupt hingewiesen werden muss. Wir werden freilich schon eine Weile in eine andere Richtung gehirngewaschen. Offenlegung: Mein Job wird ebenfalls aus Steuergeldern finanziert.

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wire-less 12.11.2017, 12:46
5. Das Konzept Demokratie hat auch seine Schwachstellen

sie kann auch unfair sein. Wenn immer die Mehrheit bestimmt was gemacht wird ist die Minderheit gelackmeiert. Also wenn die "nicht so Reichen" in der Mehrheit sind liegt's Nahe das diese sich bei den "Reichen" bedienen indem sie Gesetze zur Umverteilung durchsetzen. Das ist ja demokratisch. Die Mehrheit bestimmt.
Das mag man als fair oder unfair empfinden je nachdem in welcher der beiden Gruppen man sich befindet.

Unsere Demokratie hat die fatale Neigung das Staatswesen immer weiter aufzublasen. D.h. Beamte stellen eine enorm wichtige/grosse Wählerschar. Gegen deren Interessen lässt sich z.B. keine Änderung des Pensions/Rentensystem und auch Gesundheitswesens durchsetzen. Das ist momentan sehr zu gunsten dieser Wählergruppe im Ungleichgewicht. Diese Gruppe stellt auch die Mehrheit im Bundestag.

Ja. Demokratie ist die beste Staatsform. Nein. Sie ist wirklich nicht perfekt.

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Plunty 12.11.2017, 12:48
6. Vom Grundsatz her völlig richtig...

...nur gibt es trotz Kontrollmechanismen unglaubliche Verschwendungen und unverantwortlichen Umgang mit Steuergeldern und man steht als Bürger machtlos da... das Problem verschärft sich natürlich durch die Gier der Reichen und Konzerne... und jeder "kleine Bürger" der diese auch noch verteidigt, glaubt halt noch an die Lüge, dass er auch irgendwann zu diesen gehören wird wenn er sich nur hart genug anstrengt und fleißig arbeitet...

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zhonguomi 12.11.2017, 12:53
7. ausgerechnet

die sonst auf Einhaltung von Recht und Gesetz pochen. Der? Stadt ist nur dann gut, wenn es um die Wahrung der eigenen Interessen geht. An seiner Finanzierung will man sich lieber nicht beteiligen.

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zensurgegner2017 12.11.2017, 12:54
8.

Zitat von exHotelmanager
diese sozialromantische Neid- und Gier-Debatte. Denken Sie einfach mal über den Begriff "Steuern" nach. "Soziale Wohltaten" als Ersatz für eigene Leistungs- und Risikoverweigerung, wie sie unsere Gesellschaft spätestens seit dem 9.11.1989 massiv prägt, ist damit nicht verbunden. Die von Ihnen und vielen anderen Kolummnisten angeführten "moralischen Werte" existieren nicht - sie sind Wunschdenken derer, die davon profitieren wollen. Diese Einstellung ist mindestens so verwerflich wie die, die Sie legal agierenden Steueroptimierern vorwerfen.
Sie sollten sich it der Materie beschäftigen

Steueroasen gab es auch schon VOR der Bildzeitung und VOR 1989
Die Schweiz fing damit bereits 1887 an

Im Zuge der immer stärker werdenen Globalisierung und dank Internets wurde es aber immer leichter, Gewinne zu verschieben.
Und deswegen sinken seit Jahrzehnten Steuern auf STEUERBARE Gewinne (weltweit nebenbei), und wird das Volk immer stärker besteuert.

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Ishibashi 12.11.2017, 12:57
9. Apple

OK, Apple zahlt hier nur 25 Millionen, dafür ist die Firma der größte Steuerzahler in Californien wogegen VW 60% der Steuern in D zahlt obwohl hier nur 20 % Wertschöpfung stattfindet. Wenn wir das Prinzip der Steuererhebung unabhängig von der Lokalität der Konzernzentrale einführen wollen, wäre das ein schlechtes Geschäft für Deutschland.

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