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Verhaltensauffälliger Panda in Berlin: Das Meng-Meng-Rätsel
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Meng Meng und Jiao Qing sind die einzigen Pandabären in Deutschland, sogar die Kanzlerin besuchte sie im Berliner Zoo: Nun wächst die Kritik an der Haltung der Tiere - weil eines sich äußerst merkwürdig verhält.

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beefirst 30.09.2017, 11:16
1. Warum ist ein Rätsel,...

... wie sich die Bärin verhält?
Die Tiere gehören in die Natur. Und zwar in eine Natur, die durch uns geschützt werden muss. Vor uns geschützt werden muss.

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biesi61 30.09.2017, 12:07
2. Die "Tierschützer" schützen mal wieder vor allem ihr eigenes Ego.

Da sind für mich die Aussagen der Fachexperten und unserer Berliner Zoomitarbeiter erheblich relevanter.

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RalfWenzel 30.09.2017, 12:12
3. Artgerechte Tierhaltung...

...ist ein Widerspruch in sich. Sobald wir ein Tier einsperren, lebt es nicht mehr artgerecht. Tiere haben ein Revier, einen Bewegungsdrang, eine Form der Kommunikation mit anderen Tieren.

Banales Beispiel: Schon ein vom Menschen gehaltener Hund verletzt beim „Gassi-Gehen“ ständig die Reviermarken anderer Hunde, was sich auf das Verhalten des Hundes und der Besitzer der verletzten Reviere negativ auswirkt. Die anderen Hunde riechen den „Eindringling“ und die Reviermarken, die er in ihrem Revier hinterlässt. Auch der „Gassi-gehende“ Hund fühlt sich bei den Revierverletzungen nicht wohl.

Das ist jetzt keine Stimmungsmache gegen Tierhaltung, sondern gegen die Sozialromantiker, die uns einreden wollen, es ginge beides. Es geht nicht!

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andre_gottschling 30.09.2017, 12:21
4. Weg mit den Zoos

Seit vielen Jahren bin ich der Ansicht das jedewede Art von Tier nicht mehr in Zoos gehalten werden sollte. Ich sehe es ein wenn Tieraufzuchtstationen mit entsprechenden Fachkräften bedrohte Tiere/Tierarten betreuen werden, das Ganze aber fernab jeglichen Zookommerz und Befriedigung der zahlenden Besucher. Wenn Menschen ihre "Lieblings"tiere sehen möchten, dann sollen Sie dies in der freien Natur tun, wenn sie diese nicht sehen, dann haben sie halt Pech gehabt. Tiere haben gottlob noch nicht diesen Selbstdarstellungnsspleen wie der Mensch. Das Geld was Besucher Jahr für Jahr in Zoobesuche investieren (kommerz) sollten Sie an staatlich überwachte Organisaitonen spenden die bedrohten oder gefährdeten Tierarten im Inn- und Ausland zugute kommen. Ferner sollte mehr gegen Wilderer unternommen werden, d.h. die Kräfte der jeweiligen Länder die sich gegen die Wilderei einsetzten müssten bestens ausgrüstet werden.

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spon-facebook-10000012354 30.09.2017, 12:41
5. Bewegungsstereotypie

Keine gute Nachricht. Allerdings hatten Experten aus China das Gehege vorher überprüft. Es kann auch sein, dass der genetische Pool der Pandas zu klein geworden ist und u.a. Krankheiten fördert, die dem Zwangsspektrum ähneln. Im engeren Sinne spricht man von Stereotypie, wenn ein dysfunktionales, pathologisches Verhalten ständig wiederholt wird. In der Psychopathologie des Menschen gehören solche Stereotypien in den Bereich der Zwangssymptome.
Mancher Forscher haben die Pandas schon längst aufgegeben. Die Großen Pandas, so die These, haben keine Überlebenschance mehr, weil ihr Genpool zu klein ist. Die Bären sollen sich in einer Art evolutionären Sackgasse befinden und wären demnach zum Aussterben verurteilt, welche Anstrengungen auch immer die Menschen unternehmen.
Doch die Sackgassenthese ist möglicherweise falsch, glauben Forscher von der Cardiff University und der China West Normal University in Sichuan. Michael Bruford und seine Kollegen hatten das Genom von Pandabären und ihre demographische Geschichte untersucht. Dabei stellten sie fest, dass das genetische Potential des Großen Pandas weder die Evolution noch die Anpassungsfähigkeit des Tieres negativ beeinträchtigt.

http://www.spektrum.de/lexikon/neurowissenschaft/stereotypie/12278
http://www.spektrum.de/lexikon/neurowissenschaft/bewegungsstereotypie/1439
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/grosser-panda-mit-potenten-genen-aus-der-evolutionaeren-sackgasse-a-502319.html

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Sumerer 30.09.2017, 13:01
6.

"Meng Meng und Jiao Qing sind die einzigen Pandabären in Deutschland, sogar die Kanzlerin besuchte sie im Berliner Zoo: Nun wächst die Kritik an der Haltung der Tiere - weil eines sich äußerst merkwürdig verhält."

