Forum: Wissenschaft
Umweltschützer warnen: Deutlich weniger Schmetterlinge und Feldvögel in Deutschland
DPA/ Becker & Bredel

Die immer intensivere Landwirtschaft gehe auf Kosten von Schmetterlingen und Feldvögeln, berichten Umweltschützer. Sie fordern genauere Untersuchungen der Artenvielfalt in Deutschland.

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mime-sis 22.08.2017, 15:46
90. Citizen Science

Wer Zeit und Lust hat, kann sich an der Messung der Artenvielfalt selbst beteiligen. Citizen Science Projekte wie z.B iNaturalist http://www.inaturalist.org/ bieten eine elegante Möglichkeit, Naturbeobachtung wie Schmetterlinge und Vögel zu sammeln und auszuwerten. Man kann dort einfach ein Foto (z.B Handyfoto) eines unbekannten Tiers oder Pflanze hochladen und engagierte Laien und Experten kümmern sich um die exakte Bestimmung. In Amerika arbeiten schon einige renommierte Wissenschaftler mit von Bürgern mitgeschaffene Datensätzen. Gerade dieses Jahr wurde unter den wenigen deutschen iNaturlist Benutzern bemerkt, dass es kaum Kleine Füchse (ein normalerweise recht häufiger Schmetterling) zu beobachten gab.

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peter_rot 22.08.2017, 16:01
91. Ohne die Politik wird sich nichts ändern

Es gibt weniger Schmetterlinge – dem stimme ich zu – der Blick auf meinen Buddleja (Schmetterlingsstrauch) ist stets ernüchternd. Es gibt auch weniger Vögel, zumindest im Winter an meinem Futterhaus. Den Rückgang von Insektenresten auf der Windschutzscheibe – auch das kann ich bestätigen.
Die wahren Gründe kenne ich nicht. Jetzt auf die Bauern und die Pflanzenschutzindustrie zu schlagen, halte ich für falsch. Die machen nur, was andere auch machen, ihr Kapital effizient einsetzen und möglichst effizient produzieren. Richtig ist aber, dass die industrielle Landwirtschaft, inklusive kritischen Insektiziden wie den Neonicotinoiden für Naturvielfalt nicht gerade förderlich ist. Hilfe könnten vernetzte landwirtschaftliche Ausgleichsflächen bringen. Es wäre ja möglich alle Felder mit einen 3 Meter breiten Streifen zu versehen, auf dem die Natur sich entfalten könnte. Es gibt diese Modelle – aber noch viel zu wenig. Leider sind unsere Grünen in dieser Hinsicht ein Totalausfall – wie bei vielen Dingen. Dennoch, wenn die Politik hier nicht aktiv eingreift, wird sich an dem jetzigen Zustand nichts ändern.

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Christinaannelies 22.08.2017, 16:01
92. Klar!

Zitat von gekreuzigt
stehen also für ganz Deutschland. Faszinierend, wie wenig wissenschaftliche Standards von Umweltaktivisten verlangt werden, wenn es um die eigene Beachtung geht. Seriös ist anders.
Wie, wussten Sie noch nicht, dass jeder Umweltschutzaktivist wissenschaftliche Standards um Längen schlägt? Sogar Minimalstandards. Umweltschützer sind immer die Guten, wer will da noch Empirie, valide Methoden, Signifikanz, Evidenz und so'n Zeugs?! Mit Aktivismus kann man sogar richtig viel Geld verdienen, wenn man sagt man sei angetreten, die Gesellschaft vor finsteren Lobbyisten-Machenschaften zu retten. Etwas Kapitalismuskritik kann übrigens nie schaden. Eine demokratische Legitimitation ist übrigens überflüssig. Ein Büro in Berlin, eines in Brüssel und etwas Standing reicht, und Sie können jede Menge Unfug in die Welt hinausposaunen und werden gedruckt. Und die Menschen glauben Ihnen. Sie müssen bloß gebetsmühlenartig runterrattern, dass es mit unserer Natur den Bach runtergeht. Am besten lassen Sie noch irgendwo das Wort Agrarindustrie fallen, vielleicht sogar zwei- oder dreimal. Monsanto wäre das Sahnehäubchen. Fragen Sie mal Greenpeace, BUND, Nabu & Co. Das läuft! ;-)

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Oberleerer 22.08.2017, 16:26
93.

Zitat von michael.siems
Jeder einzelne von uns könnte mit seinem Einkauf steuern welche Produkte gekauft werden, gespritzte oder ungespritzte, Fleisch aus Massentierhaltung oder nicht etc. Dazu schaut aber die Mehrheit hauptsächlich auf ihren Geldbeutel.
Lt. Artikel geht es hier in erster Linie um den Lebensmittel-Export. Da kann der Verbraucher garnichts machen.
Es ist Sache der Politik, sich zu positionieren, ob ein Landeigentümer mit dem Land machen kann was er will, oder ob er sich dem Rest der Bevölkerung unterwerfen muß.

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Silversurfer2000 22.08.2017, 16:29
94. Biogasanlagen ...

... und der dafür benötigte Maisanbau, die dafür einsetzbaren 2 Ernten (1. Ernte unreifes Getreide, 2. Ernte Mais), die dafür in 2007 umgewidmeten Brachflächen (vorher mussten die Bauern mehr Brachflächen zur Verfügung stellen, heute dürfen sie darauf verzichten).

Was sagen die Grünen heute dazu? Die haben das maßgeblich eingeführt. Und 10 Quadratkilometer Maisanbau produzieren so viel (besser: so wenig) Strom wie zwei große Windkraftanlagen.

