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Vorfahr des Menschen: 13 Millionen Jahre alter Primatenschädel entdeckt
Fred Spoor/ DPA

In Kenia haben Forscher einen außergewöhnlich gut erhaltenen Affenschädel gefunden. Das Objekt ist 13 Millionen Jahre alt und verrät, wie sich unsere Vorfahren entwickelt haben.

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krustentier120 10.08.2017, 19:37
1. Endlich

Sollte das etwa "the missing link" sein, den Professor Farnsworth so dringend gesucht hat bei seiner Debatte mit den Kreationisten? Endtschuldigung, fehlen wird muss es natürlich heißen.
https://youtu.be/TTOla3TyfqQ

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pierrotlalune 10.08.2017, 19:57
2.

Ich denke, das unsere urahnen Bakterien sind. Wir sind also Bakterien, es gibt gute und schlechte.

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fatal.justice 10.08.2017, 20:25
3. Fragen:

Was wäre, wenn es schon vor Äonen Defekte des Genoms gegeben hätte? Wäre dann ein einzelner Fund eines Schädels nicht unrepräsentativ für die angenommene Population des ihr zugeordneten Zeitraums? Möchte diese Sensation nicht herabwürdigen - wäre aber für jeden erhellenden Hinweis dankbar, der die eigentlich unwissenschaftliche Schlussfolgerung rechtfertigt.

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Celegorm 10.08.2017, 21:47
4.

Zitat von fatal.justice
Was wäre, wenn es schon vor Äonen Defekte des Genoms gegeben hätte? Wäre dann ein einzelner Fund eines Schädels nicht unrepräsentativ für die angenommene Population des ihr zugeordneten Zeitraums? Möchte diese Sensation nicht herabwürdigen - wäre aber für jeden erhellenden Hinweis dankbar, der die eigentlich unwissenschaftliche Schlussfolgerung rechtfertigt.
Die winzige und zwangsweise unrepräsentative Stichprobengrösse ist effektiv ein grosses Problem der Paläoanthropologie und ähnlicher Disziplinen. Letztlich ist alles, was wir in dem Bereich zu wissen glauben, mehr oder weniger stark verzerrt durch Verteilung möglicher Funde sowie deren effektiver Entdeckung. Das zeigt sich etwa auch daran, dass bestimmte Gebiete als Urmenschen-Hotspots gelten, obwohl das vermutlich eher daran liegt, dass dort die Gegebenheiten zur Konservierung von Hinterlassenschaften besser sind als anderswo.

Viele Funde sind zudem einzigartig, weshalb es letztlich offen bleibt, ob es sich dabei nur um eine zufällige Anomalie oder eine neue Art handelt. Vieles an der Paläoanthropologie kann man darum durchaus als im wissenschaftlichen Graubereich kritisieren. Andererseits kann man halt nur mit dem arbeiten, was man findet, d.h. es geht darum, das Maximum aus dem stark limitierenden Fundmaterial zu machen. Wobei man natürlich entsprechend vorsichtig bei den Schlussfolgerungen sein sollte, auch wenn das gerade den Medien oft nicht leicht fällt..

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_thilo_ 10.08.2017, 22:18
5. @3: Statistik

Zitat von fatal.justice
Was wäre, wenn es schon vor Äonen Defekte des Genoms gegeben hätte? .
Natürlich gab es auch vor Äonen genetische und andere Erkrankungen, die ein einzelnes Fundstück betreffen und verfälschen könnte.
Aber: Zum einen steht dieser einzelne Fund eben doch in einem Kontext von Funden aus anderen zeitlichen Perioden und er scheint genau in diesen Kontext zu passen. Zum anderen kennen wir Primaten ziemlich gut und die Wissenschaftler konnten eine Vielzahl typischer Merkmale für ein 16 Monate altes Primatenkind einer "gibbon ähnlichen" Spezies finden.
Die Wahrscheinlichkeit, dass das Fundstück fehlinterpretiert wurde und es sich "in Wirklichkeit" um eine nicht repräsentative damalige Fehlbildung handelt, wird damit sehr, sehr gering.
Trotzdem, wie Sie richtig feststellen, die Möglichkeit besteht und Überraschungen gibt es immer wieder ...

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fatal.justice 10.08.2017, 22:39
6. Das...

