Forum: Wissenschaft
Waffen in den USA: Ein Land im Krieg mit sich selbst
AP

Zehntausende US-Bürger sterben jedes Jahr durch Schüsse - und nach jedem Massenmord steigen die Aktien der Waffenhersteller. Woher kommt diese Irrationalität? Die Forschung hat - düstere - Antworten parat.

Seite 1 von 14
hegoat 08.10.2017, 17:32
1.

Ein schöner sachlicher Artikel ohne die sonst übliche Schwarzweißmalerei (die guten waffenlosen Europäer gegen die bösen amerikanischen Waffenfetischisten). Bitte mehr davon. Vielleicht werden die Diskussionen dann auch in Zukunft sachlicher geführt.

Beitrag melden
Papazaca 08.10.2017, 18:02
2. Warum kann ich kein Geschütz kaufen?

Wenn man sich auf die Absurdität der Argumente der NRA einläßt (Man braucht die besseren Waffen, um sich zu verteidigen), braucht man immer bessere Waffen als die Verbrecher. Wenn der Terrorist in Las Vegas halbautomatische Waffen in automatische Waffen mit Bump Stocks umwandelt, ist die nächste Stufe die Anschaffung eines Geschützes. Hört sich im ersten Moment zynisch an. Aber manchmal muß man überspitzen, um die Absurdität zu verdeutlichen. Was würde die NRA zu dieser Forderung sagen?

Beitrag melden
der_holzhäuser 08.10.2017, 18:05
3. Tempolimit

In Amerika die Waffenflut einzudämmen, entspricht in etwa dem Versuch in Deutschland ein generelles Tempolimit einführen zu wollen.
Sicher, der Vergleich hinkt.
Aber wenn man die Amerikaner in diesem Punkt verstehen will, greift der Vergleich ganz gut.
Die Vernunft sagt ja, aber durchsetzbar ist es eben nicht, weil man dann ja die Freiheit maximal einschränken würde.

Beitrag melden
ruhepuls 08.10.2017, 18:06
4. Einfache Logik...

Es ist wie überall mit solchen Entwicklungen: Der Einzelne sieht sich hilflos, das System zu verändern, aber er sieht Möglichkeiten, sich zu schützen. Wenn bei uns die Einbrüche zunehmen, dann kann ich persönlich gegen die Ursachen - welche auch immer das sind - nicht viel tun. Aber ich kann mir eine Alarmanlage kaufen. Und genau die gleiche Logik steckt hinter dem Wunsch nach Waffenbesitz - neben solchen Faktoren wie amerikanische Tradition und Freiheitsanspruch. Die USA sind ein gespaltenes Land. Die unterschiedlichen Volksgruppen sind nicht integriert, sondern leben nebeneinander her und verachten sich teilweise gegenseitig. Im Schmelztiegel sind keineswegs alle zu "Amerikanern" verschmolzen, sondern die Rassen definieren sich immer noch auch im Gegeneinander. Weiße verachten Farbige und Farbige Weiße - und für so manchen Native American (Indianer) sind die Weißen immer noch die Eroberer und Farbige deren Helfer (Buffalo Soldiers). Kein Wunder, dass das Gefühl von "Feinden" umgeben zu sein, bei vielen vorhanden ist.
Und so fremd ist das gar nicht: Kürzlich sah ich ein Interview mit einem Inhaber eines Waffengeschäftes in Deutschland(!). Er erzählte, dass es oft vorkommt, dass Deutsche und Flüchtlinge nebeneinander stehen und Pfefferspray kaufen. Der Deutsche aus Angst vor den Flüchtlingen und der Flüchtling aus Angst vor den Deutschen. Nur reden tun die beiden nicht miteinander. Genau wie in den USA.

Beitrag melden
thrifter 08.10.2017, 18:18
5. Leider nur ansatzweise verstanden...

Man darf ruhig mal etwas weiter ausholen, wenn man das Verhältnis von Amerikanern zu Waffen beschreibt. Amerika ist eine zutiefst militaristische Nation, das Sparta unserer Zeit, und seine Waffen und die grundsätzliche Bereitschaft, sie extern wie intern einzusetzen, haben im letzten Jahrhundert wesentlich dazu beigetragen, den Status Amerikas als Weltmacht zu zementieren. Die Korrelation Waffen wirtschaftliche Stärke ist auch den meisten Amerikanern klar. Deswegen tun sie sich auch mit schon minimalen Einschränkungen so schwer. Die Opfer werden, bewußt oder unbewußt, als Kollateralschäden akzeptiert. Deutschland hingegen hat im letzten Jahrhundert seinen hart erarbeiteten Weltstatus mit der Autoindustrie verknüpft. Wäre dem nicht so, hätten wir schon seit Jahrzehnten eine Geschwindigkeitbeschränkung auf Autobahnen. Bei uns werden andere Kollateralschäden akzeptiert. Letzendlich ist der Slogan "Freie Fahrt für freie Bürger" genauso fragwürdig wie die amerikanische Variante" Out of my dead cold hands..."