Dieser wahnwitzige Flächenverbrauch auf Kosten von Insekten und Vögeln muss endlich beendet werden!!!

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cave68 22.08.2017, 16:53
95.

Zitat von Silversurfer2000
... und der dafür benötigte Maisanbau, die dafür einsetzbaren 2 Ernten (1. Ernte unreifes Getreide, 2. Ernte Mais), die dafür in 2007 umgewidmeten Brachflächen (vorher mussten die Bauern mehr Brachflächen zur Verfügung stellen, heute dürfen sie darauf verzichten). Was sagen die Grünen heute dazu? Die haben das maßgeblich eingeführt. Und 10 Quadratkilometer Maisanbau produzieren so viel (besser: so wenig) Strom wie zwei große Windkraftanlagen. Dieser wahnwitzige Flächenverbrauch auf Kosten von Insekten und Vögeln muss endlich beendet werden!!!
da gebe ich ihnen Recht...lieber ein paar Windkraftanlagen (könnten theoretisch ja auch kleiner sein als die gewöhnlichen Anlagen) darunter Blumenwiesen und drastisch weniger Bioanlagen-Mais.
Ich glaube mit dem Schreddern einiger Spezies würden die Populationen besser klarkommen als mit den Monokulturen,die ihnen keinerlei Nahrung bieten.

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Lord Menial 22.08.2017, 16:59
96.

Zitat von Goldwin
Wenn die LAndwirtschaft von heute auf morgen auf die Chemie verzichtet, werden vor allem SIE sehen, was durch diese Chemie erreicht wird. Nämlich eine sichere Lebensmittelversorgung.
Mit "die Chemie" (ein Begriffsmißbrauch) meinen Sie wohl die diversen "-zide", also chemische Tötungsmittel (= Gifte)?
Ja, was würde wohl in einem Land wie D.land, in dem ein Viertel bis ein Drittel aller zum Verkauf angebotenen Lebensmittel in einwandfreiem, verzehrsfährigem Zustand achtlos weggeworfen werden, passieren, wenn "die LAndwirtschaft von heute auf morgen auf die Chemie verzichtete"?
Vermutlich gäbe es nicht mehr so viel nutzlose, aus nackter Profilgeilheit betriebene Überproduktion, und es würde nicht mehr so viel weggeworfen.

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Morpheus Nudge 22.08.2017, 17:12
97.

Zitat von Goldwin
Wenn die Bauern so rafgierig sind und Geld ohne Ende verdienen, warum machen dann immer mehr Höfe zu?
Fehlinterpretation.

Verdeutlichung:

Es gibt große Monokulturen, weil es große Monokulturen geben darf.
Skrupel z.B. bzgl. der Biodiversität (Artensterben, Nahrungsketten, Ökosysteme) sind nicht von Belang, da es Monokulturen geben darf und diese Geld einbringen.

Der Vergleich den Managern drehte sich nur darum, dass wir uns zwar über deren Boni beschweren, aber diese moralische Ebene keinen Belang hat, da die Boni ihr vertraglich zugesichertes Recht sind.

Es geht nicht um "Bauern allgemein", sondern um die massive Ausweitung von Monokulturen, die Nahrungsketten und Ökosysteme zerstören, weil sie Vielfalt (Blüten/Insekten) verhindern. Massive Düngung und massiver Chemieeinsatz tun ihr übriges.

Und der Lobbyismus der Politik besteht darin, diese Industrie zu schützen statt Umwelt und Menschen.

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cindy2009 22.08.2017, 17:13
98. Landwirtschaft als alleiniger Faktor

Ich bezweifel sehr stark, dass die Landwirtschaft als grosser Buhmann identifiziert ist. Ich lebe in einer Umgebung, in der intensiver Anbau hat nicht vor kommt. Im Gegenteil, es gibt hier sehr viel unberührte Natur (was dummerweise sogar mit einem AKW zusammen hängt). Trotzdem gibt es die Vielfalt wie in meiner Jugend nicht mehr, oder ich beobachte nicht mehr so sensibel. Mein "Garten" sollte eigentlich ein Paradies für die Fauna sein - der ist absolut unberührt, unbemüht. Selbst Pflanzen, die manche als Unkraut ansehen, wie z.b. Brennnessel lässt sich nicht blicken. Mir ist das alles nicht schlüssig genug, um einen schwarzen Peter zu verteilen. Früher habe ich Kartoffel Käfer gesammelt, heute wagt sich der überhaupt nicht mehr an die Pflanze ran.

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Lord Menial 22.08.2017, 17:15
99. Eine kleine Spende für den DBV. Bitte, bitte!

Zitat von Christinaannelies
......Mit Aktivismus kann man sogar richtig viel Geld verdienen, ............ Ein Büro in Berlin, eines in Brüssel ... und Sie können jede Menge Unfug in die Welt hinausposaunen und werden gedruckt. Und die Menschen glauben Ihnen. Sie müssen bloß gebetsmühlenartig runterrattern, ..........
Eine messerscharfe Analyse. Genauso ist es:

DBV, Deutscher Bauernverband

Haus der Land- und Ernährungswirtschaft
Claire-Waldoff-Straße 7
10117 Berlin
Tel.: +49 (30) 31 904 - 100
Fax.: +49 (30) 31 904 - 431

Büro Brüssel
Rue du Luxembourg 47 - 51
B-1050 Brüssel
Tel.: +32 (228) 54 - 050
Fax: +32 (228) 54 - 059

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