Forum: Wissenschaft
Vorwürfe gegen "Science" und "Nature": "Aufgebauscht, bis es falsch wird"
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Forscher müssen Studien in renommierten Fachblättern publizieren, wenn sie Karriere machen wollen. Medizin-Nobelpreisträger Schekman hält das für ein Problem - die Magazine schaden der Wissenschaft, sagt er.

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mrotz 29.06.2017, 14:46
1.

Wenn sich 100 Leute um eine feste Stelle schlagen müssen, ist das Problem wahrscheinlich eher Abseits der Magazine. Diese sind dann das Symptom.

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gelegentlicher_spon_leser 29.06.2017, 15:07
2.

Die Feststellung des Journalisten "Im Kern geht es ja um die Frage, was gute Wissenschaft ist." nach der Bemerkung, es gäbe auf der einen Seite Verlage mit dem Ziel der Gewinnmaximierung und auf der anderen Seite Open-Source-Einrichtungen und aktive Wissenschaftler, die sich um die Veröffentlichung kümmern, ist etwas eigenartig. Wo steckt bei Gewinnmaximierung unmittelbar das Interesse an guter Wissenschaft? Im übrigen ging es um den Gegensatz von guter und keiner Wissenschaft.

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joG 29.06.2017, 15:08
3. Natürlich gibt es Leute....

....die den Arbeitsdruck nicht mögen und ungern sich messen lassen. Da rationalisiert man eine Rechtfertigung.

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HeisseLuft 29.06.2017, 15:28
4. Und was soll der Einwand jetzt sagen?

Zitat von joG
....die den Arbeitsdruck nicht mögen und ungern sich messen lassen. Da rationalisiert man eine Rechtfertigung.
Also hier geht es eigentlich darum, dass die Relevanz der Arbeit im Wesentlichen mit nur einer Zahl gemessen wird. Und das ist fragwürdig.
Was ist Ihre Aussage?

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alles.auf.horst 29.06.2017, 15:32
5. Recht hat er.

Ich muss dem Autor leider in Gänze zustimmen. Auch aus eigenen Erfahrungen innerhalb der Familie und des Freundeskreises. Graphen ohne vernünftige Skalenangaben bei Nature ect. Und was nützt die Mail des Autors eines Nature Artikels, in der er gratuliert und zugibt, dass man mit den Ergebnissen einer Arbeit zum selben Thema richtiger liegt als er, wenn eben diese Veröffentlichung nur bei Embo erscheint?! Richtig! Für die eigene Karriere nichts, denn da zählt Impact. Oder wie ist es mit einer auf Konferenzen gefeierten Arbeit, welche wegen "unsexyness" bis nach unten durchgereicht wird. Oder das die Reviewer selber kurz vor Abschlüssen in dem Bereich stehen u d eine "gegnerische" Veröffentlichung blockieren. Das Veröffentlichungssystem bedarf einer dringenden Generalüberholung.

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Zaunsfeld 29.06.2017, 15:38
6.

Zitat von alles.auf.horst
Oder das die Reviewer selber kurz vor Abschlüssen in dem Bereich stehen u d eine "gegnerische" Veröffentlichung blockieren.
Ganz so stimmt das nicht. Im Nachhinein ist nicht von Belang, wann eine Arbeit bei einem Magazin veröffentlicht wurde, sondern wann sie eingereicht wurde.
Das kann einem keiner nehmen, auch wenn irgendjemand es schafft, die Veröffentlichung zeitweise zu blockieren.

Übrigens geht eine Arbeit auch nie nur an einen Reviewer, sondern immer an mehrere.

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docmillerlulu 29.06.2017, 15:39
7. Was noch bleibt!

