Forum: Wissenschaft
Umstrittener Versuch: Forscher befreien menschliche Embryonen von Erbkrankheit
Getty Images

Dürfen Forscher das Erbgut von Menschen über Generationen hinweg verändern? Ein erfolgreiches Experiment aus den USA zeigt: Schon bald könnte das möglich sein. Ethiker sind alarmiert.

Seite 1 von 11
claude 02.08.2017, 19:39
1. Ethik

Ist es nicht heute so dass, etwa bei künstlicher Befruchtung, Embryonen auf schwere Erbkrankheiten untersucht werden und gegebenenfalls aussortiert?
Ist solch eine Selektion (schwer Geschichtsbehaftetes Wort) denn "ethisch korrekter", als der Versuch den Embryo von der Krankheit zu heilen und nicht auszuselektieren?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Phil2302 02.08.2017, 19:48
2. Im Zweifel anders herum

Bei der Frage, ob etwas ethisch ist oder nicht, hilft es manchmal, das Problem umgekehrt zu betrachten. Angenommen, die Behebung von Erbkrankheiten wäre der Normalzustand, und Menschen würden dafür plädieren, dass mit dem Heilen aufgehört wird; wie groß wäre wohl das Entsetzen, wenn Menschen absichtlich benachteiligt auf die Welt kommen sollen? Es wäre zurecht groß. Ich plädiere absolut dafür, Krankheiten (das Wort sagt es ja schon) wenn möglich auch durch solche Eingriffe zu heilen. Das wird sich letztendlich auch durchsetzen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
allessuper 02.08.2017, 19:54
3. Wat nü?

"Mitalipov und Kollegen halten dagegen, mit ihrer Methode ließe sich die Zahl der brauchbaren Embryonen nach einer künstlichen Befruchtung erhöhen. Das könnte manchen Frauen eine zweite Hormonbehandlung ersparen, falls beim ersten Versuch nicht genug gesunde Embryonen entstehen. "
Einerseits verkauft man uns ständig Gentechnik und Glyphosat seien notwendig, um die Weltbevölkerung zu ernähren, wir seien ja eh zu viele. Und andererseits versucht man nun auf Biegen und Brechen Kinder in die Welt zu bringen? Oder geht es darum, dass manche gleicher sind? Manche wertvoller sind? Dass ausgerechnet jene, die sich eine Behandlung leisten können keine Kinder bekommen? Die gesamte Kiste der Verkaufsargumente kennen wir doch schon. Jedes Mal wird eine schöne neue Welt vorgegaukelt, damit wir alles hinnehmen. Ich bin dafür, dass wir alle als Bürger gemeinsam per Bürgerentscheid prüfen, worüber geforscht werden soll, sagen wir gute 40%. Schließlich ist das unser Geld.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Echt jetzt 02.08.2017, 19:54
4. Rein theoretische Frage

Zitat von
Dürfen Forscher das Erbgut von Menschen über Generationen hinweg verändern?
Ob sie es dürfen oder nicht ist im Grunde egal, sie werden es ganz sicher tun. Der Druck, gerade im Fall von Erbkrankheiten aber nicht nur da, ist einfach zu hoch, als dass Verbote, irgendetwas bringen würden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
allessuper 02.08.2017, 19:54
5. Wat nü?

"Mitalipov und Kollegen halten dagegen, mit ihrer Methode ließe sich die Zahl der brauchbaren Embryonen nach einer künstlichen Befruchtung erhöhen. Das könnte manchen Frauen eine zweite Hormonbehandlung ersparen, falls beim ersten Versuch nicht genug gesunde Embryonen entstehen. "
Einerseits verkauft man uns ständig Gentechnik und Glyphosat seien notwendig, um die Weltbevölkerung zu ernähren, wir seien ja eh zu viele. Und andererseits versucht man nun auf Biegen und Brechen Kinder in die Welt zu bringen? Oder geht es darum, dass manche gleicher sind? Manche wertvoller sind? Dass ausgerechnet jene, die sich eine Behandlung leisten können keine Kinder bekommen? Die gesamte Kiste der Verkaufsargumente kennen wir doch schon. Jedes Mal wird eine schöne neue Welt vorgegaukelt, damit wir alles hinnehmen. Ich bin dafür, dass wir alle als Bürger gemeinsam per Bürgerentscheid prüfen, worüber geforscht werden soll, sagen wir gute 40%. Schließlich ist das unser Geld.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
KarloFilipovic 02.08.2017, 19:59
6. Klingt gut.

Weitermachen. Es wäre allerhöchstens Unethisch mögliche pränatale Heilung auszuschließen. Ich selbst habe eine (leichte) Erbkrankheit von meinem Vater und der diese von seinem. Meine Frau ist gerade schwanger mit meinem Sohn, der es extrem wahrscheinlich auch haben wird. Wenn ich als werdender Vater etwas dagegen hätte unternehmen können, hätte ich es getan. Und wir reden hier von keiner gefährlichen Erbkrankheit. Man will nunmal seine Kinder so gesund wie möglich haben. "Krankheit" ist kein positiv besetzter Begriff, soweit ich weiß. Dabei ist es doch egal, wann man dagegen angeht.
Science, it works, bitches. -Richard Dawkins

Beitrag melden Antworten / Zitieren
sozialminister 02.08.2017, 20:04
7.

"Peter Dabrock, Vorsitzender des Deutschen Ethikrats, würde sich daher wünschen, dass die Vereinten Nationen Genveränderungen an Embryonen verbieten, solange Gesundheitsrisiken für folgende Generationen nicht ausgeschlossen werden können."

Achja, und wie soll man die Folgen jemals ausschließen können, wenn die Forschung daran verboten wird?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
tomrobert 02.08.2017, 20:06
8. Die Menschheit muss eingreifen!

Die Herausforderung im Weltall sind so groß,
dass wir mit dieser DNA es wohl nicht schaffen werden als Spezies zu überleben. Es geht nicht nur um Krankheit sondern um eine erhöhte Widerstandsfaehigkeit und einem längeren Leben. Der Mensch muss seine DNA boosten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
DieHappy 02.08.2017, 20:12
9.

Schön zu lesen, dass die neue Wunderwaffe gegen viele genetisch determinierte Krankheiten CRISPR so gut funktioniert.

Ein Kumpel von mir hat so eine und wenn die in den nächsten 10 Jahren nichts dagegen finden, wird es eng für ihn. CRISPR ist genau sein Ansatz.
Von daher, CRISPR alles Gute!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 11