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Umstrittener Unkrautvernichter: Glyphosat-Absatz in Deutschland sinkt auf Tiefstand
DPA/ Forum Moderne Landwirtschaft

Der Absatz des Unkrautvernichters Glyphosat lag 2016 nur noch bei 3800 Tonnen. Die Bundesregierung will die Anwendung so schnell wie möglich ganz verbieten, doch sinnvolle Alternativen fehlen.

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soulflare 05.09.2018, 06:52
1. Warum verbieten...

Ich verstehe gar nicht, warum man das überhaupt verbieten will. Dass Glyphosat Krebs auslöst, ist nach aktuellen Erkenntnissen ja äußerst unwahrscheinlich. Man sollte die Gesetzeslage wenn dann lieber so anpassen, dass nur ein verantwortungsvoller Umgang damit erlaubt bleibt. Allerdings stellt sich da die Frage, ob das notwendig ist, denn meines Wissens nach wird damit in Deutschland ohnehin schon recht verantwortungsvoll umgegangen.

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Freedom of Seech 05.09.2018, 07:34
2. Politik heute: Verbieten ohne Alternative

Das hysterische Geschrei nach Verboten dominiert die deutsche Politik (und die Diskussion in der Öffentlichkeit). Bei vernünftigen Alternativ Vorschlägen: Ratlosigkeit auf den Gesichtern. Ja klar, wir können alles in Biolandwirtschaft erzeugen. Das gab es schon mal und zwar vor dem 20igten Jahrhundert. Nannte sich damals einfach nur Landwirtschaft, häufig zur Selbstversorgung. Wegen extensiver Landwirtschaft (zur Selbstversorgung und Energieversorgung mit Holz statt Kohle) war im Mittelalter und den Jahrhunderten danach die Waldfläche in Deutschland - unterbrochen durch den 30jährigen Krieg - deutlich kleiner als heute (bei einem Zehntel der Bevölkerung). PS: Und 95% der Bevölkerung lebten unter erbärmlichen Umständen.

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palmiet 05.09.2018, 07:55
3. Merkwürdigerweise...

Arbeiten die Erzeuger der größten und teuersten Weine der Welt (z.B. La Romanée Conti oder Château Latour) biologisch und verzichten komplett auf Herbizide. Also braucht es keine Alternative zu Glyphosphat, man muss nur wollen!

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philosophus 05.09.2018, 07:57
4. Qualität hat ihren Preis...

SPON: "In steilen Weinbergen wird Glyphosat in der Regel auf einem Streifen entlang der Weinstöcke ausgebracht, um dort das Unkraut zu unterdrücken." ===>> Es gibt Alternativen, aber sie sind mit mehr Mühe (und Ausgaben) verbunden. Auf unserem Weinberg z. B. (Peloponnes), streuen wir entlang der Weinstöcke eine dicke Schicht Olivenblätter aus, welche wir umsonst aus der benachbarten Olivenölpresse bekommen. Da hat der Unkraut keine Chance mehr... Es kostet zwar mehr (Arbeitszeit), aber wir wissen später was wir trinken!. Übrigens es ist immer so: Qualität hat ihren Preis!...

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exxilist 05.09.2018, 08:02
5. Das ist gar fürchterlich

Nicht das Bayer/Monsanto noch am Hungertuch nagen müssen.
Anscheinend hat sich seit November 2017 (EU Abstimmung über die zulassung) die Lobbyarbeit des Konzerns verschlechtert. Christian Schmidt sollte hellhörig werden. Nicht das da jemand auf einmal etwas zurückfordert. Aber vielleicht hat er zur Sicherheit auch schon den Flug zu den Caymans gebucht.

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kickmeto 05.09.2018, 08:20
6. Tja, wir müssen halt weg von der "Billig" Mentalität

Genug Lebensmittel gibt es doch, und auch Bio Anbau wäre möglich. Leider kaufen viele Leute, egal ob arm und zum Sparen verdonnert oder reich (aber geizig) immer schön das Billigste. Der Planet leidet darunter, aber egal, daran sind ja dann die anderen schuld. Wie beim Tierschutz auch, es geht alles anders, aber Gewohnheiten müssen sich ändern. Nicht immer billig, sondern gut. Was beim Öl für den PKW ganz gut klappt, sollte der Logik nach doch erst recht für Nahrung gelten. Tuts aber nicht. Das Auto ist wichtiger als der eigene Körper bzw. die Erde, auf der wir Leben.

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mundusvultdecipi 05.09.2018, 08:22
7. Alternativen brauchen wie nicht..

