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Technik-Innovation: Was die Wikinger zu gefürchteten Seefahrern machte
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Um 700 nach Christus begann die Hochzeit der Wikinger. Möglich war das wahrscheinlich nur durch die Großproduktion eines klebriger Stoffes.

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brathbrandt 06.11.2018, 14:12
1. "Die Wikinger überfielen und plündeten..."

Das ist sicher richtig. Es ist aber die Antwort auf die Aggression von christlichen Byzantinern und Franken, die die heidnische Völker Mitteleuropas überfielen, beraubten und versklavten. Wer überlebte wurde (Männer kastriert) auf orientalischen Sklawenmärkten verkauft. Die Sklavenroute gingen von Prag über Völkermarkt und Klagenfurt zu den italinischen Häfen. Eine andere von England über Verdun an die französische Mittelmeerküste. Dieser Entvölkerungsprozess begann bei uns mit dem Angriff auf die heidnischen Sachsen und endete um 1400, als mit den Litauern, die letzten heiden Europas bekehrt waren.

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bunterepublik 06.11.2018, 14:23
2. Mag sein

Kann schon sein....aber die Ausbreitung massgeblich auf einen einzigen Stoff zurückzuführen, scheint mir recht eindimensional. Neben Teer waren sicherlich auch etliche andere Rohstoffe, wie Holz, Eisen usw., für die Ausrüstung notwendig. Die Römer haben sich ja auch nicht nur wegen ihres Opus caementicium verbreitet....Viel wichtiger scheint mir die Form der Schiffe zu sein, die es ermöglichte, Flussläufe zu befahren.

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Bibendumx 06.11.2018, 14:23
3. Navigation ist wichtiger

Ein dichtes Schiff ist gut und schön. Aber jedes Boot läßt sich bei kleineren Leckagen lenzen, zumal wenn genügend Leute an Bord sind. Ohne eine gute Navigation wird das aber alles nichts. Wer schon mal - besonders in diesen Gegenden - Segeln war, weiß wie anspruchvoll eine Navigation ohne GPS ist. Schätze, dass z.B. von Bremerhaven oder Cuxhaven ein Navigationsehler von nur 10 bis 20 Grad schon dazu führt, dass man noch nicht mal Heldogland in Sicht erhält. Von Südnorwegen nach Island und Grönland mit dem sogenannten "Sonnenstein" zu navigieren, ist ganz sicher technologisch höher zu bewerten, als irgendeine Löcher/Fugen-mit-Teer-Zuschmiererei, auch incl. einer Teergewinnungstechnik.

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Ökofred 06.11.2018, 15:06
4. Ganz sicher...

Zitat von brathbrandt
Das ist sicher richtig. Es ist aber die Antwort auf die Aggression von christlichen Byzantinern und Franken, die die heidnische Völker Mitteleuropas überfielen, beraubten und versklavten. Wer überlebte wurde (Männer kastriert) auf orientalischen Sklawenmärkten verkauft. Die Sklavenroute gingen von Prag über Völkermarkt und Klagenfurt zu den italinischen Häfen. Eine andere von England über Verdun an die französische Mittelmeerküste. Dieser Entvölkerungsprozess begann bei uns mit dem Angriff auf die heidnischen Sachsen und endete um 1400, als mit den Litauern, die letzten heiden Europas bekehrt waren.
So blödsinnig es ist, die Wikinger auf "Rauben und Plündern" zu reduzieren, so gewagt ist Ihre These. Ich würde mal sagen, dass ist Quatsch. Soll das ein kausaler Zusammenhang sein? Wie sollen die Wikinger denn davon betroffen gewesen sein, oder haben die sich das abgeguckt?
Die Wahrheit ist leider viel profaner: Die Wikinger haben erstmal bei sich selbst geübt, dass heisst sie haben erstmal die Nachbarn im nächsten Fjord überfallen. Dann waren die Angelsachsen auf den britischen Inseln dran... auch nicht grad "Franken und Byzantiner".
Die sind übrigens auch nicht so weit nach Norden gekommen, die Franken haben sich mehr an den Osten gehalten (Slaven und Sachsen).

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Pless1 06.11.2018, 15:26
5.

Zitat von brathbrandt
Das ist sicher richtig. Es ist aber die Antwort auf die Aggression von christlichen Byzantinern und Franken, die die heidnische Völker Mitteleuropas überfielen, beraubten und versklavten. Wer überlebte wurde (Männer kastriert) auf orientalischen Sklawenmärkten verkauft. Die Sklavenroute gingen von Prag über Völkermarkt und Klagenfurt zu den italinischen Häfen. Eine andere von England über Verdun an die französische Mittelmeerküste. Dieser Entvölkerungsprozess begann bei uns mit dem Angriff auf die heidnischen Sachsen und endete um 1400, als mit den Litauern, die letzten heiden Europas bekehrt waren.
Es ist müßig zu diskutieren, wer wen zuerst überfiel. In jenen Zeiten galt Gewalt ganz allgemein als probates Mittel der Politik.

Das Bild vom Wikinger als plündernder und brandschatzender Unhold ist ohnehin ein Zerrbild. Ja, auch das ist Teil ihrer Geschichte. Aber in erster Linie waren die Wikinger erfolgreiche, weit vernetzte Händler.

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Fuscipes 06.11.2018, 15:38
6.

"Erst mit der Christianisierung um 1000 nach Christus endete allmählich die große Zeit der Wikinger." Möglich, es war so um 1000 nach Christus, da kamen dann die Kreuzzüge europaweit in Mode.

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sarang he 06.11.2018, 15:41
7. Die Wikinger haben ja auch um sich vor den Angriffen

der "Barbaren" aus dem Süden zu schützen, bereits vor 700 n.Chr. begonnen, die größten Verteidigungsanlagen Nordeuropas aufzubauen. Die Geschichte der Skandinavier sieht viele Punkte auch deutlich anders unser deutsches Geschichtsbild.

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michael1971 06.11.2018, 15:51
8. Nicht alle Wikinger wurden sesshaft

Besonders spannend ist von den in der Normandie angesiedelten Wikingern (wenn man sie dann noch als diese bezeichnen will) die Geschichte der Hautevilles, die nach Süditalien weitergewandert waren, Teile des Mezzogiornos und Sizilien erobert haben, und später während der Kreuzzüge in vorderster Reihe mit dabei waren.

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MarkusHenny 06.11.2018, 16:21
9. Stimmt eben zum Teil doch

Zitat von Ökofred
So blödsinnig es ist, die Wikinger auf "Rauben und Plündern" zu reduzieren, so gewagt ist Ihre These. Ich würde mal sagen, dass ist Quatsch. Die Wahrheit ist leider viel profaner: Die Wikinger haben erstmal bei sich selbst geübt, dass heisst sie haben erstmal die Nachbarn im nächsten Fjord überfallen.
Aber ein Teil der Wikinger hat eben doch England überfallen und terrorisiert; dies nur mit ein paar Tausend Kriegern. Im Gegensatz zum Beispiel zu den Römern haben sie nichts grossartiges aufgebaut, sondern primär vorhandenes zerstört. Aber logisch wäre eigentlich gewesen, dass sie die Griechen und Römer übertrumpft hätten bezüglich der Verwaltung der eroberten Gebiete.

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