Beitrag melden
haviii 08.10.2017, 18:20
6. Der Spiegel ...

... wird nicht müde Selbstlader als Sturmgewehre zu titulieren. Sturmgewehre sind immer Vollautomaten. Auch in Amerika dürfen Bürger keine (neuen) Vollautomaten erwerben. Ein legaler Vollautomat (der vor dem Bann registriert wurde) geht ab 10.000 € los. Die 400 Dollar AR-15 Gewehre aus dem walmart sind 1.) auch in Deutschland von quasi jedem zu kaufen (mit WBK) und 2.) keine Sturmgewehre.

Diese undifferenzierte Zusammelnwürfeln von fest definierten Begriffen und ausgedachter Bezeichnungen ist dem Spiegel unwürdig.

Beitrag melden
butzibart13 08.10.2017, 18:20
7. krankhaftes Denken

Eine Waffe ist, so zynisch und böse das klingen mag, dazu da, auch mal benutzt zu werden. Sonst liegt sie nur rum. Das gilt sogar, und man kann nur hoffen und beten, dass alle Beteiligten vernünftig sind, auch für Atomwaffen. Kleine "Waffen" wie Messer kann man auch anderweitig nutzen z. B. Gemüse schneiden etc. Die Verliebtheit der Amerikaner in Schusswaffen ist beängstigend und solche Vorfälle wie in Las Vegas fördern noch die Hysterie und Paranoia für den Besitz, um sich verteidigen zu können. Der Attentäter Paddock war in seiner perfiden Rationalität so schlau, von einem fast unerreichbaren Punkt sein Massaker durchzuführen. Am Boden hätte die Sachlage anders ausgesehen. Ein Volk wie die Amerikaner weitgehendst zu entwaffnen, dürfte eine Illusion bleiben. Kollateralschäden wie die Erschießungen von Elternteile durch ihre Kinder werden nach kurzem Kopfschütteln in Kauf genommen

Beitrag melden
Hermes75 08.10.2017, 18:21
8.

Zitat von hegoat
Ein schöner sachlicher Artikel ohne die sonst übliche Schwarzweißmalerei (die guten waffenlosen Europäer gegen die bösen amerikanischen Waffenfetischisten). Bitte mehr davon. Vielleicht werden die Diskussionen dann auch in Zukunft sachlicher geführt.
Was ist an der Diskussion unsachlich? Die US-Bürger haben mehr Waffen als jede andere Nation auf dieser Erde und in keinem anderen zivilisierten Land werden so viele Leute jedes Jahr durch Waffen getötet. Die Waffenliebe der Amerikaner kostet jedes Jahr mehrere Tausend Menschen das Leben. Rational wäre es etwas dagegen zu tun und die Verfügbarkeit von Waffen, insbesondere Waffen mit großen Magazinen, hoher Feuerrate und hoher Durchschlagkraft zu reduzieren.
Niemand braucht ein Sturmgewehr mit 200-Schuss-Magazin zur Selbstverteidigung oder für die Jagd.
So und jetzt ihre sachlichen Argumente warum es ok ist 30.000 Tote pro Jahr zu akzeptieren und NICHTS dagegen zu unternehmen.

Beitrag melden
IMOTEP 08.10.2017, 18:24
9. Syndrom

Wer zuerst schießt Lebt am längsten und bekommt am Ende auch die schönste Frau. Lieber Hr.Stöcker, das Credo unzähliger Krimi und Westernfilme, Menschen über Generationen damit aufgewachsen glauben fest daran das Waffen etwas gutes sind. Der Mythos von dem einsamen, schweigsamen Helden ganz allein mit seinem Colt gegen das Böse ist in den Köpfen fest verankert. Um das zu vestehen, sehe man sich bei uns in De. um, freie Fahrt für Freie Bürger das ist das gleiche Syndrom, nur das es nicht gar so viele Tote gibt..m.f.G..

Beitrag melden
Seite 1 von 14
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!