Zitat von Freedom of Seech
Das hysterische Geschrei nach Verboten dominiert die deutsche Politik (und die Diskussion in der Öffentlichkeit). Bei vernünftigen Alternativ Vorschlägen: Ratlosigkeit auf den Gesichtern. Ja klar, wir können alles in Biolandwirtschaft erzeugen. Das gab es schon mal und zwar vor dem 20igten Jahrhundert. Nannte sich damals einfach nur Landwirtschaft, häufig zur Selbstversorgung. Wegen extensiver Landwirtschaft (zur Selbstversorgung und Energieversorgung mit Holz statt Kohle) war im Mittelalter und den Jahrhunderten danach die Waldfläche in Deutschland - unterbrochen durch den 30jährigen Krieg - deutlich kleiner als heute (bei einem Zehntel der Bevölkerung). PS: Und 95% der Bevölkerung lebten unter erbärmlichen Umständen.
...1/3 der deutschen Agrarprodukte werden exportiert.Durch den Verzicht auf jedwede Art von Herbizide, wird in Deutschland niemand Hunger leiden!Die Landwirtschaftlichen Betriebe schrumpfen nur auf ein gesundes Maß!

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FrankLudwig 05.09.2018, 08:28
8. Mehrwürdige Logik!

Weil es kein vergleichbares BILLIGES und ALLES GRÜNZEUG ABTÖTENDES Mittel gibt solle man an dem Mittel festhalten. Ob krebserregend oder nicht, Hauptsache billig! Die "Biodiversität", also die biologische Vielfalt an Pflanzen und Insekten und den davon abhängigen Lebewesen wird geschädigt: Es tötet also nicht nur Unkraut! Wäre das nicht schon Grund genug diese Mittel zu ächten? Welchen Grund sollte Bayer haben eine Alternative zu entwickeln, wenn Glyphosat weiterhin massenhaft verkauft und angewendet werden darf? Der richtige Ansatz wäre es m.E. über den Einsatz dieser Vernichtungsmittel insgesamt nachzudenken, zu klären was als Unkraut bezeichnet wird und was Unkrautvernichtung darf. Die Mehrzahl der Landwirte muss endlich begreifen das das Produktionsmittel Land und Boden, also die bestellbare Ackerfläche, ein wertvolles Gut ist. Das Eigentum daran ist nicht nur ein Recht, sondern eben auch eine Pflicht zum verantwortungsvollen Umgang damit!

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exxilist 05.09.2018, 08:55
9. Welche aktuellen Erkenntnisse?

@soulflare
Von welchen Erkenntnissen reden wir? Von denen neutraler Natur oder diejenigen, die über Mittelsmänner des Grosskonzerns in Auftrag gegeben worden sind? Da ist dann doch ein gravierender Unterschied.
War schon immer so. Beiß nicht in die Hand, die dich füttert. Sollte man mal drüber nachdenken.
Aber wir müssen ja auch nicht immer vom Schlimmsten ausgehen. Reden wir doch übers Bienensterben, welches dramatisch seit dem Einsatz von Glyphosat zugenommen hat. Und diejenigen, die gerade wieder anfangen darüber nachzudenken ob die Erde nicht doch eine Scheibe ist, sollten besser einmal realisieren, das das Leben ohne Bienen ganz schön anstrengend sein wird. Gut, Krebs ist schlimmer und die Chinesen haben auch schon eine Lösung für dieses Problem gefunden. Dort gibt es sie nämlich schon, die bienenfreien Zonen. Herrlich, endlich das Kännchen Kaffe (da ja draussen) mit einem Stück Bienstich ohne Bienenstich auf der schön betonierten Terrasse geniessen. Nun gut, China ist weit weg und das dortige Arbeitsamt frohlockt deswegen auch. Endlich kann man mal eine sinnvollre großangelegte ABM Maßnahme durchführen und Tausenden Menschen Arbeit geben. Materialeinsatz ist auch gering. Lediglich eine kleine Pinzette zum bestäuben der Blüten wird benötigt. Wer braucht da noch Bienen? Pahhh. Vollkommen überschätzt die kleinen Viecher. Und stechen tun sie auch. Aber nur einmal. Leider, so manchen sollten sie vielleicht öfter stechen dürfen.
Da fällt mir doch wieder der Herr Schmitd von der CSU ein. Der hat ja dafür gesorgt, das wir weiterhin auch auf eine solche ABM Maßnahme bei uns hoffen dürfen. Nur leider fehlt uns etwas. Ja genau, die Arbeiter. Wo sollen wir die denn hernehmen? Die Geburtenrate geht ja immer weiter zurück. Am besten doch wieder Herdprämie einführen. Oder mal einen Blick in die Transitzentren werfen. Ach ne, die 5 Männeken werden wohl nicht ausreichen um auch weiterhin in schöne bayrische Äpfel beissen zu können.

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