Zitat von Celegorm
Die winzige und zwangsweise unrepräsentative Stichprobengrösse ist effektiv ein grosses Problem der Paläoanthropologie und ähnlicher Disziplinen. Letztlich ist alles, was wir in dem Bereich zu wissen glauben, mehr oder weniger stark verzerrt durch Verteilung möglicher Funde sowie deren effektiver Entdeckung. Das zeigt sich etwa auch daran, dass bestimmte Gebiete als ......
... Glück, solche Funde entdecken und auswerten zu dürfen, kann ich durchaus nachempfinden - ich wäre der Erste, der sich daran erfreuen würde, gerade wenn es im plastischen, für jeden zugänglichen Bereich befindet. Dass die "Medien" daraus eine anschauliche Geschichte basteln - gerne. Jeder Tölpel auf dieser Erde sollte sich bewusst sein, dass er als Subjekt nicht die Krönung der Schöpfung ist. ;-)

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fatal.justice 10.08.2017, 23:07
7. Man...

Zitat von _thilo_
Natürlich gab es auch vor Äonen genetische und andere Erkrankungen, die ein einzelnes Fundstück betreffen und verfälschen könnte. Aber: Zum einen steht dieser einzelne Fund eben doch in einem Kontext von Funden aus anderen zeitlichen Perioden und er scheint genau in diesen Kontext zu passen. Zum anderen kennen wir Primaten ziemlich gut und die Wissenschaftler konnten eine Vielzahl typischer Merkmale für ein 16 Monate altes Primatenkind einer "gibbon ähnlichen" Spezies finden. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Fundstück fehlinterpretiert wurde und es sich "in Wirklichkeit" um eine nicht repräsentative damalige Fehlbildung handelt, wird damit sehr, sehr gering. Trotzdem, wie Sie richtig feststellen, die Möglichkeit besteht und Überraschungen gibt es immer wieder ...
... trifft sich zwangsläufig immer im Land der Generalisierung - und damit beim Umstand, dass induktive Wissenschaft immer im Bereich des "Möglichen" liegt. Wie Sie habe ich da auch keine Abneigung, man kann es eh nicht ändern. Eine Objektivierung des ehemals Geschehenen ist schwierig - daran scheitert sogar die Hermeneutik. Deshalb: Ich freue mich über jede wissenschaftliche Erkenntnis, die mehr Leute erreicht, als die üblichen universitären Kreise.

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zeichenkette 11.08.2017, 01:13
8.

Zitat von fatal.justice
Was wäre, wenn es schon vor Äonen Defekte des Genoms gegeben hätte? Wäre dann ein einzelner Fund eines Schädels nicht unrepräsentativ für die angenommene Population des ihr zugeordneten Zeitraums? Möchte diese Sensation nicht herabwürdigen - wäre aber für jeden erhellenden Hinweis dankbar, der die eigentlich unwissenschaftliche Schlussfolgerung rechtfertigt.
Ja, es ist bei ALLEN Fossilienfunden nicht auszuschließen, dass sie zufällig eine extreme Abweichung von typischen Vertreter einer Art sind. Aber "nicht auszuschließen" heißt immer noch, dass es extrem unwahrscheinlich ist. Wenn Sie zufällig eines von Millionen Exemplaren einer Tierart auswählen (und nichts anderes sind diese Zufallsfunde), ist es halt sehr, sehr viel wahrscheinlicher, dass man einen typischen Vertreter hat als eine seltene Ausnahme. Aber 100% sicher ist es nicht. Das ist einer der vielen Einschränkungen, mit denen wissenschaftliche Arbeit zu solchen Dingen zu leben hat. Solche erhaltenen Fossilien sind halt sehr selten und es ist vernünftig, eher davon auszugehen, dass sie typisch und nicht untypisch sind. Man kann nun mal nur mit dem forschen, was man hat.

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Sissy.Voss 11.08.2017, 08:40
9. Sie haben völlig recht!

Zitat von fatal.justice
Was wäre, wenn es schon vor Äonen Defekte des Genoms gegeben hätte?
Es gibt auch keinen Neandertaler. Das war ein anatomisch moderner Menschen (Homo sapiens), der an einem Knochenleiden litt, wahrscheinlich ein versprengter Kosak eines vergangenen Feldzugs, der sich in der Kleinen Feldhofer Grotte versteckte und dort gestorben ist. Sagte Rudolf ;- )

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