Ich stelle mir vor, dass das Pandamädchen Meng Meng in China in einem Reservat aufgewachsen ist. Zudem wird sie erst noch demnächst geschlechtsreif. Vermutlich gilt dies für beide 大熊貓 (dà xióng māo, Pandas).

Jetzt, in einem Zoogehege, kann man als zukünftige Panda-Mama schon einmal eine Krise bekommen. Denn der Aufwuchs in einem Reservat ist mit der Haltung in einem Zoo nicht mehr zu vergleichen. Und Bären haben, wie wir auch, ein Erinnerungsvermögen, das sie, in Bezug auf ihre Zukunft, abstrahieren lässt. Deshalb logischerweise ihre "Rückschritte".

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Ökofred 30.09.2017, 13:03
7. Ryanair macht das schon..

Zitat von andre_gottschling
Seit vielen Jahren bin ich der Ansicht das jedewede Art von Tier nicht mehr in Zoos gehalten werden sollte. Ich sehe es ein wenn Tieraufzuchtstationen mit entsprechenden Fachkräften bedrohte Tiere/Tierarten betreuen werden, das Ganze aber fernab jeglichen Zookommerz und Befriedigung der zahlenden Besucher. Wenn Menschen ihre "Lieblings"tiere sehen möchten, dann sollen Sie dies in der freien Natur tun, wenn sie diese nicht sehen, dann haben sie halt Pech gehabt. Tiere haben gottlob noch nicht diesen Selbstdarstellungnsspleen wie der Mensch. Das Geld was Besucher Jahr für Jahr in Zoobesuche investieren (kommerz) sollten Sie an staatlich überwachte Organisaitonen spenden die bedrohten oder gefährdeten Tierarten im Inn- und Ausland zugute kommen. Ferner sollte mehr gegen Wilderer unternommen werden, d.h. die Kräfte der jeweiligen Länder die sich gegen die Wilderei einsetzten müssten bestens ausgrüstet werden.
Sicher, es ist quasi ein MUSS so einen Panda in freier Wildbahn zu beobachten. da gibt es bestimmt pauschale Angebote, um das für jeden zu organisieren, der will. Ohne Zoos könnten sich die Menschen ja die netten Tiere in der Glotze ansehen, allerdings werden die meisten Menschen dann das Gefühl dafür verlieren, warum man so einen Regenwald oder die Serengeti in der Ferne überhaupt schützen soll. Die Tiere im Zoo vermitteln das zu einem guten Teil.

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mopsfidel 30.09.2017, 13:09
8. Einfach mal folgenden gedanklichen Selbstversuch machen:

Man zieht in eine 100 qm Wohnung ein, die von fremden Personen "typgerecht" eingerichtet wurde. In diesen 100 qm lebt man dann bis zu seinem Lebensende, ohne jemals vor die Tür treten zu dürfen. Und täglich kommt ein Pfleger und bringt frische Lebensmittel.
Da wir Menschen über einen Verstand verfügen, würden wir uns nie freiwillig solch einer Situation aussetzen. Weil uns die Folgen bewusst wären. ich sage nur: zum Glück können die Tiere (im Zoo) nicht mit uns reden.

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Willi Wacker 30.09.2017, 13:32
9.

Zitat von spon-facebook-10000012354
Keine gute Nachricht. Allerdings hatten Experten aus China das Gehege vorher überprüft. Es kann auch sein, dass der genetische Pool der Pandas zu klein geworden ist und u.a. Krankheiten fördert, die dem Zwangsspektrum ähneln. Im engeren Sinne spricht man von Stereotypie, wenn ein dysfunktionales, pathologisches Verhalten ständig wiederholt wird. In der Psychopathologie des Menschen gehören solche Stereotypien in den Bereich der Zwangssymptome. Mancher Forscher haben die Pandas schon längst aufgegeben. Die Großen Pandas, so die These, haben keine Überlebenschance mehr, weil ihr Genpool zu klein ist. Die Bären sollen sich in einer Art evolutionären Sackgasse befinden und wären demnach zum Aussterben verurteilt, welche Anstrengungen auch immer die Menschen unternehmen. Doch die Sackgassenthese ist möglicherweise falsch, glauben Forscher von der Cardiff University und der China West Normal University in Sichuan. Michael Bruford und seine Kollegen hatten das Genom von Pandabären und ihre demographische Geschichte untersucht. Dabei stellten sie fest, dass das genetische Potential des Großen Pandas weder die Evolution noch die Anpassungsfähigkeit des Tieres negativ beeinträchtigt. http://www.spektrum.de/lexikon/neurowissenschaft/stereotypie/12278 http://www.spektrum.de/lexikon/neurowissenschaft/bewegungsstereotypie/1439 http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/grosser-panda-mit-potenten-genen-aus-der-evolutionaeren-sackgasse-a-502319.html
Kann sein, kann nicht sein.
Ich habe einmal gelernt, dass die gesamte Hamsterpopulation der Welt auf sechs Individuen in Syrien zurückgeführt werden kann.
Das Hauptproblem fast aller Tiere, und nicht nur der der Pandas, ist die unwiederbringliche Auslöschung ihres natürlichen Lebensraums.

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