Interessanter Bericht - ein Faktor sollte aber noch einmal eingehend geprüft werden. Die hier genannten Zeitschriften sind bedingt als echte Fachzeitschriften beschreibbar. Sie publizieren z. T. sehr unterschiedliche Fachbereiche auf einem hohen Niveau. Bei den "echten Fachzeitschriften" dominiert nur ein Anbieter - Elsevier. Der hat ein dermaßen starkes Monopol daß er fast jeden Preis nehmen kann und auch bekommt. Dadurch geht ein großer Teil der Gelder, die eigentlich für die Forschung bestimmt sind, in die Verlagshände. Das ist bitter weil man sich als Forscher nicht wirklich aussuchen kann in welchem Blatt man veröffentlicht.

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Erbi 29.06.2017, 15:41
8. Ihr "Beitrag"..

Zitat von joG
....die den Arbeitsdruck nicht mögen und ungern sich messen lassen. Da rationalisiert man eine Rechtfertigung.
strotzt mal wieder vor infantiler neokapitalistischer Ignoranz! Es ist zum Erbrechen! Sie haben überhaupt nicht verstanden worum es geht und warum die Entwicklungen der letzten Jahrzehnte so schädlich für gute wissenschaftliche Arbeit sind.

Es geht nicht um Rechtfertigung oder sich messen lassen. Es geht im GUTE, REPRODUZIERBARE ERGEBNISSE im Sinne der Wissenschaft und des Fortschritts und nicht um die 100000. fingierte Studie um ja als "renommierter Wissenschaftler" zu gelten, obwohl man eigentlich nicht viel drauf hat. Es ist ja mittlerweile überall so, dass der, der am lautesten brüllt und am besten "verkaufen" kann, der "Experte" ist. Solche "Experten" sieht man ja auch oft in irgendwelchen Talkrunden o.ä. Die labern viel haben aber eigentlich nie was eigenes geleistet oder schreiben sich anderer Leute Leistung auf die eigene Fahne. Und jemanden wie Ihnen könnte man wohl auch einen geistig Schwerstbehinderten (und das ist in keiner Weise abwertend gemeint) als Experte für Atomphysik verkaufen. Daher braucht es kompetente Leute aus dem entsprechenden Fachbereich, die auch die Expertise des Betreffenden bestätigen, damit nicht jeder Hinz und Kunz als Experte tituliert wird. Es wäre schön, wenn man solchen Schaumschlägern zukünftig den Zugang zum Wissenschaftsbetrieb irgendwie erschweren im besten Fall verhindern könnte. Solche Leute gibt's heutzutage schließlich mehr als genug. Die sind im BWL- oder Marketingbereich bestens aufgehoben. Die Wissenschaft braucht sowas nicht!

Und nochmal zu Ihnen:
Ich frage mich ernsthaft, was Sie so den ganzen Tag treiben. Bestimmt auch irgendein parasitäres "Dienstleistungsgewerbe" wie "Berater" oder "Makler". Etwas wirklich real-wertschaffendes wird es mit der Einstellung kaum sein. Und wenn man den ganzen Tag auf SPON Kommentare schreiben kann, kanns ja mit der Arbeitsleistung nicht gerade weit her sein. So viel zum Thema "Arbeitsdruck". Hauptsache immer große Töne spucken..

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Vex 29.06.2017, 16:07
9.

Sehr nötiger Artikel ... ich halte mindestens 50% der Paper für schöngeredet. Der hier beschriebene Mechanismus ist Alltag im Labor. Man macht einen Versuch 10 mal dabei kommt 9 mal nichts raus und ein mal das gewünschte Ergebniss also veröffentlicht man diesen einen Versucht oft ohne überhaupt wirklich zu wissen was bei den anderen 9 das Problem war.
Ich hab auch schon Wissenschaftler erlebt die aktiv gefälscht haben und damit durchgekommen sind weil vielen Profs nicht mal ein Licht aufgeht wenn sich andere Forscher die daran beteiligt waren weigern im Paper erwähnt zu werden. Hauptsache Nature das wird dann trotzdem veröffentlicht.

Die einfachste Lösung wäre Paper so zu konzipieren das sie 100% reproduzierbar sind.
Also zu jeder verwendeten Methode die vollständige und genaue Beschreibung und zwar genau so wie im Versucht durchgeführt und nicht nur eine Zitierung des Methodenpapers.

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