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Test in Nordkorea: Was unterscheidet eine Wasserstoff- von einer herkömmlichen Atombo
AFP

Experten rätseln nach dem Nukleartest in Nordkorea, ob das Regime in Pjöngjang tatsächlich über eine Wasserstoffbombe verfügt. So funktioniert diese zerstörerische Waffe.

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hoenjoha 03.09.2017, 19:04
1. Keine Verdichtung

Das fusionieren der H-Kerne wird nicht, wie im Artikel erwähnt, durch 'Verdichtung', sondern durch die hohen Temperaturen erreicht. Die Teilchen bewegen sich bei diesen Temperaturen im zig- Millionen Grad Celsius-Bereich so schnell, das die Atomkerne gewissermaßen 'ineinanderkrachen'.

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spiegelleser32 03.09.2017, 19:27
2. Eben keine Erklärung

Was ist der zu erkennende Unterschied zwischen einer Fission und einer Fusion, bei einer Atombome/Wasserstoffbome?
Ich erinnere mich da an enorm besorgte Wissenschaftlergesichter...da war doch was.. Also Spiegel, was geht am Tellerrand?

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monolithos 03.09.2017, 19:30
3. Zar-Bombe

Erwähnt werden sollte in diesem Zusammenhang, dass es mit der AN602 eine Wasserstoffbombe war, mit der die größe jemals von Menschen verursachte Explosion herbeigeführt wurde, 4000 mal so stark wie die Hiroshima-Bombe (https://de.wikipedia.org/wiki/AN602).

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rtzlwitz 03.09.2017, 19:31
4. Nicht ganz korrekt

Deuterium/Tritium wird bei militärischen Fusionsbomben nicht verwendet - statt dessen Lithiumdeuterit.
Und hoenjoha liegt ebenso falsch. Es findet sehr wohl eine - sogar extreme - Kompression des Fusionsbrennstoffes statt. Und zwar zwischen U238 Temper und dem Plutonium-Stab. Siehe Teller-Ulam Design.

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der_sinnlose 03.09.2017, 19:33
5. H-Bomben

ein kleiner aber feiner Unterschied wurde hier vergessen. Wasserstoffbomben sind zumindest theoretisch in Gösse und Sprengkraft unbegrenzt. Deshalb waren die Russen damals so scharf auf die H-Bombe. Man konnte Raketen und Atombomben bauen und diese auch in Richtung Feid abschiessen aber nicht genau genug damit zielen. Man hat dann mit der Wasserstoffbombe einfach die Sprengkraft derart erhöht das man nicht mehr genau zielen musste. Und genau dasProblem wird Kim auch haben. Er kann sich wohl kaum auf GPS verlassen. Aktuell kann er also Raketen nur ballistisch abfeuern. Hoch mit dem Ding; ein wenig zielen, Kurskorrektur via Funk wenn der "Feind" ihn nicht stört, Treibstoff abschalten wenn sie wieder runter soll. Das ist in etwa das Niveau der V2 - nur mit mehr Reichweite, Traglast und möglicher Weise einem Atomaren Sprengkopf.

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andre_sokolew 03.09.2017, 19:36
6. "Verdichtung" ist nicht falsch

"Die Teilchen bewegen sich bei diesen Temperaturen im zig- Millionen Grad Celsius-Bereich so schnell, das die Atomkerne gewissermaßen 'ineinanderkrachen'." Und dazu baucht es mehr Platz. "Verdichtung" ist in einer populärwissenschaftlichen Beschreibung gewiss kein falsch gewähltes Wort.

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hoenjoha 03.09.2017, 19:53
7. @rtzlwitz

Sie haben Recht, ich habe mich etwas falsch ausgedrückt, die Kompression spielt sehr wohl eine Rolle. Entscheidend für die Verschmelzung der Kerne ist aber nicht der Druck, sondern die Kollisionsgeschwindigkeit

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permissiveactionlink 03.09.2017, 19:53
8. Gewaltig, dieser Fortschritt.

Aber worin besteht er eigentlich ? Heutzutage dürfte keine einzige Kernwaffe des Implosionstygs mehr in den Arsenalen der Großmächte auf ihren Einsatz warten, die nicht mit Deuterium/Tritium geboostet ist. Und warum ist das wohl so ? Ganz einfach aus ökonomischen Gründen : Ein normaler Plutonium-239-Implosionssprengsatz spaltet gerade einmal etwa 1 Prozent des Plutonium bei der atomaren Explosion. Das Material fliegt viel schneller auseinander, als es gespalten werden kann. Platziert man aber im Zentrum des Sprengsatzes eine Deuterium/Tritium Kapsel, dann fusioniert dieses bei der Explosion, und setzt eine hohe Zahl von Neutronen frei. Bei diesem "Layer-Cake-Verfahren" lässt sich bis zu 29 Prozent des Plutoniums bei der Explosion spalten. Also mit der gleichen Menge Plutonium mehr als die 29 fache Sprengkraft. Und : Bei gleicher Sprengkraft kommt man mit viel weniger Plutonium aus. Kims Bombe funktioniert genauso. Ein komplizierteres Teller-Ulam-Design ist völlig überflüssig, um eine Sprengkraft von einigen hundert kt zu errreichen. Neu ist daran aber nichts. Die Großmächte machen das seit 50 Jahren so. Und ein großes Geheimnis, wie es funktioniert, ist das auch nicht !

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mhwse 03.09.2017, 20:22
9. die alten Sowiet Treibwerke die er hat

Zitat von der_sinnlose
ein kleiner aber feiner Unterschied wurde hier vergessen. Wasserstoffbomben sind zumindest theoretisch in Gösse und Sprengkraft unbegrenzt. Deshalb waren die Russen damals so scharf auf die H-Bombe. Man konnte Raketen und Atombomben bauen und diese auch in Richtung Feid abschiessen aber nicht genau genug damit zielen. Man hat dann mit der Wasserstoffbombe einfach die Sprengkraft derart erhöht das man nicht mehr genau zielen musste. Und genau dasProblem wird Kim auch haben. Er kann sich wohl kaum auf GPS verlassen. Aktuell kann er also Raketen nur ballistisch abfeuern. Hoch mit dem Ding; ein wenig zielen, Kurskorrektur via Funk wenn der "Feind" ihn nicht stört, Treibstoff abschalten wenn sie wieder runter soll. Das ist in etwa das Niveau der V2 - nur mit mehr Reichweite, Traglast und möglicher Weise einem Atomaren Sprengkopf.
funktionieren wohl noch (gute alte russische Ware ..) - nur Problem: selbst wenn es die zugehörigen Computer / Steuerungen noch gibt, sie arbeiten nicht mehr zuverlässig - das Layout ist russisch - und selbst die Russen benutzen heute auf Intel Layout basierende Systeme ..

D.h. es muss ein Festwert manuell eingestellt werden - und man muss hoffen, dass die Wettervorhersage, etc. passt - all zuviele direkte Zielübungen sind wohl nicht drin ..

Man muss in grosser Höhe zünden um die Druckwelle hin zu bekommen .. mag ja sein dass zu Hause im Labor alle gut läuft - jeder der mal beim Kunden was vorführen wollte, oder musste, weiss, dass es dann plötzlich nicht mehr so gut klappt.

Ich würde mich auf eine solche Waffe nicht verlassen - ein nur leicht getroffener Gegner reagiert immer wütend ..

Eine über eigenem Gebiet versehentlich gezündete Bombe erledigt das Problem ohnehin - oder bringt die Nachbarn auf ..

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